{"id":476,"count":1,"description":"Gehorsam im allgemeinen bezeichnet die Anerkennung einer rechtm\u00e4\u00dfigen Autorit\u00e4t, die sich in Gesinnung und Verhalten \u00e4u\u00dfern mu\u00df. In der Theologie und im kirchlichen Leben kommen drei ausgezeichnete Weisen des Gehorsams zur Sprache.\na) R\u00f6m 5, 19 charakterisiert die Schuld des Adam als Ungehorsam, durch den die vielen als S\u00fcnder dastehen, um dann auf den Gehorsam des Einen hinzuweisen, durch den die vielen als Gerechte dastehen; der Sohn hat durch Leiden Gehorsam gelernt und wurde so f\u00fcr alle, die gehorchen, der Urheber ewigen Heiles (Hebr 5,8 f). So ist Gehorsam in der Schrift vorz\u00fcglich Beugung unter das heilsgeschichtliche \"Mu\u00df\" (Mt 16,21 u.\u00f6.), zu dem vor Eintritt der Basileia auch die Gebote Gottes und die Ordnungen der Kirche geh\u00f6ren.\nb) Unter den evangelischen R\u00e4ten l\u00e4\u00dft sich der Gehorsam sicher am schwersten nachweisen; da diese R\u00e4te immer auch Zeugnis der Kirche sind, erhebt sich die schwierige Frage, woher man denn wisse, da\u00df man Gott dadurch in radikalster Weise gehorsam werde, da\u00df man sich einer menschlichen Befehlsgewalt unterstelle. Eine L\u00f6sung \u00f6ffnet sich durch die Einsicht, da\u00df hier Gehorsam ein wesentlicher Bestandteil der dauernden Bindung an eine bestimmte kirchliche Lebensform ist. Ein formaler Gehorsam um des blo\u00dfen Gehorsams willen hat keine positive sittliche Bedeutung; Gehorsam ist nicht die Ausstellung einer Blankovollmacht an den Oberen (der seinerseits nur im Dienst eines sicher von Gott gewollten Zieles von einem anderen Menschen Gehorsam verlangen darf). Vielmehr ist er die \u00dcbernahme eines gemeinsamen religi\u00f6sen Lebens, nach einer Verfassung, die von der Kirche als wahrer, m\u00f6glicher Ausdruck eines gott\u00fcbereigneten Lebens anerkannt wurde: als Anschlu\u00df an die Lehre und das Beispiel Jesu Christi, als \u00dcbernahme eines un\u00fcbersehbaren Schicksals. Nur weil die Bindung an das Beispiel Jesu Christi in der Kirche gelebt werden kann, ist der Gehorsam auch gegen\u00fcber dem Sinnwidrigen sinnvoll, vorausgesetzt, das Gebotene ist nicht unsittlich. Freilich ist das sachlich Falsche nur sehr schwer vom Unmoralischen zu unterscheiden. Angesichts dieser Problematik ist es schlechthin unchristlich, sich auf das unmoralische Prinzip \"Befehl ist Befehl\" beziehungsweise auf einen \"blinden Gehorsam\" zur\u00fcckzuziehen, sondern geboten, der Autorit\u00e4t ins Angesicht zu widerstehen, wo sie schlechthin Sinnwidriges gebietet. Gehorsam als evangelischer Rat wird in beidem verwirklicht: in der Zerst\u00f6rung des geheimen und offenen Egoismus, in der Auslieferung an das je Gr\u00f6\u00dfere - und in der mutigen Sorge daf\u00fcr, da\u00df das Gr\u00f6\u00dfere nicht nur Theorie und Ideal bleibe.\nc) Dieses Gesagte gilt auch vom kanonischen Gehorsam dessen, der in ein kirchliches Amt genommen ist.\nkthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=gehorsam","name":"Gehorsam","slug":"gehorsam","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}