{"id":471,"count":1,"description":"Ethik als grundlegender Teil der praktischen Philosophie ist die Wissenschaft vom Sittlichen; das heisst, sie erstrebt die Analyse und philosophische Ergr\u00fcndung der sittlichen Tatsachen, aus denen die Normen f\u00fcr das je menschliche Handeln abgeleitet werden k\u00f6nnen. Insofern ist sie streng zu unterscheiden von einer theologischen Ethik (siehe Moraltheologie), die die Normen f\u00fcr das sittliche Handeln aus dem in der Offenbarung ergangenen (und in der Kirche bezeugten) Wort Gottes und aus dessen Heilsverf\u00fcgung \u00fcber den Menschen ableiten mu\u00df. Insofern die (philosophische) Ethik auf das Sittliche des Menschen geht, unterwirft sie ein Urph\u00e4nomen des Selbstverst\u00e4ndnisses des Menschen einer wissenschaftlichen Reflexion: Der Mensch erf\u00e4hrt sich in seinem Selbstvollzug als Wollender, der in der Aktualisierung dieses Wollens sich selbst \"willig\" (frei-willig) verf\u00fcgt auf Gut oder B\u00f6se hin. Dieser Unterschied zwischen guten und b\u00f6sen Handlungen ist im freien Selbstvollzug der Person schon immer mitgewu\u00dft. Die sich selbst frei vollziehende geistige Person erf\u00e4hrt sich selbst dabei als sittlichen Grundwert. Diese \"Grund-Wert-Erfahrung\" wird in der Ethik thematisch; von ihr aus kann die geistige Person aufgewiesen werden als eine, die zugleich ihre \"Natur\" und ihre Hinordnung auf ein letztes Ziel sittlich vollzieht, die als solche absolut gewollt ist, so da\u00df aus deren absoluter Gewolltheit der unbedingte Charakter jener sittlichen Werte abgeleitet werden kann und mu\u00df, die der Verwirklichung jener absolut gewollten geistigen Person dienen. Sinnvoll werden nun in der Ethik die einzelnen Seinsbez\u00fcge dieser Person, ihr Verh\u00e4ltnis zu sich selbst, zu anderen freien Personen (Mitmenschen), zur menschlichen Gemeinschaft und schlie\u00dflich zu Gott einer sorgf\u00e4ltigen wissenschaftlichen Analyse unterworfen und f\u00fcr deren Vollzug (ethische) Normen aufgestellt. Eine Aufteilung dieser Analyse entsprechend den verschiedenen Lebensgebieten f\u00fchrt zur Unterteilung der allgemeinen Ethik in eine IndividuaI-Ethik und eine SoziaI-Ethik. Dieser sich daraus ergebenden objektiven sittlichen Ordnung, die die schon immer seinsm\u00e4\u00dfig vorliegende Eingeordnetheit der menschlichen Person in bestimmte umweltliche Gegebenheiten, Strukturen ber\u00fccksichtigt, ist die unmittelbare subjektive Norm des je sittlichen Handelns zuzuordnen: das Gewissen des Einzelnen, dessen Spruch letztlich Wert und Unwert einer konkreten Handlung bestimmt. Somit ergeben sich letzte Prinzipien f\u00fcr das Gewissen (siehe nat\u00fcrliches Sittengesetz), wie: Objektiv schlechte Mittel werden nicht durch einen subjektiv guten Zweck gerechtfertigt; ein (mit der absoluten Gewolltheit der geistigen Person) gebotener sittlicher Wert kann nicht einem vorsittlichen Teilwert des menschlichen Daseins geopfert werden. - Insofern die Ethik den freien sittlichen Vollzug der menschlichen Person in einer vorgegebenen Ordnung reflektiert, mu\u00df sie offenbleiben f\u00fcr eine von seiten Gottes geschehene Verf\u00fcgung \u00fcber diese Person oder ihre (Hin-)Ordnung auf ihr Ziel (siehe Moraltheologie). kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=ethik","name":"Ethik","slug":"ethik","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}