{"id":445,"count":8,"description":"meint hier weder das sexuelle Unber\u00fchrtsein (so da\u00df ein Mensch seine Zeugungskraft noch nie in seinem Leben freiwillig aktualisierte) noch das blo\u00dfe Unverheiratetsein, sondern den verwirklichten Entschlu\u00df, sich f\u00fcr dauernd geschlechtlich zu enthalten \u201eum der Basileia willen\u201c (Mt 19, 10ff). Diese Jungfr\u00e4ulichkeit gibt es in der Kirche als einen evangelischen Rat und, daraus entsprungen,  als  eigene Lebensform. In ihrem christlichen Wesen kann diese Jungfr\u00e4ulichkeit nicht aus einer rein nat\u00fcrlichen Ethik erkl\u00e4rt werden. Sexuelle Enthaltsamkeit an sich ist kein sittlicher Wert; sie ist letztlich auch nicht zu begr\u00fcnden als aktives Ank\u00e4mpfen gegen die Begierde. Vor Jesus Christus gab es sie nicht, sondern sie wird im NT eindeutig erst aus der mit dem Erscheinen Christi gegebenen Heilssituation abgeleitet. Da diese Entsagung ein tugendliches Verhalten auf die christliche Vollkommenheit hin ist, das seine letzte Seinsbestimmung von der Liebe her erh\u00e4lt, m\u00fcssen der letzte Sinn und die G\u00fcltigkeit der Jungfr\u00e4ulichkeit von der Liebe her bestimmt werden. Darum mu\u00df auch der Verzicht auf positive Werte und G\u00fcter (wie sie das personale eheliche Leben darstellt) den Ausdruck der Liebe an sich tragen. Dies geschieht, wenn der Entsagungscharakter als solcher eine Funktion der Repr\u00e4sentation f\u00fcr die glaubend in Hoffnung ausgreifende Liebe hat. Da\u00df man die Jungfr\u00e4ulichkeit als Ausdruck der Existenzverlagerung aus dieser Welt hinaus ergreifen darf, ist nur durch einen positiven Anruf Gottes (Berufung) erkl\u00e4rbar; von da aus ist der Zusammenhang der Jungfr\u00e4ulichkeit mit dem Tod im allgemeinen und mit dem Tod Jesu ohne weiteres einsichtig, aber auch der Wille Gottes, da\u00df die Kirche die eschatologische Transzendenz der Liebe, die ihr inneres Leben ausmacht, greifbar zur Erscheinung bringe. Dies geschieht sakramental in den Sakramenten, existentiell in der Entsagung. Evangelische R\u00e4te sind ein unaufgebbares Wesensmoment an der Gestalt der Kirche, insofern diese greifbar das darstellen und zur Erscheinung bringen mu\u00df, was sie innerlich lebt: die g\u00f6ttliche Liebe, die die Welt eschatologisch transzendiert (darum die kirchliche Lehre \u00fcber die Jungfr\u00e4ulichkeit: DS 1810 391 ff, NR 744). Daraus folgt aber auch, da\u00df die konkrete Darlebung der Jungfr\u00e4ulichkeit so gestaltet werden mu\u00df, da\u00df sie diese Anzeigenfunktion in dem  jeweiligen  konkreten geschichtlichen Milieu, in dem sie gelebt wird, auch wirklich deutlich aus\u00fcben kann. Die lat. Kirche legt ihren Priestern die Jungfr\u00e4ulichkeit als Lebensform auf und entl\u00e4\u00dft sie (obgleich sie k\u00f6nnte) lebensl\u00e4nglich nicht mehr aus dieser Verpflichtung. Dies erfordert die innere Erf\u00fcllung des \u00e4u\u00dferen Zeichens, damit die Zeichenfunktion nicht durch Herrschsucht, Pr\u00fcderie und Lebensmi\u00dfmut pervertiert werde, es erfordert aber auch die n\u00fcchterne Einsicht, da\u00df es die gr\u00f6\u00dfere Pflicht (g\u00f6ttlichen Rechtes) der Kirche ist, das Ihre zu tun, um zahlenm\u00e4\u00dfig genug Priester zu finden. kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=zoelibat-jungfraeulichkeit","name":"Z\u00f6libat (Jungfr\u00e4ulichkeit)","slug":"zoelibat-jungfraeulichkeit","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/445","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}