{"id":371,"count":28,"description":"Gottesmutter Maria ist die jungfr\u00e4uliche Mutter Jesu Christi. Im freien, ihr von Gottes Gnade geschenktem Jawort ihres Glaubens hat sie den Sohn Gottes empfangen und ihm aus ihrem Scho\u00df jenes Dasein geschenkt, durch das er Glied der einen Menschheit und so deren Erl\u00f6ser werden konnte (Mt 1,18-23; Lk 1,26-38). Infolge der hypostatischen Union des Sohnes Gottes mit der menschlichen, aus Maria empfangenen Natur ist Maria \"die Mutter des Herrn\" (Lk 1,43), die \"Gottesgeb\u00e4rerin\" (II. Vatikanum, Kirche 53; Gottesmutterschaft). So ist die Tat Marias ein zentrales Ereignis der Heilsgeschichte.\r\n\r\n1. Diese Tat wird vom Menschen Maria als Empfang der ankommenden Gnade Gottes getan in echter Partnerschaft mit dem am Menschen handelnden Gott und im Namen der ganzen Menschheit. Obgleich Maria von der neueren Theologie Corredemptrix (lat. = Miterl\u00f6serin) genannt wird, ist gleichzeitig deutlich, da\u00df diese ihre Funktion  von qualitativ anderer Art ist als die des gottmenschlichen Mittlers und Erl\u00f6sers. Indem die Schrift (Jo 19,25-27) Maria zeigt als die Frau schlechthin (die zweite Eva und die Mutter der Erl\u00f6sten) unter dem Kreuz, dem Baum der Erl\u00f6sung, ist erkennbar, da\u00df die Funktion der Heilsempf\u00e4ngnis, die ihr als Mutter Jesu eignet, von ihr durchgetragen wurde durch ihr ganzes Dasein, bis zur ,\"Stunde\" der Erl\u00f6sung (Jo 2,4). Heilsgeschichtlicher Auftrag (Gottesmutterschaft) und pers\u00f6nliche Heiligkeit (Seligkeit des Glaubens) bedingen und entsprechen sich gegenseitig. Wegen dieser ihrer zentralen Stellung in der Heilsgeschichte (als sie selbst heiligende \"Empf\u00e4ngnis\" des Heiles schlechthin f\u00fcr alle) ist Maria f\u00fcr das Glaubensbewu\u00dftsein der katholischen Kirche der absolute, radikale Fall der Erl\u00f6sung des Menschen, die in vollkommener Weise Erl\u00f6ste (II. Vatikanum, Kirche 53) und darum der Urtyp des Erl\u00f6sten und der Kirche \u00fcberhaupt (ebd. 53 63 65), eingeschlossen in dem Willen Gottes zu der erl\u00f6senden und als solcher siegreichen Menschwerdung des Wortes Gottes.\r\n\r\n2. Darum ist Maria von der Erbschuld (siehe Erbs\u00fcnde) bewahrt, indem sie, obzwar Glied der Geschlechts- und Schuldgemeinschaft der Menschheit, wegen ihres Einbegriffenseins in den Willen Gottes zur Erl\u00f6sung durch die \"vorausgesehenen Verdienste Christi\" vom Anfang ihres Daseins an (Unbefleckte Empf\u00e4ngnis) die heiligende Gnade besa\u00df. Aus demselben Grund ist sie stets s\u00fcndenlos und der Begierlichkeit (siehe Begierde) nicht unterworfen. Da\u00df sie den Sohn Gottes ohne Zutun des Mannes empfing, ist ausdr\u00fccklich in der Schrift bezeugt (Jungfr\u00e4ulichkeit vor der Geburt; Mt 1,18 ff; Lk 1,34-35 siehe Jungfrauengeburt). Durch dieses vaterlose und doch einer Mutter entstammende Werden ihres Sohnes tritt greifbar in Erscheinung, da\u00df mit ihm der radikale Neuanfang des Heiles gesetzt und nicht die schuldverstrickte Geschichte der Menschheit fortgesetzt wird, aber doch diese selbst in das Neue hinein erl\u00f6st wird. In dem Sinn und Umfang, da\u00df das Verletzende und Leidvolle der Geburt nach Gn 3,16 Erscheinung der Herrschaft der S\u00fcnde ist, ist Marias Geb\u00e4ren davon ausgenommen (Jungfr\u00e4ulichkeit in der Geburt). Wegen der restlosen \u00dcbereignetheit ihres ganzen Seins und Lebens an den einzigen Dienst Gottes und Jesu Christi (vgl. 1 Kor 7,34), und zwar in der \u00d6ffentlichkeit der Heilsgeschichte und der Kirche, die von Maria repr\u00e4sentiert wird, wei\u00df die katholische Kirche Maria als immer (nach der Geburt) jungfr\u00e4ulich (II. Vatikanum, Kirche 46 63; siehe Br\u00fcder Jesu).\r\n\r\n3. Weil die Heilsgeschichte so schon fortgeschritten ist in ihre endg\u00fcltige Phase des Beginnes der Verkl\u00e4rung auch der materiellen Welt (durch die Auferstehung Jesu; vgl. auch Mt 27,52f), darum bekennt die katholische Kirche, da\u00df Maria als die vollkommene Erl\u00f6ste schon jetzt mit Leib und Seele ihre Vollendung gefunden hat (siehe Aufnahme Marias, II. Vatikanum, Kirche 59). Insofern diejenigen, die das Heil erlangt haben durch die Endg\u00fcltigkeit ihres vollendeten Lebens,  bei Gott f\u00fcr die Gemeinschaft der Heiligen auf Erden eintreten, wird Maria wegen ihrer einmaligen Stellung in der Geschichte des Heils als Mediatrix, die \"Mittlerin aller Gnaden\" (vgl. II. Vatikanum, Kirche 62), verehrt, freilich nicht wie Jesus Christus von erwirkender, sondern von dienstbar erbittender und empfangender Art und, wie das II. Vatikanum sagte, v\u00f6llig von der Mittlerschaft Jesu Christi abh\u00e4ngig (Kirche 60). Die Kirche hat dazu dogmatisch noch nicht Stellung genommen.\r\n\r\n4. Aus dem Leben Marias ist wenig bekannt. Was dar\u00fcber au\u00dferhalb der sp\u00e4rlichen Notizen der Schrift (vgl. Lk 1-2; Mt 1-2; Jo 2,1-11; Mk 3,31-35; Jo 19,25-27: Apg 2,14) berichtet wird, ist legend\u00e4r. Die meisten Angaben \u00fcber Maria verdanken wir Lk 1,26-38. Ihre Abstammung aus dem Haus Davids steht nur fest, wenn die Worte \"verlobt mit einem Mann namens Josef\" in Lk 1,27 nicht zur urspr\u00fcnglichen Quelle geh\u00f6ren (P. Gaechter). Die W\u00fcrde Marias blieb ihrem Volk verborgen, zumal sich ihr Leben dank ihrer legitimen Ehe mit Josef nach den j\u00fcdischen Gesetzen und Sitten abspielte. Maria teilt das religi\u00f6se Leben der Frommen ihres Volkes (Darstellung und Beschneidung des Kindes, Tempelwallfahrt), lebt ein Leben der Arbeit, Armut und der willigen Entgegennahme der undurchschaubaren Verf\u00fcgungen Gottes. W\u00e4hrend des \u00f6ffentlichen Lebens Jesu bewahrt sie nach Jesu Willen eine Haltung, die zeigt, da\u00df nicht die rein leibliche Mutterschaft als solche, sondern die glaubende Erf\u00fcllung des Willens Gottes (auch in dieser Mutterschaft) das Entscheidende ist; sie tritt zur\u00fcck, um in der entscheidenden Stunde Jesu unter seinem Kreuz zu stehen. Sie ist betend in der Gemeinde der J\u00fcnger nach Jesu Weggang. \u00dcber die Umst\u00e4nde ihres Todes ist historisch nichts bekannt. Doch kann (entgegen neuerer Bestreitung durch einzelne katholische Theologen) nicht daran gezweifelt werden, da\u00df sie gestorben ist in der echten Vollendung ihrer irdischen, das Los aller Menschen mittragenden Existenz in der Nachfolge des Sterbens ihres Sohnes, da sie nicht die paradiesische Herrlichkeit, sondern den vollendeten Sieg der Gnade Jesu Christi in der Schwachheit des Fleisches darstellen sollte.\r\n\r\n5. Verehrung. Entsprechend der christlichen M\u00f6glichkeit der Heiligenverehrung \u00fcberhaupt und Marias einzigartiger Stellung in der Heilsgeschichte und in der Gemeinschaft der Heiligen ist sie \"seligzupreisen von allen Geschlechtern\" (Lk 1,48), weil im Preis der Tat Gottes an ihr in einzigartiger Weise der Preis des einen und umfassenden Gro\u00dfen geschieht, das Gott an der Menschheit \u00fcberhaupt getan hat. Als Mutter Gottes kommt ihr besondere religi\u00f6se Verehrung zu, die mit Anbetung nichts zu tun hat (siehe Hyperdulie). kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=gottesmutter-maria","name":"Gottesmutter Maria","slug":"gottesmutter-maria","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/371","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=371"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}