{"id":368,"count":12,"description":"Das Wort \u00abLogik\u00bb kommt vom griechischen Substantiv \u00ablogos\u00bb (Denkverm\u00f6gen, Vernunft, vern\u00fcnftiges Denken) und bedeutet die Lehre vom Denken = Nominaldefinition. Sachlich k\u00f6nnen wir die Logik definieren als die Wissenschaft vom richtigen Denken = Realdefinition. Materialobjekt der Logik ist das Denken, ihr Formalobjekt das richtige Denken. Als richtig bezeichnet man das Denken, das mit den Denkregeln \u00fcbereinstimmt. So untersucht die Logik beispielsweise die Gesetze, nach denen eine Schlussfolgerung zu bilden ist. Die Grundgesetze unseres Denkens sind die obersten Prinzipien oder Axiome: das Kontradiktionsprinzip, das Identit\u00e4tsprinzip, das Prinzip des ausgeschlossenen Dritten und das Prinzip des hinreichenden Grundes (die in der Ontologie zur Behandlung gelangen). In der Logik steht nicht die Wahrheitsf\u00e4higkeit unseres Denkens zur Diskussion. Damit befasst sich die Kritik. Der Logik kommt es auf das richtige Verfahren im Denken an, das der Verstand anwenden muss, um die Wahrheit zu erkennen. Die Logik ist die Philosophie des gedanklichen Seins: ihre Welt ist nicht die extramentale Welt, sondern die Welt der Gedanken. Die Logik ordnet die T\u00e4tigkeit des Verstandes, der die Begriffe, die wir aufgrund der Realit\u00e4t bilden, zueinander in Beziehung setzt. Die Begriffe der Logik (z.B. Gattung, Art, Subjekt, Pr\u00e4dikat, Urteil, Schluss) beziehen sich nicht (direkt) auf Gegenst\u00e4nde der realen, sondern auf Objekte der gedanklichen Ordnung. Die philosophische Logik ist eine Wissenschaft. Dadurch hebt sie sich von der nat\u00fcrlichen Logik ab. Diese ist nichts anderes als die dem menschlichen Verstand angeborene F\u00e4higkeit, korrekt zu denken. Philosophische Logik und nat\u00fcrliche Logik verhalten sich zueinander wie das Vollkommene zum Unvollkommenen: die wissenschaftliche Logik vollendet die nat\u00fcrliche Logik, die - wie die Erfahrung zeigt - zur Untersuchung von schwierigen Dingen nicht ausreicht und auch nicht imstande ist, die Regeln, die sie spontan und somit unreflektiert anwendet, zu begr\u00fcnden. Bei der wissenschaftlichen Logik handelt es sich um eine besondere Technik; sie ist eine Kunst: die Fertigkeit, im Denken richtig vorzugehen. Thomas v. Aquin beschreibt sie als \u00abars ... , quae sit directiva ipsius actus rationis, per quam scilicet homo in ipso actu rationis ordinate, faciliter et sine errore procedat\u00bb (in: Analytica posteriora, I, prooem.)\r\nDie Logik heisst auch Instrumentalphilosophie: sie ist Mittel zum Zweck, Mittel zum Philosophieren. Daher ist ihr indirektes Ziel die Erkenntnis der Wahrheit, obwohl es ihr direkt nur um die Richtigkeit des Denkens geht. Wir m\u00fcssen drei elementare T\u00e4tigkeiten des Verstandes auseinanderhalten, die sich voneinander wesentlich unterscheiden: Begreifen, Urteilen und Schliessen. Dementsprechend gliedert sich die Logik in drei Hauptteile:\r\n- in die Lehre vom Begriff,\r\n- in die Lehre vom Urteil und\r\n- in die Lehre vom Schluss.\r\nQuelle: Von der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen, Dr. Gion Darms, 2012, S. 39-40 (Logik, Einleitung)\r\nLink: https:\/\/www.ifit.website\/?p=3987\r\n\r\nSiehe auch Enzyklika \"Fides et ratio\" von Papst Johannes Paul II.\r\nLink: https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/encyclicals\/documents\/hf_jp-ii_enc_14091998_fides-et-ratio.html","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=vernunft","name":"Vernunft","slug":"vernunft","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}