{"id":361,"count":1,"description":"Pr\u00e4destination (lat. w\u00f6rtlich: Vorherbestimmung) ist der ewige g\u00f6ttliche Willensratschlu\u00df, der sich auf das \u00fcbernat\u00fcrliche Endziel der geistigen Kreatur bezieht (und wird verstanden entweder so, da\u00df begrifflich die Reprobation eine Art der Pr\u00e4destination neben der Pr\u00e4destination zur Herrlichkeit ist, oder als Pr\u00e4destination zur Herrlichkeit der Gegensatz zur Reprobation). Gott als der absolute, allem durch seine freie Tat Wirklichkeit verleihende Grund sieht der Welt in ihrem Gang nicht nur zu, sondern mu\u00df ihn wollen, damit er wird; in diesem Wollen ist er durch nichts bestimmt als durch seine eigene Weise, g\u00fctige Freiheit (die notwendig unbegreiflich und inappellabel ist). Darum gibt es eine Pr\u00e4destination zur Herrlichkeit f\u00fcr die Menschen, die seligwerden (R\u00f6m 8,29 f). Insofern sie sich auf das Ganze des menschlichen Heils bezieht (aus sittlicher guter Entscheidung, die Gott durch seine wirksame Gnade erm\u00f6glicht, und der daraus erfolgenden Herrlichkeit), hat sie die freie Liebe Gottes als alleinigen Grund. Als solche aber will sie die Herrlichkeit des Menschen als abh\u00e4ngige von seiner sittlichen Entscheidung. Dem pilgernden Menschen ist die Pr\u00e4destination, auf den Einzelnen bezogen, unbekannt (Heilsgewi\u00dfheit), aber Gegenstand der festen Hoffnung und des Gebetes. Diese Pr\u00e4destination hebt die Freiheit der Kreatur, ihre Verantwortung und dialogische Partnerschaft zu Gott nicht auf, sondern ist gerade deren Grund, weil Gott gerade das Freie und seinen Akt will. Wo Pr\u00e4destination als Aufhebung der menschlichen Freiheit im Heilswirken verstanden wird, ist der h\u00e4retische Pr\u00e4destinatianismus gegeben. Es gibt keine positive und aktive Pr\u00e4destination zur S\u00fcnde. Eine solche ist mit der Heiligkeit Gottes und seinem allgemeinen Heilswillen unvereinbar und nicht n\u00f6tig, da die S\u00fcndigkeit der s\u00fcndigen Tat als solche, weil Seinsmangel, keine positive g\u00f6ttliche Urs\u00e4chlichkeit erfordert. Gott will nicht die S\u00fcnde, auch wenn er sie vorauswei\u00df, zul\u00e4\u00dft und ihre Strafe positiv will als die Folge der S\u00fcnde, nicht als Grund seines Entschlusses, die S\u00fcnde zuzulassen. Das Geheimnis des Verh\u00e4ltnisses zwischen Allwirksamkeit Gotte? (das die Pr\u00e4destination impliziert) und der eigenst\u00e4ndigen Freiheit der Kreatur ist nur die Fortsetzung (auf der Ebene des Handelns) des Geheimnisses der Koexistenz des unendlichen Seins Gottes mit dem endlichen Seienden, das wahrhaft ist, also verschieden von Gott, und so und darum gerade restlos getragen von Gott. kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=praedestination","name":"Pr\u00e4destination","slug":"praedestination","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}