{"id":270,"count":1,"description":"Polytheismus (G\u00f6tzendienst) ist die Lehre, da\u00df es viele g\u00f6ttliche Wesen gebe. Wegen seines Verweischarakters auf Gott, seiner letzten Unverf\u00fcgbarkeit durch den Menschen, seiner unumfa\u00dfbaren Geheimnishaftigkeit, seines antagonistischen Pluralismus eignet in einem gewissen Sinn jedem Seienden und somit vor allem den gro\u00dfen M\u00e4chten des menschlichen Daseins ein \"numinoser\" und gleichzeitig antagonistisch pluraler Charakter. Wo diese \"M\u00e4chte\" in diesem ihrem Charakteranerkanntwerden, im menschlichen Dasein \"anwesen\", geschieht eine tiefere und richtigere Daseinsinterpretation als dort, wo die physischen Einzelwirklichkeiten nur eud\u00e4monistisch und technisch in primitivem Empirismus (siehe Positivismus) benutzt und vernutzt werden. Diese plurale und antagonistische Erfahrung der \"M\u00e4chte\" ist auch dann noch kein Polytheismus (wohl aber der Grund der M\u00f6glichkeit f\u00fcr solche depravierende Mi\u00dfdeutung der echten Erfahrung), wo wegen Fehlens oder Entzogenseins einer geschichtlich einmaligen Offenbarung und Selbstmitteilung des einen lebendigen Gottes in seiner Transzendenz als Gnade die Begegnung mit Gott als Gott immer schlechthin als nur durch die Vermittlung dieser numinosen M\u00e4chte und in einem Verh\u00e4ltnis zu ihnen als m\u00f6glich erfahren wird. Polytheismus ist aber dann gegeben (als echtes religi\u00f6ses, aber widerg\u00f6ttliches, schuldhaftes Ph\u00e4nomen und nicht nur als schlichte metaphysische Dummheit), wenn Gott als der wahre und welt\u00fcberlegene Grund aller Wirklichkeit und so auch aller \"M\u00e4chte\", die geschaffen sind, mit diesen M\u00e4chten identifiziert wird und diese (soweit \u00fcberhaupt m\u00f6glich) pluralistisch den eigentlichen religi\u00f6sen Akt der absoluten Selbsttranszendierung und Anbetung definitiv an sich ziehen, wobei es dann gleichg\u00fcltig ist, ob der Mensch (ein Volk) viele solche Gott sein wollende G\u00f6tter zu verehren sucht oder nur einen  aus ihnen als \"seinen\" Gott (Henotheismus). Solcher Polytheismus stand nicht am Anfang der Religionsgeschichte. Der Polytheismus der faktischen Religionsgeschichte ist ein letztlich unaufl\u00f6sliches Gemisch der analysierten Haltungen. Er ist daher auch eine bleibende Gefahr jedes religi\u00f6sen Lebens, auch wenn er heute in unthematischerer Form auftritt. Er als Gefahr kann letztlich nur dort \u00fcberwunden werden, wo der geschichtliche konkrete Gott als der absolute erscheint, in der Menschwerdung des Logos, nicht durch rein metaphysische Spekulation, die die Einzigkeit eines letzten Weltgrundes in formaler Abstraktheit erweist (vgl. 1 Kor 8,4-6). kthW\r\n","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=polytheismus","name":"Polytheismus","slug":"polytheismus","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}