{"id":247,"count":4,"description":"Der Mensch ist das Wesen der Erwartung der Zukunft, die Vollendung ist. Er kann sich diese Vollendung, da er sich als Einheit erf\u00e4hrt, nicht einfach als Vollendung der Seele denken, auch wenn er sich das \u201eWie\u201c einer ganzheitlichen Vollendung nicht vorstellen kann.\r\n\r\n1. Die Heilige Schrift des Alten Testaments und das Sp\u00e4tjudentum bezeugen ein erst schrittweises Hervortreten des Glaubens an die Auferstehung des Fleisches, dessen erstes sicheres Zeugnis im Alten Testament Dn 12,1bff ist (weitere Zeugnisse: 2 Makk 7; in den Apokryphen des Alten Testament vor allem als Privileg der Gerechten bezeugt, sp\u00e4ter dann von allen, Guten und B\u00f6sen, ausgesagt). Zur Zeit Jesu wurde die Auferstehung des Fleisches besonders von den Sadduz\u00e4ern bestritten, weil nicht bei Mose bezeugt, die von Jesus aufgrund der Schrift widerlegt wurden (Mk 12, 18-27). Die Auferstehung des Fleisches ist in der Verk\u00fcndigung Jesu, auch Apg 24,15, im Johannesevangelium und in der Apokalypse klar ausgesagt, von Paulus theologisch entfaltet, unter scharfer Ablehnung des hellenistischen Leibverst\u00e4ndnisses (Leib = Grab oder Gef\u00e4ngnis der Seele). Eine Seligkeit beim Herrn ohne den Leib kommt im Neuen Testament \u00fcberhaupt nicht vor. Der Auferstehungsleib des Christen ist nach Paulus pneumatisch (wie die ganze Auferstehung vom Pneuma bestimmt ist), dem Doxa-Leib Jesu Christi gleichgestaltet (Phil 3,21; 1 Kor 15,35 ff), aber analog zum verherrlichten Leib Jesu in einem Zusammenhang mit dem irdischen, wenn auch als verwandelter (1 Kor 15,36ff.51). Von der Auferstehung der Nichtchristen und Nichtgerechten spricht Paulus nicht: er setzt sie aber in der Theologie des Gerichts voraus.\r\n\r\n2. Der Auferstehungsglaube der Christenheit war durch Jahrhunderte von der griechischen Abwertung des Leibes und der individualistischen Seelenheilsorge verdunkelt, ferner vom antiken Weltbild mit der Vorstellung vom Himmel als einem Ort vor und au\u00dferhalb der Heilsgeschichte, an den man aufsteigend auswandern k\u00f6nnte. Gegen seinen Vorg\u00e4nger Johannes XXII. sprach Benedikt XII. als DGL aus, da\u00df die Anschauung Gottes nicht erst nach der (als \u201esp\u00e4ter\" eintretend vorausgesetzten, so aber nicht definierten) Auferstehung eintreten, sondern dem menschlichen Wesensgrund schon vor seinem Vollzug in seine verkl\u00e4rte Leiblichkeit hinein zukommen k\u00f6nne  (DS  1000f;  NR 901-904).\r\n\r\n3. F\u00fcr eine ad\u00e4quate Auffassung von der Auferstehung ist zu beachten, da\u00df \u201eFleisch\u201c in der Schrift den ganzen Menschen in seiner leibhaftigen Wirklichkeit meint (zu einem differierenden Gebrauch vgl. Sarx). Dieser ganze Mensch ist aber in seiner Einheit ein plurales, in mehreren Dimensionen (Materie - Geist, Natur - Person, Aktion - Passion usw.) existierendes Wesen, dessen Vollendung nicht unbedingt in allen Dimensionen \u201egleichzeitig\u201c geschehen mu\u00df. So ist auch denkbar, da\u00df die bleibende Wirklichkeit des personalen Geistes schon im Tod zur unmittelbaren Gottesgemeinschaft gelange und der Verstorbene dennoch mit der Wirklichkeit, dem Geschick und so der Zeit der Welt verbunden bleibe, zumal der personale Geist als Sinn der gesamten Weltwirklichkeit und das Ende der Welt, das nicht das Ende ihres Daseins, wohl aber ihrer Geschichte ist, als Partizipation an der Vollendung des Geistes gesehen werden m\u00fcssen (Zwischenzustand). Vollendet ist diese Vollendung nur in der Einbeziehung jener Dimension, die untrennbar als das Materielle zur Konkretheit des Geistes geh\u00f6rt und als vollendete doch nicht mehr an einer Raumstelle unserer physikalischen R\u00e4umlichkeit gedacht werden mu\u00df. Damit ist nicht gesagt, da\u00df die Auferstehung nicht als ein mit dem Tod bereits beginnender Proze\u00df gedacht werden kann. Zur Auferstehung als Sichtbarwerdung der ganzen Geschichte eines Menschen vgl. Gericht; zur Vollendung auch der menschlichen Gemeinschaften in der Auferstehung vgl. Himmel, Spekulationen \u00fcber den Auferstehungsleib finden ihre Grenze an der Eigenart der biblischen Eschatologie. kthW\r\n","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=auferstehung-des-fleisches","name":"Auferstehung des Fleisches","slug":"auferstehung-des-fleisches","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}