{"id":245,"count":14,"description":"Zeit, Zeitlichkeit\r\nUm zum echten, vollen Begriff der Zeit zu gelangen, darf nicht zuerst an die Uhrzeit gedacht werden, denn diese ist als \u00e4u\u00dferes Zeitma\u00df physikalischer Vorg\u00e4nge dem Zeitlichen in seiner Zeitlichkeit und seiner inneren Zeit \u00e4u\u00dferlich und verdeckt die Tatsache, da\u00df auch das Ma\u00df nur gehandhabt werden kann von einem geistigen Seienden, das von seinem inneren Selbstvollzug her schon wei\u00df, was Zeit ist, und vergleichen kann. Zeit ist zun\u00e4chst einmal die Weise des Werdens endlicher Freiheit: das Kommen von einem unverf\u00fcgbaren Anfang her im eigenen, w\u00e4hlenden Realisieren der als M\u00f6glichkeit gehabten eigenen Wirklichkeit und das Angelangen an der unwiderruflichen, einmaligen Vollendetheit seiner Setzung. Einheit und Auseinandersein dieser Momente ist die Zeit dieses Seienden, die darum nicht das reine Hintereinandergereihtsein von Verschiedenem sind (was gar nicht diese Momente Phasen eines Geschehens sein lie\u00dfe), sondern wahrhaft eine Zeitgestalt bilden. Dieses erfahrene \"Hintereinander\" der Momente l\u00e4\u00dft sich nicht \"erkl\u00e4ren\", d.h. aus Momenten anderer und verstehbarer Art synthetisch aufbauen, weil ja Sein und Erfahrung dieser anderen Elemente unweigerlich wieder unter der Zeitlichkeit st\u00fcnden. Bei dieser unaufhebbaren Eingefangenheit in die erfahrene, aber nicht \u00fcberwindbare Zeit kann ein echter Begriff der Ewigkeit weder erzielt werden, indem man die Zeit ins \"Unendliche\" weiterlaufend denkt (das w\u00e4re immer noch blo\u00dfe Zeit), noch indem man Zeit einfach verneint (da dann nicht klar bliebe, ob ein \"Existierendes minus Zeit\" noch ein realer Begriff ist), sondern in der Reflexion auf jene Endg\u00fcltigkeit, die als Frucht der Zeit in Freiheit gewollt und von diesem Wollen in der Zeit selbst erfahren wird. Insofern diese Momente auseinanderliegen und der Anfang das Ende nicht einfach frei besitzt, sondern inmitten seiner eigenen Erwirkung \"empf\u00e4ngt\", ist die Zeitlichkeit ein Index der Kreat\u00fcrlichkeit. Insofern durch Zeit nicht das Vergangene, sondern das Endg\u00fcltige wird, ist die Zeit positiv die Weise, in der die Kreatur an der Ewigkeit Gottes partizipiert. Die Zeitgestalt des einzelnen biologischen Seienden und die Zeitgestalt, die der Welt als ganzer zukommt (siehe Sch\u00f6pfung, Ende der Welt), zeigen sich von daher als depotenzierte Weisen der inneren Zeit der geistig-personalen Freiheitsgeschichte. - Siehe Ende, Eschatologie, Gericht, H\u00f6lle, Himmel. kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=zeit","name":"Zeit","slug":"zeit","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}