{"id":235,"count":16,"description":"Der Begriff \u201eDienst\u201c hat gem\u00e4ss Duden viele Bedeutungen. Hier ein paar Bedeutungen aus dem Alltag: berufliche Arbeit, T\u00e4tigkeit, Erf\u00fcllung von [beruflichen] Pflichten, Arbeitsverh\u00e4ltnis, Stellung, Amt, T\u00e4tigkeitsbereich (in einem \u00f6ffentlichen Amt), Gruppe von Personen, die bestimmte Aufgaben zu versehen haben, daf\u00fcr bereitstehen, Hilfe[leistung], Beistand; Dienstleistung (Kunstwissenschaft) und \u00fcberwiegend in der gotischen Baukunst verwendetes d\u00fcnnes S\u00e4ulchen, das die Rippen oder Gurte des Kreuzgew\u00f6lbes bzw. die Profile der Arkadenbogen tr\u00e4gt. Als Synonyme zu \u201eDienst\u201c kommen in Frage: Assistenz, Dazutun, Einsatz, Gefallen, Gef\u00e4lligkeit, Hilfe[leistung], Hilfestellung, Liebesdienst, Mitarbeit, Mithilfe, Mitwirkung, Unterst\u00fctzung, Zutun; (gehoben) Beistand; (veraltend) Beihilfe, Aufgabe, Funktion, Gesch\u00e4ft, Pflicht, T\u00e4tigkeit, Verpflichtung; (gehoben) Obliegenheit, Amt, Anstellung, Arbeit, Arbeitsverh\u00e4ltnis, Beruf, Besch\u00e4ftigung, Posten, Rang, Stelle, Stellung; (umgangssprachlich) Job.\r\n\r\nUnter dem T\u00e4tigkeitswort \u201edienen\u201c kommen ebenfalls gem\u00e4ss Duden folgende Bedeutungen in Frage: in abh\u00e4ngiger Stellung [gegen Lohn, Gehalt] bestimmte Pflichten erf\u00fcllen, bestimmte Arbeiten verrichten, bei jemandem Dienst tun, in jemandes Dienst stehen, Milit\u00e4rdienst tun, (gehoben) sich einer Sache oder Person freiwillig unterordnen und f\u00fcr sie wirken; f\u00fcr jemanden, etwas eintreten, n\u00fctzlich, vorteilhaft sein; f\u00fcr etwas bestimmt sein, jemandem behilflich sein, helfen, gebraucht, benutzt, verwendet werden; einen bestimmten Zweck haben oder erf\u00fcllen. Synonym lassen sich folgende Begriffe verwenden: angestellt sein, arbeiten, Dienst machen\/tun, t\u00e4tig sein; (veraltend) in Dienst[en] sein\/stehen, den Milit\u00e4rdienst\/Wehrdienst [ab]leisten, beistehen, eintreten, sich hingeben, unterst\u00fctzen, sich widmen, zur Verf\u00fcgung stehen; (gehoben) Beistand leisten\/gew\u00e4hren, dienlich\/f\u00f6rderlich sein, helfen, n\u00fctzen, n\u00fctzlich\/vorteilhaft sein, sich positiv auswirken, von Vorteil sein, zugutekommen, zustattenkommen; (gehoben) hilfreich sein, assistieren, behilflich sein, helfen, Hilfe leisten, mithelfen, unter die Arme greifen, unterst\u00fctzen, zuarbeiten, zu Hilfe kommen, zur Hand gehen, zur Seite springen\/stehen; (bildungssprachlich) sekundieren, benutzt werden, daf\u00fcr gedacht sein, dazu da sein, den Zweck erf\u00fcllen\/haben, die Funktion haben, gebraucht\/verwendet werden.\r\n\r\nAusser dass die Lehre der Kirche das Amt (siehe Schlagwort \u201eAmt\u201c) vor allem als \u201eDienst\u201c versteht, gibt sie dem Begriff \u201eDienst \u201c im Motu Proprio vom 11. November 2012 \u00fcber den \u201eDienst der Liebe\u201c vom emer. Papst Benedikt XVI. eine v\u00f6llig neue Dimension.  Dort steht in der Einleitung: \u00bbDas Wesen der Kirche dr\u00fcckt sich in einem dreifachen Auftrag aus: Verk\u00fcndigung von Gottes Wort (kerygma-martyria), Feier der Sakramente (leiturgia), Dienst der Liebe (diakonia). Es sind Aufgaben, die sich gegenseitig bedingen und sich nicht voneinander trennen lassen\u00ab (Enzyklika Deus caritas est, 25).\r\n\r\nAuch der \"Dienst der Liebe\" ist ein konstitutives Element der kirchlichen Sendung und unverzichtbarer Ausdruck ihres eigenen Wesens (vgl. ebd.); alle Gl\u00e4ubigen haben das Recht und die Pflicht, sich pers\u00f6nlich daf\u00fcr einzusetzen, das neue Gebot zu leben, das uns Christus hinterlassen hat (vgl. Joh 15,12), und dem modernen Menschen nicht nur materielle Hilfe zu bieten, sondern auch seelische St\u00e4rkung und Heilung (vgl. Enzykl. Deus caritas est, 28). Die Kirche ist auch auf gemeinschaftlicher Ebene zur diakonia der N\u00e4chstenliebe aufgerufen, angefangen von den Ortsgemeinden \u00fcber die Teilkirchen bis zur Universalkirche; darum bedarf es auch einer \u00bbOrganisation als Voraussetzung f\u00fcr geordnetes gemeinschaftliches Dienen\u00ab (vgl. ebd., 20), einer Organisation, die auch institutionelle Formen annimmt.\r\n\r\nIn Bezug auf diese diakonia der N\u00e4chstenliebe hatte ich in der Enzyklika Deus caritas est aufgezeigt, da\u00df es \u00bbder bisch\u00f6flichen Struktur der Kirche entspricht, da\u00df in den Teilkirchen die Bisch\u00f6fe als Nachfolger der Apostel die erste Verantwortung daf\u00fcr tragen\u00ab, da\u00df der Dienst der N\u00e4chstenliebe realisiert wird (Nr. 32) und darauf hingewiesen, da\u00df \u00bbder Kodex des Kanonischen Rechts (C.I.C.) in den Canones \u00fcber das Bischofsamt die karitative Aktivit\u00e4t nicht ausdr\u00fccklich als eigenen Sektor des bisch\u00f6flichen Wirkens behandelt\u00ab (ebd.). Zwar hat \u00bbdas Direktorium f\u00fcr den pastoralen Dienst der Bisch\u00f6fe die Pflicht zu karitativem Tun als Wesensauftrag der Kirche im ganzen und des Bischofs in seiner Di\u00f6zese konkreter entfaltet\u00ab (ebd.), doch es blieb die Notwendigkeit, die oben erw\u00e4hnte Gesetzesl\u00fccke zu schlie\u00dfen, um die Wesentlichkeit des Liebesdienstes in der Kirche und seine konstitutive Beziehung zum Bischofsamt in der kanonischen Rechtsordnung angemessen zum Ausdruck zu bringen. Dabei sollten die rechtlichen Aspekte umrissen werden, die dieser Dienst in der Kirche mit sich bringt, insbesondere dann, wenn er auf organisierte Weise und mit ausdr\u00fccklicher Unterst\u00fctzung der Hirten ausge\u00fcbt wird.\r\n\r\nIn diesem Sinne m\u00f6chte ich mit dem vorliegenden Motu proprio einen organischen normativen Rahmen bereitstellen, der es erleichtert, die verschiedenen organisierten Formen, die der kirchliche Liebesdienst annimmt, nach allgemeinen Kriterien zu ordnen. Dieser Dienst ist schlie\u00dflich eng mit dem diakonalen Wesen der Kirche und des Bischofsamtes verbunden.\r\n\r\nGleichwohl ist es wichtig, sich zu vergegenw\u00e4rtigen, da\u00df \u00bbdie praktische Aktion zu wenig bleibt, wenn in ihr nicht die Liebe zum Menschen selbst sp\u00fcrbar wird, die sich von der Begegnung mit Christus n\u00e4hrt.\u00ab (ebd., 34). Deshalb d\u00fcrfen sich die vielen katholischen Organisationen bei ihrer karitativen T\u00e4tigkeit nicht auf die blo\u00dfe Sammlung oder Verteilung von Geldmitteln beschr\u00e4nken, sondern m\u00fcssen ihre besondere Aufmerksamkeit stets der bed\u00fcrftigen Person selbst widmen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen sie eine wertvolle p\u00e4dagogische Funktion innerhalb der christlichen Gemeinschaft wahrnehmen, indem sie die Erziehung zu gemeinsamem Teilen, zu Respekt und Liebe im Sinne des Evangeliums Christi f\u00f6rdern. Denn das karitative Wirken der Kirche mu\u00df sich auf allen Ebenen der Gefahr entziehen, einfach als eine Variante im allgemeinen Wohlfahrtswesen aufzugehen. (vgl. ebd., 31). \u2026 Weitere Informationen findet man im vatikanischen Originaldokument unter folgendem Link: http:\/\/w2.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/motu_proprio\/documents\/hf_ben-xvi_motu-proprio_20121111_caritas.html\r\n","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=dienst","name":"Dienst","slug":"dienst","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}