{"id":205,"count":2,"description":"Himmel kann in der Theologie in zwei voneinander zu unterscheidenden Bedeutungen gebraucht werden.\r\n\r\n1) Als Bildwort bezeichnet es im Alten Testament (AT) und im Neuen Testament (NT) das Obere \u00fcber der Erde, gem\u00e4\u00df dem antiken Weltbild in Stufen vorgestellt, deren oberste wiederum ganz bildlich als Wohnort Gottes gedacht wird. Schon das AT \"entmythologisiert\" diese Vorstellung, wenn es sagt, da\u00df Himmel und Erde Gott nicht fassen (1 Kg 8,27; Jr 23,24). Im Sp\u00e4tjudentum wird der Himmel ebenfalls bildlich auch als Ort der Geretteten vorgestellt: im Himmel war das Paradies, im Himmel wird das \"himmlische Jerusalem\" sein. Bildlich sagt auch das NT, die Christen sollen nach dem streben, was \"oben\" ist (Kol 3, 1), dort ist ihre Heimat (Phil 3,20; Hebr 13,14). Himmel ist auch Umschreibung des Namens Gottes: \"Basileia der Himmel\" bedeutet daher nicht, da\u00df das NT die endzeitliche Gottesherrschaft r\u00e4umlich in den Himmel verlegt, da sie gekennzeichnet ist durch die verkl\u00e4rende Umwandlung der ganzen Sch\u00f6pfung zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde.\r\n\r\n2) In der Theologie kann Himmel eine Metapher sein f\u00fcr die F\u00fclle des Heils der in Gott endg\u00fcltig geretteten Menschen. Ob dieser Himmel ein \"Ort\" genannt werden kann, ist davon abh\u00e4ngig, in welcher Weise die Materie ebenfalls endg\u00fcltig zu Gott gerettet wird; au\u00dfer der Tatsache (der Auferstehung des Fleisches) ist aber dar\u00fcber nichts geoffenbart. Auf keinen Fall darf dieser Himmel als ein zeitlos existierender Ort vorgestellt werden, \"an\" bzw. \"in\" den man kommt. Dies ergibt sich aus der wesentlich christologischen Struktur des Himmels: der Himmel ist begr\u00fcndet in der \u00dcberm\u00e4chtigung des Todes durch Jesus Christus und in seiner Erh\u00f6hung (siehe Himmelfahrt Jesu), die die Grundbedingungen daf\u00fcr sind, da\u00df das Geschaffene in das Leben Gottes selbst eingehen kann; dieses Bei-Gott-Sein des personalen Gesch\u00f6pfes hei\u00dft wesentlich die Versammlung der Menschheit zum endg\u00fcltigen Leib Jesu Christi, zum \"ganzen Christus\", in Kommunikation mit dem menschgewordenen (und -gebliebenen) Gott; darin bedeutet es auch das \"Wiedersehen\" und Bleiben der in dieser Welt gegr\u00fcndeten menschlichen Beziehungen. Dieses Eingehen in die Einheit mit Gott und der Menschen untereinander bedeutet keinesfalls den Untergang des Einzelnen, da er mitwachsender N\u00e4he Gottes zu um so gr\u00f6\u00dferer Eigenst\u00e4ndigkeit und G\u00fcltigkeit befreit ist. Dies liegt auch in der theologischen Redeweise, die das eigentliche Wesen des Himmels und der Seligkeit in Gott als Anschauung Gottes (so die Thomisten) oder als die radikale Liebe (so die Skotisten) personaler Art zwischen Gott und Gesch\u00f6pf bezeichnet. Nimmt man beides zusammen, so wird auch deutlich, wie die Seligkeit als unterschiedlich vorgestellt werden kann, ohne aufzuh\u00f6ren, restlose Seligkeit zu sein: das von der Gnade Gottes allein endg\u00fcltig Gerettete (das sagt die Theologie auch damit, da\u00df sie das \"Glorienlicht\" als Verwandlung des Menschen notwendig fordert, damit der Mensch \"im Himmel\" sein k\u00f6nne) bleibt bestimmt von dem geschichtlich Erwirkten und Gewordenen und wird in dem geschichtlich erreichten Ma\u00df und \"Format\" ganz von Gott erf\u00fcllt und geliebt. Sosehr der Himmel gegr\u00fcndet ist im Eingang Jesu Christi in seine Herrlichkeit, die eine bleibende G\u00fcltigkeit seiner Menschheit in Gott und die Hineinnahme der nach ihm Gestorbenen in diese Seligkeit und zugleich die Er\u00f6ffnung eines neuen Weltbezuges Jesu und der bei ihm Seienden ist, so sehr mu\u00df gesehen werden, da\u00df \"Himmel\" eine noch wachsende Gr\u00f6\u00dfe ist, da das Heil erst total ist, wenn alles geheilt ist (Welt, Geschichte und Menschen), so da\u00df der Himmel erst mit der Vollendung des Ganzen in Parusie, Gericht und Auferstehung des Fleisches zu seiner Vollendung kommt. kthW\r\n","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=himmel","name":"Himmel","slug":"himmel","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}