{"id":203,"count":2,"description":"H\u00f6lle (nordgermanisch hei = das Totenreich und seine G\u00f6ttin) ist ein volkst\u00fcmlicher Ausdruck f\u00fcr das Nichterlangen der seligen Gemeinschaft mit Gott (siehe Himmel) und die positiven Straffolgen aus dem Zustand endg\u00fcltiger personaler Abwendung von Gott und endg\u00fcltiger personaler Gegens\u00e4tzlichkeit zur g\u00f6ttlichen Ordnung der geschaffenen Wirklichkeiten. \u00dcber diese H\u00f6lle wird vom kirchlichen Lehramt festgestellt, da\u00df es sie gebe (DS 72 76 801 858 1351, NR 919 926 381), da\u00df die Strafe sogleich nach dem Tod (und nicht erst beim Gericht) eintrete (DS 1002, NR 905) und da\u00df sie ewig dauere (DS 411, NR 891). Die Aussagen der Schrift des Neuen Testaments, in dem eine gesonderte St\u00e4tte der Strafe in freier \u00dcbernahme sp\u00e4tj\u00fcdischer Vorstellungen mehr vorausgesetzt als ausdr\u00fccklich ausgesagt wird, sind nach den Prinzipien der Auslegung apokalyptischer und eschatologischer Aussagen in der Schrift auszulegen. Das hei\u00dft: Solche Aussagen sind nicht Reportagen antizipierender Art, als spreche der biblische Bericht gleichsam von der schon eingetretenen Zukunft her, sondern sie wollen das jetzige, gegenw\u00e4rtige Dasein des Menschen vor Gott erhellen. Das Dogma von der H\u00f6lle besagt somit: das Leben des Menschen ist von der realen M\u00f6glichkeit ewigen Scheiterns bedroht, die darin gegeben ist, da\u00df er frei \u00fcber sich verf\u00fcgen und sich so frei Gott verweigern kann. Diese M\u00f6glichkeit des Menschen spricht Jesus direkt aus, wenn er vor den Folgen des eigensinnigen und eigenm\u00e4chtigen Sich-selbst-Verschlie\u00dfens (dem Fehlen der Liebe, nach der gerichtet wird) in Bildern, die der damaligen Zeit gel\u00e4ufig waren, warnt. Er verk\u00fcndet den Ernst der gegenw\u00e4rtigen Situation und die Bedeutung der menschlichen Geschichte, deren Ertrag als vom Menschen g\u00fcltig gewirkt angesehen wird, er weist damit jeden Leichtsinn (siehe Apokatastasis) und jede Oberfl\u00e4chlichkeit in der Beurteilung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Mensch und Gott ab und betont damit gleichsam negativ die ins Eigene und Freie setzende und doch restlose Liebe Gottes. Ob und in welchem Umfang diese M\u00f6glichkeit bei Menschen (vgl. D\u00e4monen) sich tats\u00e4chlich verwirklicht, dar\u00fcber gibt es keine Offenbarung und keine Entscheidung des kirchlichen Lehramtes. Dies w\u00fcrde auch dem Sinn der Botschaft von der M\u00f6glichkeit der H\u00f6lle widersprechen, der nicht in der Informierung und Stillung der Neugierde, sondern in dem Ruf zu Besinnung und Umkehr liegt. Wir haben die S\u00e4tze von der Kraft eines allgemeinen Heilswillens Gottes und von der wahren M\u00f6glichkeit ewiger Verlorenheit unverrechnet nebeneinander zu bekennen, jedoch ohne beide als gleicherma\u00dfen m\u00e4chtig zu behaupten (siehe Heilswille). kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=hoelle","name":"H\u00f6lle","slug":"hoelle","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}