{"id":199,"count":8,"description":"Tugend (sprachverwandt mit Taugen, T\u00fcchtigkeit) ist im weiteren Sinn jede vollkommen entwickelte geistig-seelische F\u00e4higkeit des Menschen (also z.B. auf dem Gebiet der Erkenntnis: dianoetische Tugend), im engeren Sinn die Kraft (Fertigkeit), das sittlich Gute zu verwirklichen, besonders es freudig und beharrlich zu tun, auch unter Opfern und gegen innere und \u00e4u\u00dfere Widerst\u00e4nde. Gegensatz: Laster. Nach Ursprung, Wesen und Ziel unterscheidet man nat\u00fcrliche und \u00fcbernat\u00fcrliche Tugend. Die nat\u00fcrlichen Tugenden gr\u00fcnden in der leiblich-geistigen Natur des Menschen und werden durch best\u00e4ndige \u00dcbung entwickelt (erworbene Tugend); vgl. dazu Habitus. Sie vollenden den nat\u00fcrlichen Charakter und sind die notwendige Gegenwehr gegen die Begierde und die Herrschaft der Triebe. Die wichtigsten (tragenden und zusammenfassenden) nat\u00fcrlichen Tugenden sind die sogenannten Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut, M\u00e4\u00dfigkeit. Im theologischen Sinn sind diese Tugenden nicht \"nat\u00fcrlich\" zu nennen. Insofern durch die \u00fcbernat\u00fcrliche Gnade (als Selbstmitteilung Gottes) das ganze personal-geistige Wesen des Menschen in Erkenntnis und Freiheit von seinem Grunde her auf den dreifaltigen Gott des ewigen Lebens hingeordnet ist und dadurch es dem Menschen erm\u00f6glicht ist, dieses Ziel durch seine von der Gnade erh\u00f6hten Akte zu erstreben in der Annahme dieser Selbstmitteilung Gottes, spricht man von \u00fcbernat\u00fcrlichen, \"eingegossenen\" (d.h. von Gott in der Rechtfertigung als Dynamik der heiligmachenden Gnade gegebenen) Tugenden. Sie stehen nicht \"neben\" den \"nat\u00fcrlichen\" Tugenden, sondern sind deren Finalisierung, d.h., sie richten das religi\u00f6s-sittliche Sein und Tun des Menschen auf die unmittelbare Teilhabe am Leben des dreifaltigen Gottes hin. Schrift (1 Kor 13,13) und Tradition (vgl. DS 1530f, NR 801) heben als \"theologische\", g\u00f6ttliche, drei solcher \u00fcbernat\u00fcrlicher Tugenden hervor, weil sie sich unmittelbar auf Gott beziehen, wie er in sich selbst ist: Glauben, Hoffnung, Liebe. In ihnen und durch sie wirkt Gott selbst in seiner Selbstmitteilung M\u00f6glichkeit und freien Vollzug der Teilhabe am Leben Gottes selbst, indem er die Transzendenz des Menschen in der gehorsamen und liebenden Annahme der Offenbarung so befreit und f\u00fcr sich allein bedeutsam werden l\u00e4\u00dft, da\u00df sie nicht mehr nur die Bedingung der M\u00f6glichkeit der geistigen Erkenntnis endlicher Weltwirklichkeiten ist, sondern als solche selbst ihre eigene Erf\u00fcllung in dem Besitz und der Anschauung Gottes in sich selbst finden kann. kthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=tugend","name":"Tugend","slug":"tugend","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/199","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}