{"id":168,"count":6,"description":"Die objektiven, der Freiheit des Menschen vorgegebenen und diese erm\u00f6glichenden Strukturen der Natur des Menschen, insofern sie in transzendentaler Notwendigkeit auch im Akt der Verneinung (im Erkennen und Handeln) nochmals implizit bejaht werden, bedeuten ebenso viele notwendige objektivierte Normen f\u00fcr das Handeln des Menschen; insofern diese Strukturen vergegenst\u00e4ndlichter Wille Gottes, des Sch\u00f6pfers dieser Natur, sind, wird das  aus ihnen resultierende Gesetz des Sollens auch nat\u00fcrliches Sittengesetz oder (in einem ganz \u00e4ndern Sinn als in der Naturwissenschaft) Naturgesetz genannt. Die sich aus der Natur des Menschen als eines mit Verstand und freiem Willen begabten Wesens unmittelbar von selber ergebende Summe von Rechten und Pflichten hei\u00dft im katholisch ethischen Sinn auch Naturrecht; dessen Ver\u00e4nderlichkeit oder Unver\u00e4nderlichkeit und Erkennbarkeit ist ein wesentliches Thema der griechisch  und  christlichen  Philosophie. Nicht alles, was faktisch am Menschen ist, ist darum auch schon seinsollend; dem Menschen ist von seinem Wesen her ein Bereich von sittlich Indifferentem einger\u00e4umt, weil und insofern er von Natur her angelegt ist auf eine Tat, durch die er sich auch selbst ver\u00e4ndert. Aber jene Strukturen der Wirklichkeiten, die er dort noch einmal implizit bejaht (weil vollzieht), wo er sie verneint: seine Geistigkeit in Wahrheit, seine Freiheit, Bezogenheit auf das Geheimnis, das Gott hei\u00dft, seine Geschichtlichkeit, Zweigeschlechtlichkeit, soziale Bezogenheit auf andere usw., machen sein notwendiges Wesen, seine W\u00fcrde und seine Verpflichtung im nat\u00fcrliches Sittengesetz aus. Insofern diese Natur auf die absolute Verf\u00fcgung Gottes offen ist (Natur und Gnade, Potentia oboedientialis), sind nat\u00fcrlich jene Sollensnormen, die aus der \u00fcbernat\u00fcrlichen Selbstmitteilung Gottes an den Menschen in der Gnade Jesu Christi erflie\u00dfen, von noch h\u00f6herer W\u00fcrde und von gleich absolut verpflichtender Hoheit wie das nat\u00fcrliches Sittengesetz In theologischer Sicht gibt es in der konkreten, von Jesus Christus bestimmten Ordnung keine \u201ereine Natur\". Eine grundlegende Problematik des Naturrechts besteht daher darin, ob ,,Natur\" \u00fcberhaupt als Schl\u00fcsselbegriff f\u00fcr sittliche Weisungen, die f\u00fcr alle Menschen gelten, geeignet ist. Nach katholisch kirchenamtlicher Lehre ist an der Existenz zweier Erkenntnisordnungen, der des Glaubens und der der Vernunft, festzuhalten (DS 3015 3019, NR 38 42f, II. Vat., Kirche\/Welt 59). Wenn und insofern der Mensch die M\u00f6glichkeit hat, mittels seiner Vernunft (die auch beim Nichtchristen nie \u201erein nat\u00fcrliche\" Vernunft ist) sittliche Verhaltensnormen logisch unabh\u00e4ngig von der expliziten Wort-Offenbarung zu erkennen, k\u00f6nnte auf dieser Basis eine operative ethische Einigung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden versucht werden. Es ist jedoch damit zu rechnen, da\u00df bei einem solchen Proze\u00df keine Einigung \u00fcber das erreicht werden kann, was \u201enaturgem\u00e4\u00df\", \u201ezeitlos g\u00fcltig\", \u201ewidernat\u00fcrlich\" oder \u201egeschichtlich relativ\" ist. Das kirchliche Lehramt erhob wiederholt, zuletzt in der Frage der Geburtenplanung, den Anspruch, verbindliche Aussagen \u00fcber Sachverhalte des nat\u00fcrlichen Sittengesetzes aufstellen zu k\u00f6nnen. In solchen F\u00e4llen handelt es sich (als Interpretationen des Liebesgebotes) um authentische \u00c4u\u00dferungen des kirchlichen Lehramts, die nicht an der Unfehlbarkeit partizipieren und die in ihrer Argumentation auf Begr\u00fcndungen aus dem Bereich der Profanwissenschaften und der allgemein menschlichen Vernunft angewiesen sind. - Vgl. weiter Moraltheologie, Bergpredigt, Existentialethik. kthW oder siehe auch KKK unter Nat\u00fcrliches Sittengesetz (Direkter Link: http:\/\/www.vatican.va\/archive\/DEU0035\/_P70.HTM)","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=natuerliches-sittengesetz","name":"Nat\u00fcrliches Sittengesetz","slug":"natuerliches-sittengesetz","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}