{"id":146,"count":2,"description":"Engel (griechisch angelos = Bote) bezeichnet seit dem Mittelalter \u00fcbermenschliche, geschaffene Wesen, \u201ereine\" Geister.\r\n\r\n1) Die Lehre der Schrift. Die Schrift setzt Wesen als bekannt voraus, die je nach ihrer Aufgabe, ihrem Aussehen oder ihrer Beziehung zu Gott \"Engel\" = Boten, \"M\u00e4nner\", \"Heer Jahwes\", \"Heer des Himmels\" genannt werden. In der nachexilischen Zeit werden sie n\u00e4herhin als \"S\u00f6hne  Gottes\", als  \"G\u00f6ttliche\", \"F\u00fcrsten\", \"M\u00e4chte\", \"Geister\" verstanden, die entweder leiblos sind oder nur einen Scheinleib haben. Sie kommen als helfende oder strafende Boten Gottes, sind dem einzelnen Menschen oder dem einzelnen Volke zugeteilt und tragen vielfach einen eigenen Namen (Michael, Gabriel, Raphael, Uriel).\r\nDie neutestamentlichen Aussagen \u00fcber die Engel sind von den sp\u00e4tj\u00fcdischen Engelanschauungen gepr\u00e4gt, sind jedoch im ganzen n\u00fcchterner. Jesus Christus steht  als der zur Rechten Gottes erh\u00f6hte \u00fcber allen Engelwesen; diesen selbst wird die Heilsabsicht Gottes durch die Kirche kund (Eph 3,10). Sie werden folglich im Dienst Christi und seiner J\u00fcnger gesehen (Mt 4. 11; Apg 5,19f), fungieren als Boten an die Menschen im Auftrag des Heilswillens Gottes und werden Jesus Christus beim Letzten Gericht umgeben (vgl. Apk.).\r\n\r\n2) Dogmengeschichtlich. Gegen j\u00fcdisch-apokalyptische und griechische Engelvorstellungen verteidigen die V\u00e4ter die Gesch\u00f6pflichkeit der Engel, die also nicht (wie in verschiedenen Formen der Gnosis) an der Erschaffung der Welt beteiligt (siehe Demiurg), dennoch aber dem Menschen an Macht \u00fcberlegen sind. Erst anl\u00e4\u00dflich einer kirchlichen Lehr\u00e4u\u00dferung durch das IV. Laterankonzil, die die Engel als existierend voraussetzt (DS 800; NR 918), wird die reine Geistigkeit der Engel These der Angelologie (Thomas v. Aquin). Gegen solche, die den personalen Charakter der Engel oder den Wesensunterschied von Geist und Materie in Frage ziehen, wendet sich schlie\u00dflich eine Lehr\u00e4u\u00dferung in j\u00fcngerer Zeit (\"Humani generis\": DS 3891).\r\n\r\n3) Systematisch. Die theologische Lehre \u00fcber die Engel mu\u00df davon ausgehen, da\u00df der inhaltliche, urspr\u00fcngliche Quellpunkt der Engellehre nicht die alttestamentliche oder neutestamentliche Offenbarung Gottes selbst ist, da\u00df die Engel vielmehr in dieser einfach als selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt und in ihrer Existenz erfahren werden (als geschaffene, personale Strukturprinzipien kosmischer Teilordnungen). Die sich auf die Engel beziehende Offenbarung hat dennoch eine wesentliche Funktion, indem die von au\u00dfen kommenden Engelvorstellungen gereinigt werden und das \u00dcbrigbleibende als legitim tradierte Erfahrung des Menschen best\u00e4tigt wird. Die Erw\u00e4hnung von Engeln dient der Erhellung umfassenderer, religi\u00f6s bedeutsamer Wahrheiten: Herrschaft Gottes \u00fcber alles, Gef\u00e4hrdetheit der menschlichen Situation. An Einzelvorstellungen (Namen, Zahl, Rangordnung der Engel usw.) ist die Offenbarung nicht interessiert. Eine theologische Angelologie ist darum eingeordnet in das eine Ereignis, um das alles im Dasein des Menschen geht: um das Kommen Gottes in Jesus Christus in seine Sch\u00f6pfung. Sie hindert den Menschen an einer Verk\u00fcrzung der Dimensionen seiner Mitwelt: er steht in einer umfassenderen Heils- und Unheilsgemeinschaft als blo\u00df der Menschen. Erst von daher ist das Wesen der Engel urspr\u00fcnglichst zu bestimmen: da\u00df sie vom Grund ihres Seins her zur Welt geh\u00f6ren, in einer naturalen Einheit der Wirklichkeit und der Geschichte mit dem Menschen stehen, eine \u00fcbernat\u00fcrliche Heilsgeschichte mit ihm haben, die ihren ersten Entwurf und ihr letztes Ziel (und so auch f\u00fcr die Engel) in Jesus Christus hat. Weil aber theologische Anthropologie und Christologie einen Wesenszusammenhang miteinander haben, mu\u00df die Angelologie auch als inneres Moment an der Christologie begriffen werden: die Engel sind in ihrem Wesen personale Mitwelt des ge\u00e4u\u00dferten und ent\u00e4u\u00dferten Wortes des Vaters, das in einer Person ge\u00e4u\u00dfertes und geh\u00f6rtes Wort ist. Ihre Differenz zu den Menschen m\u00fc\u00dfte als (\"spezifische\") Abwandlung dieses Engeln u. Menschen gemeinsamen (\"generischen\") Wesens begriffen werden,  das selbst zu seiner h\u00f6chsten, gnadenhaften Erf\u00fcllung in dem Wort Gottes kommt. Von da aus sind die Gnade der Engel als Gnade Jesu Christi, Jesus Christus als Haupt der Engel, die urspr\u00fcngliche Einheit der Welt und der Heilsgeschichte mit Engeln und Menschen in ihrer gegenseitigen \u00dcber- und Unterordnung, die Ver\u00e4nderung, die die Rolle der Engel in der Heilsgeschichte erf\u00e4hrt, verst\u00e4ndlich zu machen. Zweifellos hatten die Engel als Momente dieser Welt vor Jesus Christus eine gr\u00f6\u00dfere Vermittlungsfunktion auf Gott hin als heute. - Vgl. auch D\u00e4monen, Gewalten u. M\u00e4chte.\r\nkthW","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=engel","name":"Engel","slug":"engel","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}