{"id":7121,"date":"2016-05-20T22:28:38","date_gmt":"2016-05-20T20:28:38","guid":{"rendered":"https:\/\/ifit.ch\/wordpress\/?p=7121"},"modified":"2021-06-18T15:31:07","modified_gmt":"2021-06-18T13:31:07","slug":"trotz-angst-und-terror-nehmen-katholiken-in-mali-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=7121","title":{"rendered":"Trotz Terror und Angst  nehmen Katholiken in Mali zu"},"content":{"rendered":"<h2>Pater Germain Arama aus Mali im Gespr\u00e4ch mit dem Hilfswerk &#171;Kirche in Not&#187;<\/h2>\n<figure id=\"attachment_7126\" aria-describedby=\"caption-attachment-7126\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Pater-Germain-Arama.jpg\"><img data-opt-id=1922331174  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7126 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Pater-Germain-Arama.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7126\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4hrend eines Besuchs im deutschen K\u00f6nigstein bei Kirche in Not International<\/figcaption><\/figure>\n<p>Pater Germain Arama, \u00d6konom des Bistums <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Mopti,+Mali\/@14.4852553,-4.2108682,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe39105423838e25:0x763c396ada16095!8m2!3d14.4874284!4d-4.1974627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mopti<\/a> in Mali, hat am 21. April 2016 das internationale katholische Hilfswerk <a href=\"http:\/\/www.kirche-in-not.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>Kirche in Not<\/u><\/a> in <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/K%C3%B6nigstein+im+Taunus,+Deutschland\/@50.1945967,8.4281389,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47bda5e88e95a8bb:0xd8b3a1def92347db!8m2!3d50.17874!4d8.47191\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00f6nigstein<\/a>, Deutschland, besucht. Er ist in <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Mopti,+Mali\/@14.4852553,-4.2108682,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe39105423838e25:0x763c396ada16095!8m2!3d14.4874284!4d-4.1974627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Mopti<\/span><\/u><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Mali\/@17.5236983,-8.4810359,6z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe143e881b1073cf:0xbb3a5be2a0bdcf80!8m2!3d17.570692!4d-3.996166\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Mali<\/span><\/u><\/a>, geboren, studierte im Seminar der Hauptstadt <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Bamako,+Mali\/@12.612582,-8.0655533,12z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe51cd1227450a91:0x9e3c40e152506015!8m2!3d12.6392316!4d-8.0028892\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bamako<\/a> und ist als Priester\u00a0noch als\u00a0\u00d6konom t\u00e4tig, in der Di\u00f6zese Mopti, einer Region in <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Mali\/@17.5236983,-8.4810359,6z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe143e881b1073cf:0xbb3a5be2a0bdcf80!8m2!3d17.570692!4d-3.996166\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mali<\/a>, in der rund 3 Millionen Menschen leben. Im folgenden Gespr\u00e4ch, welches\u00a0das p\u00e4pstliche Hilfswerk <a href=\"http:\/\/www.kirche-in-not.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Kirche in Not<\/span><\/u><\/a>\u00a0f\u00fchrte, gibt Pater Germain Auskunft \u00fcber die Situation in seinem Heimatland, in dem seit l\u00e4ngerer Zeit Krieg, Terror und Angst herrschen, so dass sogar die internationale Staatengemeinschaft wie die <a href=\"http:\/\/www.un.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UNO<\/a> zu Hilfe eilen musste, um eine humanit\u00e4re Katastrophe zu verhindern.<!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Kirche in Not<\/em><\/strong>: Pater Germain, wie steht es um die Di\u00f6zese Mopti im Zentralmali vor dem Hintergrund eines \u00fcberwiegend muslimischen Landes, das ersch\u00fcttert wird von den Aufst\u00e4nden der Tuareg und der Bedrohung durch die Dschihadisten?<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Pater Germain<\/em><\/strong>: Es ist eine betr\u00e4chtliche Zunahme der Zahl der Katholiken und gespendeten Sakramente zu verzeichnen. Allein im Jahr 2015 waren es 1.400 Taufen, 674 Firmungen, fast ebenso viele Kommunionen, 140 Eheschliessungen, w\u00e4hrend, um Ihnen eine Idee zu geben, im Jahre 2012 nur 600 bis 700 Taufen gez\u00e4hlt wurden!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>Kirche in Not<\/em><\/strong>: Wie erkl\u00e4rt sich dieses Wachstum?<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Pater Germain<\/em><\/strong>: Wenn die Menschen sehen, wie die Christen leben, was sie f\u00fcr andere tun, sind sie davon \u00fcberzeugt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Sie sagen sich: \u201e<span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Ach, zwar sind sie nicht zahlreich, aber das, was sie machen, ist wirklich lobenswert<\/strong><\/span>.\u201c Zum Grossteil erfolgen die Konvertierungen in eine Richtung: von der traditionellen Religion unserer Vorfahren zum Katholizismus. Eines Tages half zum Beispiel eine Pfarrei Menschen dabei, hier und dort Brunnen zu graben. Als es den Dorfbewohnern bewusst wurde, dass Christen bei der Arbeit waren, konvertierte der animistische Chef mit seiner gesamten zehnk\u00f6pfige Familie zum Katholizismus.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>Kirche in Not<\/em><\/strong>: Ist der Zuwachs der Katholikenanzahl auf die Flucht der Christen vom Norden in dem S\u00fcden zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Pater Germain<\/em><\/strong>: Das glaube ich nicht. Die Christen aus dem Norden, die zu uns geflohen sind, waren nicht zahlreich: f\u00fcnf oder sechs in Kidal, zwanzig in Timbuktu; hundert bis zweihundert Personen in Gao. Sie waren zudem bereits getauft. In diesem Sinne, ja, sie haben die Zahl der Christen in unserer Di\u00f6zese anschwellen lassen, aber nicht die der Getauften.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Steigt die Priesterzahl proportional zu der Zahl der Getauften?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Proportional, so kann man es nicht sagen, aber heute geh\u00f6ren rund dreissig Priester zu meiner Di\u00f6zese, darunter f\u00fcnf junge Priester, die letztes Jahr geweiht wurden, und, wenn alles gut geht, vier, die in den zwei n\u00e4chsten Jahren geweiht werden. Acht sind im Grosseminar. Aber in manchen Regionen gibt es noch viel zu tun. Es gibt immer noch Gebiete, in denen es nur vier Priester f\u00fcr 250 Pfarreien oder Kapellengemeinden gibt!<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_7128\" aria-describedby=\"caption-attachment-7128\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg\"><img data-opt-id=385643050  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7128 size-medium\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:225\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:225\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:768\/h:575\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg 768w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:767\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg 1024w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1441\/h:1080\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ordensschwestern-auf-Motorrad.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7128\" class=\"wp-caption-text\">Ordensschwestern in der Stadt San, Mali, mit einem von Kirche in Not finanzierten Motorrad<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><em>Kirche in Not<\/em><\/strong>: Was sind die spezifischen N\u00f6te Ihrer Di\u00f6zese?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Bereits jetzt z\u00e4hlen wir auf ihre Gebete, wir haben jedoch auch materielle N\u00f6te. Wir haben insgesamt sieben Pfarreien, und in jeder wird eine andere Sprache gesprochen. Eben wurde eine neue Pfarrgemeinde eingeweiht, in der noch kein B\u00fcro eingerichtet ist. Wir haben einen Bedarf an Ausbildung. In manchen D\u00f6rfern gibt es\u00a0vier bis\u00a0f\u00fcnf pr\u00e4chtige Moscheen und wir Katholiken sind in einer Art Schuppen untergebracht. Ebenso ist es notwendig, dass Kongregationen von Ordensschwestern zu uns kommen, um uns bei der pastoralen Arbeit zu unterst\u00fctzen, und daf\u00fcr m\u00fcssen wir in der Lage sein, ihnen ein Obdach zu geben.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_7127\" aria-describedby=\"caption-attachment-7127\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg\"><img data-opt-id=67495697  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7127 size-medium\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:218\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:218\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:768\/h:558\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg 768w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:744\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg 1024w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1487\/h:1080\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Junge-Frauen.jpg 1991w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7127\" class=\"wp-caption-text\">Junge Frauen im Bistum Mopti, Mali<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Inwiefern sind die Ordensfrauen besonders wertvoll?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Besonders wertvoll sind sie f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Frauen. Bei uns sagt man: \u201eDas Haus ist die Dom\u00e4ne der Frau\u201c, sie hat eine sehr wichtige Rolle bei den Kindern und ihrem Ehemann. Sie ist die erste, die aufsteht, und die letzte, die zu Bett geht. Um daran nicht zu verzweifeln, braucht sie Unterst\u00fctzung. Unter ihnen sind auch junge Frauen. In S\u00e9var\u00e9, zum Beispiel, dem Gebiet, wo sich die Schwestern nach der Ernte niederlassen werden, bieten die D\u00f6rfer nicht viele Aktivit\u00e4ten an. Daher gehen alle jungen Frauen in die Stadt, um eine Arbeit zu finden. Sie werden ausgen\u00fctzt, stecken sich mit allen m\u00f6glichen Krankheiten an \u2026 sie brauchen Unterst\u00fctzung.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Gibt es noch Katholiken im Norden des Landes?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Die wenigen \u00dcbriggebliebenen sind vor allem Ausl\u00e4nder: Soldaten aus Frankreich (Operation <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Barkhane\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barkhane<\/a>), der <a href=\"https:\/\/minusma.unmissions.org\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Minusma<\/a>, Blauhelmsoldaten, Togolesen, Ivorer.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Gar keine katholische Malier?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Doch, Verwaltungsangestellte oder Lehrer (wie in der St. Genevi\u00e8ve Schule in Gao). Zu Weihnachten letztes Jahr waren sie mehr als zweihundert. Das Gleiche gilt f\u00fcr Ostern. Ich glaube aber nicht, dass es aus \u00dcberzeugung ist. Sie arbeiten hier aus der Not heraus, um ihr t\u00e4gliches Brot zu verdienen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Wegen der nicht vorhandenen Sicherheit im Norden des Landes hat sich seit 2012 die Kirche, weder in <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Region+Gao,+Mali\/@16.9248229,0.1498498,8z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x11e735cbaab91ef7:0xd9e11f60a19e548b!8m2!3d16.9066332!4d1.5208624\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gao<\/a> noch in <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Timbuktu,+Mali\/@16.7713828,-3.025489,14z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0xe17ce977cbc8733:0x546f01bc8958b7c6!8m2!3d16.7665887!4d-3.0025615\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Timbuktu<\/a>, nicht wirklich wieder eingerichtet: Kein Pfarrhaus und keine dauerhafte Kirche. K\u00f6nnen Sie es best\u00e4tigen?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Es stimmt, es ist eine schwierige Lage. Es gibt Selbstmordattent\u00e4ter, Bomben, die hier und da gelegt werden. Die gesamte pastorale Arbeit ist stillgelegt. Der einzige Priester, der gelegentlich zur Eucharistiefeier kommt, fliegt unter milit\u00e4rischem Schutz mit dem Flugzeug; und, sollte er mit dem Auto kommen, braucht er daf\u00fcr einen ganzen Tag, denn es handelt sich um Entfernungen von mindestens 600 bis zu 700 km. Und es ist ihm unm\u00f6glich, vor Ort zu bleiben. Im Norden verl\u00e4sst du am Morgen deine Familie, wenn du dich auf den Weg zur Arbeit machst, aber\u2026 wirst du am Abend zur\u00fcckkommen, um sie wiederzusehen? Niemand hat die Kontrolle. Christ oder nicht, jeder kann von demselben Schlagstock getroffen werden. Aber ich denke, dass wir weiterhin hoffen und zum Frieden und zur Vers\u00f6hnung einladen m\u00fcssen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Im Norden gab es doch vor einigen Jahren christliche Gemeinden?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Ja, es gab Afrika-Missionare in Gao und Ordensschwestern, die jedoch weggegangen sind. Manche haben Mali verlassen, andere sind in Bamako.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Gibt es immer noch Spannungen zwischen Christen und Muslime im Land?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Christen und Muslime leben von fr\u00fch bis sp\u00e4t Seite an Seite und die Probleme kommen nicht daher. Zu Beginn der Rebellion dachten manche, es sei aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden, in Wirklichkeit war dies aber nicht der Fall. Die Nordregion, Azawad genannt, wollte die Unabh\u00e4ngigkeit und hat die Krise in Libyen genutzt, um Unterst\u00fctzung in ihrem Kampf zu bekommen. Das ist das eigentliche Problem.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Was ist mit den Angriffen der Dschihadisten?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Es gibt zwei Arten von Dschihadisten, zwei unterschiedlichen Ansichten: diejenigen, die sich unter den Rebellen vermengt haben, um die Unabh\u00e4ngigkeit des Azawads zu erlangen, und diejenigen, die unbedingt wollen, dass ganz Mali muslimisch wird. \u00dcbrigens vertragen sie sich untereinander nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Was wurde aus den Anh\u00e4ngern der Scharia in Mali? Sind manche noch im Lande?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Sie wurden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Manche sind tot, man weiss nicht, wo die anderen sind. Vermutlich haben sie sich versteckt oder mussten fliehen: nach Mauretanien, Algerien oder anderswohin. Aber man muss gestehen, dass sich manche immer noch bei uns befinden, mitten unter uns. Manche stammen sogar aus unseren D\u00f6rfern. Daher sind noch Attentate und Selbstmordattent\u00e4ter zu verzeichnen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Welche Herausforderungen stellen sich der Kirche in Zukunft?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Die Vers\u00f6hnung. Die Christen haben Eltern verloren. Die Muslime haben auch hier ein Onkel und da ein Bruder verloren. Es gab so viele Verschw\u00f6rungen! Die Menschen sollten akzeptieren, sich wirklich zu vers\u00f6hnen. Und wenn wir Christen einen anhaltenden Frieden wollen, m\u00fcssen wir durch diese Vers\u00f6hnung gehen. Das ist unumg\u00e4nglich.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Kirche in Not<\/strong><\/em>: Ist Vers\u00f6hnung m\u00f6glich?<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Pater Germain<\/strong><\/em>: Ja, aber die Medien, die noch immer von Anschl\u00e4gen und Spannungen berichten, zeigen, dass wir noch nicht soweit sind. Die katholische Kirche muss die Menschen sensibilisieren, indem sie ihnen sagt, dass Fehler gemacht worden sind, aber dass sich die Welt immer noch dreht. \u2020<\/p><\/blockquote>\n<h2><b>Spenden mit Vermerk \u00abMali\u00bb k\u00f6nnen gerichtet werden an:<\/b><\/h2>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Kirche-in-Not-Logo-70x70.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img data-opt-id=1658698747  decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4966 size-full\" title=\"Kirche in Not\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:70\/h:70\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Kirche-in-Not-Logo-70x70.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"70\" height=\"70\" \/><\/a>Kirche in Not\u00a0Schweiz\/F\u00fcrstentum Liechtenstein<br \/>\n<\/strong>Cysatstrasse 6, 6004 Luzern, Tel. <span id=\"skype_c2c_container\" class=\"skype_c2c_container notranslate\" dir=\"ltr\" tabindex=\"-1\" data-numbertocall=\"+49414104670\" data-numbertype=\"paid\" data-isfreecall=\"false\" data-isrtl=\"false\" data-ismobile=\"false\"><span class=\"skype_c2c_highlighting_inactive_common\" dir=\"ltr\"><span id=\"non_free_num_ui\" class=\"skype_c2c_textarea_span\"><span class=\"skype_c2c_text_span\">041 410 46 70<\/span><\/span><\/span><\/span>; Fax 041 410 31 70 E-Mail: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>mail@kirche-in-not.ch<br \/>\n<\/u><\/a>Internet: <a href=\"http:\/\/www.kirche-in-not.ch\/\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">http:\/\/www.kirche-in-not.ch<\/span><\/u><\/a> Konto PC 60-17200-9; IBAN 55 0900 0000 6001 7200 9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pater Germain Arama aus Mali im Gespr\u00e4ch mit dem Hilfswerk &#171;Kirche in Not&#187; Pater Germain Arama, \u00d6konom des Bistums Mopti in Mali, hat am 21. April 2016 das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not in K\u00f6nigstein, Deutschland, besucht. 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