{"id":6405,"date":"2012-12-08T18:50:42","date_gmt":"2012-12-08T17:50:42","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6405"},"modified":"2024-03-05T11:57:15","modified_gmt":"2024-03-05T10:57:15","slug":"jesus-stand-auf-und-ging-an-einen-einsamen-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6405","title":{"rendered":"Jesus stand auf und ging an einen einsamen Ort"},"content":{"rendered":"<h2>Betrachtung zum\u00a0zweiten Advent von\u00a0Felix Gm\u00fcr, Bischof von Basel<\/h2>\n<p><img data-opt-id=704033251  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6395 size-medium\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:200\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gmuer-1.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:200\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gmuer-1.jpg 200w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:681\/h:1024\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gmuer-1.jpg 681w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:718\/h:1080\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gmuer-1.jpg 1064w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>In seinem zweiten Beitrag der Adventsbetrachtung betonte der Basler Bischof, dass wir uns Zeit f\u00fcr die Besinnung nehmen sollten. Denn der Advent sei nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Umkehr, sondern er sei auch die Zeit der Vorbereitung.\u00a0 Die folgende Adventsbetrachtung von Bischof Gm\u00fcr, die der Bischof von Basel am 8. Dezember 2012 zum zweiten Advent gehalten hat\u00a0, kann gleichzeitig zum Text geh\u00f6rt werden.<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-6405-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gm\u00fcr-zum-2.-Advent-08.12.2012-Radio-Vatikan.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gm\u00fcr-zum-2.-Advent-08.12.2012-Radio-Vatikan.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gm\u00fcr-zum-2.-Advent-08.12.2012-Radio-Vatikan.mp3<\/a><\/audio>\n<p>Liebe H\u00f6rerin, lieber H\u00f6rer!\u00a0 Der Advent l\u00e4dt uns zur Besinnung ein. Finde ich in Jesus Christus den Sinn des Lebens? Glaube ich, dass Jesus Christus Gottessohn ist, dass sich in ihm das Antlitz Gottes zeigt, die G\u00fcte Gottes sichtbar wird? Und richte ich mein Leben darauf aus? Die Adventszeit f\u00fchrt uns in der Besinnung zu Gott und damit zu uns selbst. Daf\u00fcr brauchen wir aber Zeit. <!--more-->Die Konzentration auf das eigene Innenleben geht nicht schnell, und schon gar nicht automatisch. Wir haben nur die Zeit, die wir uns nehmen. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen Zeitfenster m\u00fcssen wir uns reservieren, sonst wird die Zeit unweigerlich anders ausgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Nun merken wir, dass uns die Adventszeit zwar zur Besinnung einl\u00e4dt, aber dass wir ja auch vielf\u00e4ltig eingespannt sind. Denn der Advent ist nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Umkehr, sondern sie ist auch die Zeit der Vorbereitung. Das Fest von Weihnachten will gut geplant sein. Wir wollen uns zur\u00fcsten. Sicher geh\u00f6rt dazu die innere, die geistliche Vorbereitung. Doch auch Aspekte, die uns vielleicht \u00e4u\u00dferlich scheinen, geh\u00f6ren dazu. Auch wenn wir hoffentlich nicht mit Geschenken \u00fcbertreiben, das Weihnachtsessen nicht wichtiger nehmen als die Christmette: Ohne Vorbereitungen geht es nicht.<\/p>\n<p>Hier scheint ein Konflikt auf. Besinnung braucht Abstand, Alleinsein, Zeit f\u00fcr sich selbst. Vorbereitung f\u00fcr das gemeinsame Fest spannt uns hingegen ein. Wie gehen wir damit um? Auch Jesus kannte diese Art von Konflikt. Der Evangelist Markus schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn aller Fr\u00fche, als es noch dunkel war, stand Jesus auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten D\u00f6rfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galil\u00e4a, predigte in den Synagogen und trieb die D\u00e4monen aus.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Markus1.35-39\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mk 1,35-39<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Jesus ist in Kafarnaum sehr eingespannt. In kurzer Zeit und auf engem Raum lehrt er, vollf\u00fchrt einen Exorzismus in der Synagoge, richtet danach die Schwiegermutter Simons im Haus von Simon und Andreas auf, heilt sp\u00e4ter Kranke an der T\u00fcr und bannt schlie\u00dflich D\u00e4monen. Jesus ist immer unter Leuten und st\u00e4ndig in Gesellschaft. Nun will er einmal zur Ruhe kommen. Er will beten. Das will er in dieser Situation alleine tun. Er zieht sich also zur\u00fcck. Was in unserer deutschen Bibel harmlos \u00fcbersetzt wird mit den Worten: \u201eund ging an einen einsamen Ort\u201c, wird im griechischen Originaltext mit zwei Verben umschrieben und betont. Der griechische Text sagt: \u201eEr ging hinaus und er ging weg an einen einsamen Ort\u201c. Um zu wahrer Besinnung zu kommen, ist es n\u00f6tig, sich vom Gewohnten wirklich wegzubewegen, vom Alltag Abstand zu nehmen, sich eine Zeit f\u00fcr sich alleine zu reservieren. Das ist ein adventlicher Akt. Alleine zu sein, hei\u00dft aber nicht, dass Jesus einsam ist. Im Gegenteil: Er betet. Er stellt sich in die Gegenwart Gottes. In seiner Gegenwart kommt Jesus zur Ruhe. Uns geht es gleich: Nehmen wir uns Zeit, uns ein St\u00fcckweit abzusondern vom ruhelosen Gang des Alltags, k\u00f6nnen wir beten und in dieser Besinnung zur Ruhe kommen in Gottes Gegenwart.<\/p>\n<p>Es ist interessant zu sehen, dass es Jesus \u00e4hnlich geht wie uns in der Adventszeit. Er wird schnell vom Alltag eingeholt, so wie wir allzu oft und allzu schnell wieder in den Alltag zur\u00fcckgeworfen werden. Petrus und seine Begleiter forschen intensiv nach Jesus. Sie laufen ihm eilends nach und behaupten, als sie ihn finden, dass er von allen gesucht w\u00fcrde. Ob man den J\u00fcngern teilweise selbsts\u00fcchtige Motive unterstellen muss, ist unerheblich. Tatsache ist, dass Jesus aus seiner Einkehr und seinem Beten herausgerissen wird. Und wie reagiert er? \u00c4rgert er sich? Weist er die Suchenden zur\u00fcck? Weit gefehlt! Er nimmt die J\u00fcnger mit, geht mit ihnen an andere Orte und tut dort das, wozu er gekommen ist: Er verk\u00fcndet die Frohe Botschaft vom Reich Gottes.<\/p>\n<p>Typisch Jesus! Er geht auf die J\u00fcnger ein, nimmt sie an der Hand, zeigt sich verst\u00e4ndnisvoll. Dadurch zeigt er uns, dass die Konzentration auf sich selber Grenzen hat. Selbstgen\u00fcgsamkeit ist keine Eigenschaft des christlichen Glaubens. Vielmehr ist die Unf\u00e4higkeit, \u00fcber sich selbst hinauszublicken, ein Hindernis f\u00fcr den Glauben. Glaube ist doppelte, ja vielf\u00e4ltige Beziehung; er ist das offene Tor auf den Anderen hin. Der Andere ist der N\u00e4chste: Es ist Gott, dem ich mich im Gebet \u00f6ffne, es ist der Mensch, der mir begegnet und auf den ich eingehe.<\/p>\n<p>Der Advent \u00f6ffnet uns Christinnen und Christen jedes Jahr neu die T\u00fcr zu Gott. Er \u00f6ffnet jedes Jahr neu die T\u00fcr zu den Menschen. Er ist eine Zeit der Ruhe und Besinnung, die sich nach innen richtet, und er ist eine Zeit der Begegnung mit dem N\u00e4chsten, meinem Mitmenschen, Gesch\u00f6pf Gottes wie ich, die sich nach au\u00dfen richtet. Deshalb ist die Adventszeit eine spannende Zeit. Wir leben die Spannung von Innen und Au\u00dfen, von Ruhe und Hektik, von Dasein und R\u00fcckzug. Wir erleben diese Spannung in der Gewissheit, die uns der Glaube schenkt: Gott ist immer da, Jesus Zeit hat Zeit f\u00fcr mich in allen Situationen. Die Adventszeit ist eine gesegnete Zeit!<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Radio Vatikan: <a href=\"https:\/\/www.archivioradiovaticana.va\/storico\/2012\/12\/08\/adventsbetrachtung_von_bischof_gm%C3%BCr_wir_brauchen_zeit_f%C3%BCr_gott\/ted-645843\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Audiodokument Artikel 645843<\/a><\/li>\n<li>iFIT Kirchenportal (Archive) Audio-Datei:\u00a0<a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bischof-Felix-Gm\u00fcr-zum-2.-Advent-08.12.2012-Radio-Vatikan.mp3\">Bischof Felix Gm\u00fcr zum 2. Advent 08.12.2012 MP3<\/a><\/li>\n<li>Betrachtung zum ersten Advent 2012 (Blog-Artikel): <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6393\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kehrt um und glaubt an das Evangelium<\/a><\/li>\n<li>Betrachtung zum dritten Advent 2012 (Blog-Artikel): <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6414\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Was immer du tust, tue es mit Bedacht, und bedenke das Ende!<\/a><\/li>\n<li>Betrachtung zum vierten Advent 2012 (Blog-Artikel): <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6421\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gott kommt in Jesus Christus un\u00fcberbietbar nahe zu uns<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrachtung zum\u00a0zweiten Advent von\u00a0Felix Gm\u00fcr, Bischof von Basel In seinem zweiten Beitrag der Adventsbetrachtung betonte der Basler Bischof, dass wir uns Zeit f\u00fcr die Besinnung nehmen sollten. 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