{"id":6248,"date":"2015-11-18T21:41:14","date_gmt":"2015-11-18T20:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6248"},"modified":"2021-06-18T15:35:42","modified_gmt":"2021-06-18T13:35:42","slug":"jahr-der-barmherzigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6248","title":{"rendered":"Das ausserordentliche Jubeljahr der Barmherzigkeit"},"content":{"rendered":"<h2>Ereignisse, Katechesen und\u00a0Schreiben der r\u00f6misch-katholischen Kirche<\/h2>\n<figure id=\"attachment_6254\" aria-describedby=\"caption-attachment-6254\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Übergabezeremonie-der-Bulle-Misericordiae-vultus.jpeg\"><img data-opt-id=1470910837  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6254 size-medium\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:200\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Übergabezeremonie-der-Bulle-Misericordiae-vultus.jpeg\" alt=\"Bild: Vatikan\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:200\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/\u00dcbergabezeremonie-der-Bulle-Misericordiae-vultus.jpeg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:682\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/\u00dcbergabezeremonie-der-Bulle-Misericordiae-vultus.jpeg 1024w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1280\/h:853\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/\u00dcbergabezeremonie-der-Bulle-Misericordiae-vultus.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6254\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcbergabezeremonie der Bulle Misericordiae vultus<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit \u00dcbergabezeremonie der Bulle \u201e<a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/papa-francesco_bolla_20150411_misericordiae-vultus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Misericordiae vultus<\/a>\u201c k\u00fcndigte Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit am 11. April 2015, dem Vorabend des zweiten Sonntags in der Osterzeit, offiziell an. Bei der Feierlichkeit, die er im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes er\u00f6ffnete, betonte er, dass Gott allm\u00e4chtig und barmherzig sei und dass er uns vor der heiligen Pforte der Petrusbasilika im Namen seines Sohnes versammle, um uns Gnade und Barmherzigkeit zu geben. Die Pforte werde aber erst am 8. Dezember 2015 ge\u00f6ffnet. Er \u00fcberreichte die Bulle \u201e<a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/papa-francesco_bolla_20150411_misericordiae-vultus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Misericordiae vultus<\/a>\u201c stellvertretend f\u00fcr die ganze Weltkirche den Vertretern der Bischofs-, der Ostkirchen- und der Missionskongregation sowie den Erzpriestern der Papstbasiliken, wo \u00fcberall auch heiligen Pforten sind. Mit der Bulle wurde das ausserordentliche Jubeljahr der Barmherzigkeit er\u00f6ffnet. Der Heilige Geist sei eine Gabe des Auferstandenen, Jesus Christus, der unser Leben auf die F\u00fcrsprache der seligen Jungfrau Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, erneuere, sagte der Papst in der Einleitung. Die folgende Zusammenfassung stammt aus der Vesper vom 11. April 2015, die von <a href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radio Vatikan<\/a>\u00a0kommentiert und\u00a0<a href=\"http:\/\/ewtn.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EWTN<\/a>, <a href=\"http:\/\/www3.k-tv.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K-TV<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.radiogloria.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radio Gloria<\/a>, <a href=\"http:\/\/radiomaria.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radio Maria \u00d6sterreich<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.radiomaria.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radio Maria Schweiz<\/a> und <a href=\"http:\/\/radiomaria.bz.it\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radio Maria S\u00fcdtirol <\/a>\u00fcbertragen wurde (<a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/papa-francesco_bolla_20150411_misericordiae-vultus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>Original<\/u><\/a>).<!--more--><\/p>\n<h3>Verk\u00fcndigungsbulle des Ausserordentlichen Jubil\u00e4ums der Barmherzigkeit &#8211; Misericordiae Vultus<\/h3>\n<figure id=\"attachment_6255\" aria-describedby=\"caption-attachment-6255\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Papst-Franziskus-vor-der-heiligen-Pforte.jpeg\"><img data-opt-id=363733994  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6255 size-medium\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:200\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Papst-Franziskus-vor-der-heiligen-Pforte.jpeg\" alt=\"Bild: Vatikan\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:200\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Papst-Franziskus-vor-der-heiligen-Pforte.jpeg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:800\/h:533\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Papst-Franziskus-vor-der-heiligen-Pforte.jpeg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6255\" class=\"wp-caption-text\">Papst Franziskus vor der heiligen Pforte<\/figcaption><\/figure>\n<p>Franziskus, Bischof von Rom, Diener der Diener Gottes, erbittet allen Lesern dieses Schreibens Gnade Barmherzigkeit und Frieden. Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Das Geheimnis des christlichen Glaubens scheint in diesem Satz auf den Punkt gebracht zu sein. In Jesus von Nazareth ist die Barmherzigkeit des Vaters lebendig und sichtbar geworden und hat ihren H\u00f6hepunkt gefunden. Der Vater, der \u00bbvoll des Erbarmens\u00ab ist (Eph 2,4), der sich Mose als \u00bbbarmherziger und gn\u00e4diger Gott, langm\u00fctig, reich an Huld und Treue\u00ab (Ex 34,6) offenbart hatte, hat nie aufgeh\u00f6rt auf verschiedene Weise und zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte seine g\u00f6ttliche Natur mitzuteilen. Als aber die \u00bbZeit erf\u00fcllt war\u00ab (Gal 4,4), sandte Er, seinem Heilsplan entsprechend, seinen Sohn, geboren von der Jungfrau Maria, um uns auf endg\u00fcltige Weise seine Liebe zu offenbaren. Wer Ihn sieht, sieht den Vater (vgl. Joh 14,9). Jesus von Nazareth ist es, der durch seine Worte und Werke und durch sein ganzes Dasein die Barmherzigkeit Gottes offenbart.<\/p>\n<p>Dieses Geheimnis der Barmherzigkeit gilt es stets neu zu betrachten. Es ist Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens. Es ist Bedingung unseres Heils. Barmherzigkeit \u2013 in diesem Wort offenbart sich das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Barmherzigkeit ist der letzte und endg\u00fcltige Akt, mit dem Gott uns entgegentritt. Barmherzigkeit ist das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen. Barmherzigkeit ist der Weg, der Gott und Mensch vereinigt, denn sie \u00f6ffnet das Herz f\u00fcr die Hoffnung, dass wir, trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld, f\u00fcr immer geliebt sind.<\/p>\n<p>Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden. Genau darum habe ich ein au\u00dferordentliches Jubil\u00e4um der Barmherzigkeit ausgerufen. Es soll eine Zeit der Gnade f\u00fcr die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gl\u00e4ubigen st\u00e4rker und wirkungsvoller zu machen.<\/p>\n<p>Das Heilige Jahr wird am 8. Dezember 2015, dem Hochfest der ohne Erbs\u00fcnde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, er\u00f6ffnet. Dieses liturgische Fest weist darauf hin, wie Gott seit Anbeginn unserer Geschichte gehandelt hat. Am darauffolgenden Sonntag, dem 3. Advent, wird die Heilige Pforte in der Bischofskirche von Rom, der Basilika Sankt Johannes im Lateran, ge\u00f6ffnet. Nach und nach folgen die anderen Papstbasiliken in Rom. F\u00fcr den gleichen Sonntag lege ich fest, dass in allen Teilkirchen entweder in der Bischofskirche, die die Mutter aller Kirchen im Bistum ist, oder in der Konkathedrale oder in einer anderen Kirche mit herausragender Bedeutung f\u00fcr die Dauer des Heiligen Jahres ebenfalls eine Pforte der Barmherzigkeit ge\u00f6ffnet werde. An diesen heiligen Orten machen ja tats\u00e4chlich viele Pilger die Erfahrung der Gnade, die sie im Herzen trifft und zur Umkehr f\u00fchrt. Jede Teilkirche ist also direkt in dieses Heilige Jahr einbezogen und m\u00f6ge es als einen Moment au\u00dferordentlicher Gnade und spiritueller Erneuerung leben. Dieses Jubil\u00e4um wird daher in Rom gefeiert wie in den Teilkirchen und wird damit zum sichtbaren Zeichen der Gemeinschaft der ganzen Kirche.<\/p>\n<p>Ich habe den 8. Dezember als Er\u00f6ffnungstermin gew\u00e4hlt, weil er eine gro\u00dfe Bedeutung in der j\u00fcngsten Kirchengeschichte hat. Ich werde n\u00e4mlich die Heilige Pforte genau f\u00fcnfzig Jahre nach dem Ende des II. Vatikanischen \u00d6kumenischen Konzils \u00f6ffnen. Die Kirche sp\u00fcrt das Verlangen, diesen Moment lebendig zu erhalten. F\u00fcr sie begann damals ein neuer Weg in ihrer Geschichte. Die Konzilsv\u00e4ter hatten stark \u2013 wie ein wahres Wehen des Geistes \u2013 die Notwendigkeit versp\u00fcrt, zu den Menschen ihrer Zeit in einer verst\u00e4ndlicheren Weise von Gott zu sprechen. Mauern, die die Kirche allzu lange in einer privilegierten Festung eingeschlossen hatten, wurden eingerissen, und die Zeit war gekommen, um das Evangelium auf neue Weise zu verk\u00fcnden. Eine neue Etappe der immer anstehenden Evangelisierung hatte begonnen. Eine neue Verpflichtung f\u00fcr alle Christen, mit verst\u00e4rktem Enthusiasmus und voller \u00dcberzeugungskraft Zeugnis f\u00fcr ihren Glauben abzulegen.<\/p>\n<p>Das Jubil\u00e4umsjahr endet mit dem Christk\u00f6nigssonntag am 20. November 2016. Wenn wir an diesem Tag die Heilige Pforte schlie\u00dfen, werden unsere Gef\u00fchle von dankbarer Ergebenheit gegen\u00fcber der Allerheiligsten Dreifaltigkeit bestimmt sein, dass sie uns eine solche besondere Zeit der Gnade geschenkt hat. Wir werden dann das Leben der Kirche, die gesamte Menschheit und den unermesslichen Kosmos der Herrschaft Christ anvertrauen mit der Bitte, dass seine Barmherzigkeit sich wie der Morgentau auf die Geschichte lege und sie fruchtbar werden lasse mit dem Einsatz aller f\u00fcr die unmittelbare Zukunft.<\/p>\n<p>Wenn wir den Blick auf Jesus und auf sein barmherziges Antlitz richten, sehen wir die Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Sendung, die Jesus vom Vater erhalten hatte, war es, das Geheimnis der g\u00f6ttlichen Liebe in seiner ganzen F\u00fclle zu offenbaren. Seine Person ist nichts anderes als Liebe, eine sich schenkende Liebe. Seine Beziehungen zu den Menschen, die ihn umgeben, sind einzigartig und unwiederholbar. Seine Zeichen, gerade gegen\u00fcber den S\u00fcndern, Armen, Ausgesto\u00dfenen, Kranken und Leidenden, sind ein Lehrst\u00fcck der Barmherzigkeit. Alles in Ihm spricht von Barmherzigkeit. Nichts in Ihm ist ohne Mitleid.<\/p>\n<p>Der Tragebalken, der das Leben der Kirche st\u00fctzt, ist die Barmherzigkeit. Ihr gesamtes pastorales Handeln sollte umgeben sein von der Z\u00e4rtlichkeit, mit der sie sich an die Gl\u00e4ubigen wendet; ihre Verk\u00fcndigung und ihr Zeugnis gegen\u00fcber der Welt k\u00f6nnen nicht ohne Barmherzigkeit geschehen. Die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirche f\u00fchrt \u00fcber den Weg der barmherzigen und mitleidenden Liebe. Vielleicht haben wir es f\u00fcr lange Zeit vergessen, auf den Weg der Barmherzigkeit hinzuweisen und ihn zu gehen. Auf der einen Seite hat die Versuchung, stets und allein die Gerechtigkeit zu fordern, uns vergessen lassen, dass diese nur der erste Schritt ist. Dieser Schritt ist zwar notwendig und unerl\u00e4sslich, aber die Kirche muss dar\u00fcber hinausgehen, um eines h\u00f6heren und bedeutungsvolleren Zieles willen.<\/p>\n<p>Die erste Wahrheit der Kirche ist die Liebe Christi. Die Kirche macht sich zur Dienerin und Mittlerin dieser Liebe, die bis zur Vergebung und zur Selbsthingabe f\u00fchrt. Wo also die Kirche gegenw\u00e4rtig ist, dort muss auch die Barmherzigkeit des Vaters sichtbar werden. In unseren Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen und Bewegungen, d.h. \u00fcberall wo Christen sind, muss ein jeder Oasen der Barmherzigkeit vorfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesem Heiligen Jahr k\u00f6nnen wir die Erfahrung machen, wie es ist, wenn wir unsere Herzen \u00f6ffnen f\u00fcr alle, die an den unterschiedlichsten existenziellen Peripherien leben, die die moderne Welt in oft dramatischer Weise hervorbringt. Wie viele prek\u00e4re Situationen und wie viel Leid gibt es in unserer Welt! Wie viele Wunden sind in das Fleisch so vieler Menschen gerissen, die keine Stimme mehr haben, weil ihr Schrei, aufgrund der Teilnahmslosigkeit der reichen V\u00f6lker, schwach geworden oder gar ganz verstummt ist. In diesem Jubil\u00e4um ist die Kirche noch mehr aufgerufen, diese Wunden zu behandeln, sie mit dem \u00d6l des Trostes zu lindern, sie mit der Barmherzigkeit zu verbinden und sie mit der geschuldeten Solidarit\u00e4t und Achtung zu heilen.<\/p>\n<p>Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass die Christen w\u00e4hrend des Jubil\u00e4ums \u00fcber die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit nachdenken. Das wird eine Form sein, unser Gewissen, das gegen\u00fcber dem Drama der Armut oft eingeschlafen ist, wachzur\u00fctteln und immer mehr in die Herzmitte des Evangeliums vorzusto\u00dfen, in dem die Armen die Bevorzugten der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit sind.<\/p>\n<p>Das Wort der Vergebung m\u00f6ge alle erreichen und die Einladung, die Barmherzigkeit an sich wirken zu lassen, lasse niemanden unber\u00fchrt. Mein Ruf zur Umkehr richtet sich mit noch gr\u00f6\u00dferem Nachdruck an alle Menschen, die aufgrund ihrer Lebensf\u00fchrung fern sind von Gott. Ich denke hier besonders an die M\u00e4nner und Frauen, die einer kriminellen Vereinigung angeh\u00f6ren, welche auch immer diese sei. Zu eurem eigenen Wohl bitte ich euch: \u00c4ndert euer Leben! Ich bitte euch im Namen des Sohnes Gottes, der \u2013 obwohl er gegen die S\u00fcnde gek\u00e4mpft hat \u2013 nie einen S\u00fcnder zur\u00fcckgewiesen hat.<\/p>\n<p>Dieselbe Einladung richte ich an die F\u00f6rderer und Komplizen der Korruption. Diese schw\u00e4rende Wunde der Gesellschaft ist eine schwere himmelschreiende S\u00fcnde, denn sie untergr\u00e4bt das Fundament des Lebens des Einzelnen und der Gesellschaft. Die Korruption nimmt Menschen die Hoffnung auf die Zukunft, denn in ihrer R\u00fccksichtslosigkeit und Gier zerst\u00f6rt sie die Zukunftspl\u00e4ne der Schwachen und erdr\u00fcckt die Armen. Es ist ein \u00dcbel, dass damit beginnt, sich in allt\u00e4glichen, kleinen Dingen einzunisten, um sich dann soweit auszubreiten, wie es dann manchmal in den gro\u00dfen Skandalen sichtbar wird.<\/p>\n<p>Das ist der Augenblick, um sich im Herzen anr\u00fchren zu lassen. Angesichts des begangenen \u00dcbels, auch angesichts schwerer Verbrechen, ist der Zeitpunkt gekommen, das Weinen der unschuldigen Menschen zu h\u00f6ren, die man ihrer G\u00fcter, ihrer W\u00fcrde, der Zuneigung oder gar des Lebens selbst beraubt hat. Gott wird nicht m\u00fcde, die Hand auszustrecken. Er ist immer bereit zuzuh\u00f6ren, und auch ich sowie meine Mitbr\u00fcder im Bischofs- und Priesteramt sind es. Es gen\u00fcgt nur, die Einladung zur Umkehr anzunehmen und sich der Gerechtigkeit zu unterwerfen, w\u00e4hrend die Kirche die Barmherzigkeit anbietet.<\/p>\n<p>Die Barmherzigkeit ist auch \u00fcber die Grenzen der Kirche hinaus bedeutsam. Sie verbindet uns mit dem Judentum und dem Islam, f\u00fcr die sie eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes darstellt. Dieses Jubil\u00e4umsjahr, das wir im Geist der Barmherzigkeit leben, mag die Begegnung mit diesen Religionen und mit anderen ehrw\u00fcrdigen religi\u00f6sen Traditionen f\u00f6rdern. Es mache uns offener f\u00fcr den Dialog, damit wir uns besser kennen und verstehen lernen. Es \u00fcberwinde jede Form der Verschlossenheit und Verachtung und vertreibe alle Form von Gewalt und Diskriminierung.<\/p>\n<p>Unser Gedanke richtet sich nun auf die Mutter der Barmherzigkeit. Ihr liebevoller Blick begleite uns durch dieses Heilige Jahr, damit wir alle die Freude der Z\u00e4rtlichkeit Gottes wiederentdecken k\u00f6nnen. Kein anderer hat so wie Maria die Tiefe des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes kennen gelernt. Ihr ganzes Leben war gepr\u00e4gt von der Gegenwart der fleischgewordenen Barmherzigkeit. Richten wir an sie das uralte und doch stets neue Gebet des Salve Regina, dass sie nie m\u00fcde werde, uns ihre barmherzigen Augen zuzuwenden, und uns w\u00fcrdig mache, das Antlitz der Barmherzigkeit zu betrachten, ihren Sohn Jesus Christus.<\/p>\n<p>Ein au\u00dferordentliches Heiliges Jahr also, um im Alltag die Barmherzigkeit zu leben, die der Vater uns von Anbeginn entgegenbringt. Lassen wir uns in diesem Jubil\u00e4um von Gott \u00fcberraschen. Er wird nicht m\u00fcde, die T\u00fcr seines Herzens offen zu halten und zu wiederholen, dass er uns liebt und sein Leben mit uns teilen will. Die Kirche sp\u00fcrt die dringende Notwendigkeit, Gottes Barmherzigkeit zu verk\u00fcnden. Ihr Leben ist authentisch und glaubw\u00fcrdig, wenn sie die Barmherzigkeit \u00fcberzeugend verk\u00fcndet. Sie wei\u00df, dass besonders in einer Zeit wie der unsrigen, die voller gro\u00dfer Hoffnungen ist, aber auch voller starker Widerspr\u00fcche, ihr vorrangiger Auftrag darin besteht, alle durch die Betrachtung des Antlitzes Christi in das gro\u00dfe Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes einzuf\u00fchren. Aus dem Herzen der Dreifaltigkeit, aus dem tiefsten Inneren des g\u00f6ttlichen Geheimnisses entspringt und quillt ununterbrochen der gro\u00dfe Strom der Barmherzigkeit. Diese Quelle kann niemals versiegen, seien es auch noch so viele, die zu ihr kommen. Wann immer jemand das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, kann er sich ihr n\u00e4hern, denn die Barmherzigkeit Gottes ist ohne Ende. So gro\u00df und so unergr\u00fcndlich ist die Tiefe des Geheimnisses, das sie umf\u00e4ngt, so gro\u00df und so unergr\u00fcndlich der Reichtum, der aus ihr hervorquillt.<\/p>\n<p>In diesem Jubil\u00e4umsjahr finde in der Kirche das Wort Gottes Echo, das stark und \u00fcberzeugend erklingt als ein Wort und eine Geste der Vergebung, der Unterst\u00fctzung, der Hilfe und der Liebe. Die Kirche werde nie m\u00fcde, Barmherzigkeit anzubieten, und sie sei stets geduldig im Tr\u00f6sten und Vergeben. Sie mache sich zur Stimme eines jeden Mannes und einer jeden Frau und wiederhole voll Vertrauen und ohne Unterlass: \u00bbDenk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit\u00ab (Ps 25,6).<\/p>\n<p>Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 11. April, Vigil des zweiten Sonntags der Osterzeit oder Sonntags der G\u00f6ttlichen Barmherzigkeit, im Jahr des Herrn 2015, im dritten Jahr meines Pontifikats. Franziskus<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und\u00a0Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/papa-francesco_bolla_20150411_misericordiae-vultus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verk\u00fcndigungsbulle des Ausserordentlichen Jubil\u00e4ums der Barmherzigkeit &#8211; Misericordiae Vultus<\/a> (Originaltext, Multimedia nur Silverlight und\u00a0Fotos)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=6264\">Wer ist die T\u00fcr Gottes? Jesus Christus!<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kostenfreie Anmeldung gilt f\u00fcr acht Veranstaltungen mit besonderem Besucherandrang und soll die Planung und Steuerung erleichtern \u2013 Last Minute-Registrierung f\u00fcr noch verf\u00fcgbare Pl\u00e4tze im \u201eWillkommenszentrum\u201c auf der Via della Conciliazione.\" href=\"http:\/\/www.im.va\/content\/gdm\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Vatikan \u2013 Jubil\u00e4um der Barmherzigkeit<\/span><\/u><\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ereignisse, Katechesen und\u00a0Schreiben der r\u00f6misch-katholischen Kirche Mit \u00dcbergabezeremonie der Bulle \u201eMisericordiae vultus\u201c k\u00fcndigte Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit am 11. April 2015, dem Vorabend des zweiten Sonntags in der Osterzeit, offiziell an. 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