{"id":614,"date":"2012-12-11T18:54:15","date_gmt":"2012-12-11T17:54:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=614"},"modified":"2021-06-19T14:48:52","modified_gmt":"2021-06-19T12:48:52","slug":"katholiken-und-reformierte-brauchen-ein-gemeinsames-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=614","title":{"rendered":"Katholiken und Reformierte brauchen ein gemeinsames Ziel"},"content":{"rendered":"<h1>Suche und Gespr\u00e4che f\u00fcr das Ziel der vollen und sichtbaren Einheit<\/h1>\n<figure id=\"attachment_7089\" aria-describedby=\"caption-attachment-7089\" style=\"width: 301px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?attachment_id=7089\" rel=\"attachment wp-att-7089\"><img data-opt-id=207319937  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7089\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:685\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kardinal-Kurt-Koch.jpg\" alt=\"ilD irche in o\" width=\"301\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:685\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kardinal-Kurt-Koch.jpg 1024w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:201\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kardinal-Kurt-Koch.jpg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:768\/h:514\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kardinal-Kurt-Koch.jpg 768w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1500\/h:1004\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kardinal-Kurt-Koch.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7089\" class=\"wp-caption-text\">Kurt Kardinal Koch, Pr\u00e4sident des P\u00e4pstlichen Rates zur F\u00f6rderung der Einheit der Christen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine \u00d6kumene ohne ein klares und gemeinsames Ziel ist zum Scheitern verurteilt. Daran hat Kurienkardinal Kurt Koch in der zweiten Adventswoche in Rom erinnert. Das postmoderne Ideal des Pluralismus habe auch Spuren im \u00d6kumenismus hinterlassen, f\u00fchrte der Pr\u00e4sident des p\u00e4pstlichen Einheitsrates am Montagabend, 10. Dezember 2012 in einer Grundsatzrede \u00fcber Bedingungen eines erfolgreichen \u00d6kumenismus an der p\u00e4pstlichen Lateranuniversit\u00e4t aus. Das Streben nach Einheit werde in der postmodernen Logik, in der religi\u00f6ser Pluralismus und kirchliche Vielfalt zum guten Ton geh\u00f6rten, skeptisch be\u00e4ugt, so Koch. <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Die Suche nach Einheit sei jedoch f\u00fcr das Christentum wesentlich &#8211; ohne diese Suche w\u00fcrde sich der Glaube selbst verleugnen<\/span><\/strong>, so der Kardinal.<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-614-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3<\/a><\/audio>\n<p><!--more-->Dies werde deutlich in Jesu Hohepriesterlichen Gebet f\u00fcr die Einheit der Christenheit, in dem der Gottessohn auch die \u00f6kumenische Zukunft der Kirche mit eingeschlossen habe. Die \u201evolle\u201c und \u201esichtbare\u201c Einheit der Christenheit m\u00fcsse so immer Zielpunkt jedes \u00f6kumenischen Bem\u00fchens sein, unterstrich Koch der sich mehrfach auf den Papst bezog. Er w\u00fcrdigte Papst Benedikt XVI. als \u201egro\u00dfen \u00d6kumeniker unserer Zeit\u201c: Seine Interpretation des Hohepriesterlichen Gebetes Jesu beim Letzten Abendmahl im zweiten Jesusbuch k\u00f6nne als \u201eSynthese\u201c des \u00f6kumenischen Werkes des Papstes gelesen werden, so Koch. Der Papst biete darin eine christologische Vision des \u00d6kumenismus an, die das Potential habe, zu einer gr\u00f6\u00dferen Einheit der Christenheit zu f\u00fchren. Der Titel der Grundsatzrede von Kardinal Koch lautete \u201eEinheit: Illusion oder Versprechen? \u00d6kumenische Aspekte im Jahr des Glaubens\u201c.<\/p>\n<h1>Ist es auch ein klares und gemeinsames Ziel f\u00fcr Protestanten?<\/h1>\n<p>Wie \u00fcbersetzt sich die Forderung nach \u201evoller, sichtbarer Einheit\u201c im \u00f6kumenischen Gespr\u00e4ch etwa mit den Protestanten? Das wollte Anne Preckel von Kurt Koch nach seinem Vortrag wissen. \u201eDas ist heute die gro\u00dfe Frage, weil: Das urspr\u00fcngliche der \u00f6kumenischen Suche nach der Einheit ist nicht mehr so klar und ist verschiedenartig geworden. Nicht wenige Kirchen und kirchliche Gemeinschaften, die von der Reformation her kommen, haben dieses Ziel der sichtbaren Einheit eigentlich <strong><span style=\"color: #ff0000;\">aufgegeben<\/span> <\/strong>und <strong><span style=\"color: #ff0000;\">ersetzt durch das Konzept der gegenseitigen Anerkennung aller Realit\u00e4ten der Kirche<\/span><\/strong>, die wir haben \u2013 als Teile der einen Kirche. Und das ist nat\u00fcrlich eine Vorstellung, die f\u00fcr uns Katholiken, aber auch f\u00fcr die Orthodoxen <strong><span style=\"color: #ff0000;\">eine schwierige Vorstellung<\/span> <\/strong>ist. Und deshalb m\u00fcssen wir, das ist eine gro\u00dfe Herausforderung, ein gemeinsames Gespr\u00e4ch haben \u00fcber das Ziel der \u00d6kumene, denn wenn wir kein klares Ziel mehr haben, dann k\u00f6nnten wir in verschiedene Richtungen gehen und am Ende feststellen m\u00fcssen, dass wir noch weiter entfernt sind als bisher oder, wie der Wiener Komiker Qualtinger einmal gesagt hat: ,Ich wei\u00df zwar nicht wohin, aber daf\u00fcr bin ich umso schneller dort\u2019 \u2013 das kann keine sinnvolle Vorstellung f\u00fcr die \u00d6kumene sein. Deshalb ist es eine gro\u00dfe Herausforderung, im Gespr\u00e4ch vor allem auch mit den Protestanten ein gemeinsames Ziel der \u00f6kumenischen Bem\u00fchungen wieder zu finden.\u201c<br \/>\nViel wird auf evangelischer wie katholischer Seite bereits \u00fcber das Reformationsjubil\u00e4um 2017 gesprochen. Ihnen w\u00e4re es lieber, wenn man hinsichtlich des Ereignisses von \u201e<strong><span style=\"color: #ff0000;\">Reformationsgedenken<\/span><\/strong>\u201c sprechen und <strong><span style=\"color: #ff0000;\">ein beiderseitiges Schuldbekenntnis<\/span> <\/strong>einplanen w\u00fcrde \u2013 was w\u00fcnschen Sie sich da konkret?<br \/>\n\u201eIn 2017 stehen zwei Wirklichkeiten im Mittelpunkt. Auf der einen Seite das Anliegen Martin Luthers, die Wiederentdeckung der Heiligen Schrift, vor allem auch die Wiederentdeckung der Rechtfertigungsbotschaft. Das sind gro\u00dfartige Dinge. Auf der anderen Seite k\u00f6nnen wir nicht dar\u00fcber hinwegsehen, dass Martin Luther keine neue Kirche gr\u00fcnden wollte, er wollte keine Spaltung, sondern er wollte die Erneuerung der Kirche. Das ist damals nicht gelungen, es sind neue Kirchen entstanden, es ist zu einer <span style=\"color: #ff0000;\">Kirchenspaltung<\/span> gekommen, es ist zu <span style=\"color: #ff0000;\">grausamen Konfessionskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts<\/span>, vor allem des <span style=\"color: #ff0000;\">30-j\u00e4hrigen Krieges<\/span> gekommen, die dann auch Konsequenzen gehabt haben f\u00fcr die S\u00e4kularisierung, die teilweise vom Christentum selber verschuldet ist. Und nun diese beiden Seiten unter das Dach des Feierns und des Jubil\u00e4ums zu setzen, ist einfach sehr schwierig, wenn man die ganze Geschichte betrachtet. Und deshalb, denke ich, werden wir die Einladung annehmen, dieses Reformationsgedenken \u00f6kumenisch zu begehen, aber es kann f\u00fcr uns <strong><span style=\"color: #ff0000;\">nicht eine Jubil\u00e4umsfeier<\/span> <\/strong>sein, sondern es kann nur ein Gedenken sein, bei dem <strong><span style=\"color: #ff0000;\">auch ein gewisser Bu\u00dfakt<\/span><\/strong>, ein Schuldbekenntnis auf beiden Seiten \u2013 dass es nicht zu einer Kirchenerneuerung, sondern zu einer Kirchenspaltung mit diesen furchtbaren Konsequenzen gekommen ist \u2013 das sollte meines Erachtens Platz haben.\u201c<\/p>\n<h1>Gibt es denn daf\u00fcr schon konkrete Pl\u00e4ne und Gespr\u00e4che dar\u00fcber?<\/h1>\n<p>\u201eIch bringe diesen Vorschlag immer wieder ein, ich habe ja auch teilgenommen an der Synode der Vereinigten Evangelischen Kirche im Norden Deutschlands, dort haben wir einen ganzen Tag \u00fcber dieses Thema gesprochen, und ich habe den Eindruck, dass viele nachdenklich geworden sind und diese Situation sehen. Andere m\u00f6chten einfach feiern, aber ich glaube, wenn sie uns dabeihaben wollen, d\u00fcrfen sie erwarten, dass wir auch unsere Vorstellungen einbringen.\u201c<br \/>\nSie haben in Ihrem Vortrag als eine Dimension des \u00d6kumenismus die M\u00e4rtyrer angesprochen. Inwiefern k\u00f6nnen die M\u00e4rtyrer uns auf den Grund des gemeinsamen Glaubens hinweisen?<br \/>\n\u201eDas ist eine Vorstellung und eine Perspektive, die vor allem Papst Johannes Paul II. sehr am Herzen lag, weil er gesagt hat: Alle christlichen Kirchen und alle christlichen Gemeinschaften haben heute ihre M\u00e4rtyrer. Und alle M\u00e4rtyrer haben ja Zeugnis abgelegt f\u00fcr den gemeinsamen Glauben an Christus. Und deshalb sind die M\u00e4rtyrer in ihrem gemeinsamen Zeugnis, in ihrer gemeinsamen Hingabe des Lebens der Einheit viel n\u00e4her gekommen als wir das sind. Sie k\u00f6nnen, wenn wir uns in das Zeugnis ihres Lebens vertiefen, eine gro\u00dfe Hilfe sein, die Einheit im Glauben wiederzufinden, das hei\u00dft, den \u00d6kumenismus spirituell-theologisch zu vertiefen.\u201c<br \/>\nGehen wir von der Mitte zum rechten Rand der Kirche. Auch wenn Sie selbst nicht direkt in die Gespr\u00e4che mit der Piusbruderschaft involviert sind \u2013 wie w\u00fcrden Sie die Beziehungen zwischen Vatikan und Piusbruderschaft aktuell beschreiben?<br \/>\n\u201eBei der Piusbruderschaft hoffe ich immer noch, dass sie zur Kirche geh\u00f6rt und zur Kirche zur\u00fcckkommen. Ich hoffe, dass es zu dieser Einheit kommt, aber es kann nicht eine Einheit um jeden Preis sein. Es ist nicht denkbar, dass man ein Konzil ablehnt, denn wer das Zweite Vatikanische Konzil ablehnt, wenigstens in gro\u00dfen Teilen, der lehnt ja auch das Lehramt des heutigen Papstes Benedikt XVI., der ganz auf dem Boden des Fundamentes des Zweiten vatikanischen Konzils steht. Von diesem Punkt kann man nicht abgehen!\u201c<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Radio Vatikan Audio (MP3): Kardinal Koch &#8211; \u00d6kumene ohne Ziel wird scheitern (11. Dez. 2012)<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-614-2\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-11-Kardinal-Koch-Oekumene-ohne-Ziel-wird-scheitern.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>Beitragsbild (ein evangelisch-lutherischer, zwei evangelisch-reformierte und ein katholischer Pfarrer (v.l.n.r.) | \u00a9 Sylvia Stam): <a href=\"https:\/\/www.kath.ch\/newsd\/warum-tragen-reformierte-pfarrpersonen-schwarz-katholische-weiss-mit-farben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Warum tragen reformierte Pfarrpersonen schwarz, katholische weiss mit Farben?<\/a><\/li>\n<li>Originaltext (Link vergriffen): Anne Preckel, Radio Vatikan, Artikel 646588<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht wenige Kirchen und kirchliche Gemeinschaften, die von der Reformation her kommen, haben dieses Ziel der sichtbaren Einheit eigentlich aufgegeben und ersetzt durch das Konzept der gegenseitigen Anerkennung aller Realit\u00e4ten der Kirche, die wir haben \u2013 als Teile der einen Kirche. 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