{"id":5832,"date":"2013-05-22T22:32:40","date_gmt":"2013-05-22T20:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5832"},"modified":"2023-07-12T17:00:21","modified_gmt":"2023-07-12T15:00:21","slug":"praktische-regeln-zur-erkenntnis-der-antriebe-und-eingebungen-des-goettlichen-geistes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5832","title":{"rendered":"Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des Hl. Geistes"},"content":{"rendered":"<h2>Aus &#171;De discretione spirituum&#187; von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)<\/h2>\n<figure id=\"attachment_10797\" aria-describedby=\"caption-attachment-10797\" style=\"width: 262px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-opt-id=358123832  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-10797\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/De-discretione-spirituum.jpeg\" alt=\"https:\/\/www.libriantichionline.com\/seicento\/bona_discretione_spirituum_1674\" width=\"262\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:407\/h:750\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/De-discretione-spirituum.jpeg 407w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:163\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/De-discretione-spirituum.jpeg 163w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10797\" class=\"wp-caption-text\">Praktische Regeln zur Erkenntnis der Antriebe und Eingebungen des g\u00f6ttlichen Geistes von von Kardinal Johannes Bona (1609-1674)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sechs Geister gibt es, die man in drei zusammenfassen kann, in den g\u00f6ttlichen, teuflischen und\u00a0menschlichen. Der g\u00f6ttliche Geist ist eine innere Anregung der Seele oder eine Eingebung, die von Gott kommt und zur Tugend und Heiligkeit antreibt. Diese g\u00f6ttliche oder innere Anregung oder Einsprechung kann auf verschiedene Art geschehen. Sie kann unmittelbar von Gott kommen oder mittelbar. Mittelbar ist sie, wenn sie uns durch die Engel oder durch fromme Menschen, durch die Stimme des Gewissens, durch gute Beispiele, geistliche Lesung, durch Leiden und Widerw\u00e4rtigkeiten usw. zukommt. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Es w\u00e4re eine sehr schlimme und gef\u00e4hrliche Unwissenheit, wenn wir die gute Einsprechung von der b\u00f6sen nicht unterscheiden k\u00f6nnten.<\/strong><\/span> <!--more-->Die g\u00f6ttliche Gnade lehrt uns, den guten von dem b\u00f6sen Geist unterscheiden. Durch dieses Licht erleuchtet, haben uns die heiligen V\u00e4ter und Geisteslehrer einige Kennzeichen an die Hand gegeben. Solche sind:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Die Einsprechung selbst verr\u00e4t ihren Urheber. Treibt sie zum Guten an, so r\u00fchrt sie von einem guten Geiste her. Werden wir dagegen zu etwas B\u00f6sem angeregt, zu weltlicher Eitelkeit, fleischlicher Lust, unn\u00fctzen Begierden und dergleichen, so redet der b\u00f6se Geist.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Die g\u00f6ttlichen Einsprechungen f\u00fchren stufenweise vom Guten zum Besseren und bequemen sich der Natur, dem Alter, dem Stande und Charakter eines jeglichen an. Der Teufel beobachtet bei seinen Einfl\u00fcsterungen keine Ordnung, kein Ma\u00df und Ziel, und schaut nicht auf die Beschaffenheit desjenigen, den er betr\u00fcgen will.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Gott reicht den Anf\u00e4ngern die Milch geistlicher Tr\u00f6stungen, damit sie kosten, wie s\u00fc\u00df der Herr ist; sp\u00e4ter gibt er ihnen dann kr\u00e4ftigere Nahrung, und sie erfreuen sich dabei innerer Ruhe. Der Teufel stellt den Anf\u00e4ngern die Wege Gottes schwierig vor, wirft ihnen Hindernisse in den Weg und jagt ihnen Furcht und Angst ein.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Die g\u00f6ttlichen Einsprechungen werden im Innersten des Herzens vernommen; die Stimme des Teufels kommt mehr von au\u00dfen und mit Ger\u00e4usch.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Die von Gott bewegt werden, f\u00fcrchten sich immer besonders bei au\u00dferordentlichen Dingen vor T\u00e4uschungen, sind dem\u00fctig und aufrichtig gegen ihren Beichtvater. Gef\u00e4llt sich aber die Seele in solchen Dingen und wird sie stolz, so ist es ein sicheres Zeichen, da\u00df der Teufel der Urheber ist.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Der Geist Gottes verleiht Barmherzigkeit und Milde gegen den N\u00e4chsten, auch da, wo die Gerechtigkeit angewendet werden mu\u00df; der b\u00f6se Geist macht das Gem\u00fct des Betrogenen bitter, ungeduldig, zum Zorn geneigt und treibt zu andern Verletzungen der N\u00e4chstenliebe an.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Der Geist Gottes treibt zur Verehrung dessen an, was heilig und ehrw\u00fcrdig ist, seien es Personen oder Sachen; der Geist des Teufels erregt Verachtung alles Heiligen und Spott- und Zweifelsucht.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Erkennt eine Seele weit entfernte und geheime Dinge, so ist es dann ein Zeichen der g\u00f6ttlichen Erleuchtung, wenn man \u00fcber ihre Demut und Liebe untr\u00fcgliche Beweise hat. N\u00e4hren solche Erkenntnisse aber nur den Vorwitz und die eitle Ehrsucht, so ist der Teufel Lehrmeister. Das Innere des Herzens und seine Geheimnisse kennen und offenbaren, das kann nur Gott verleihen.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Wunder sind kein untr\u00fcglichen Zeichen der Heiligkeit. Gott kann auch durch b\u00f6se Menschen Wunder wirken oder erlauben, da\u00df sie durch Hilfe des Teufels Dinge tun, die als Wunder vor den Augen der Menschen gelten. Werden durch Wunder Seelen bekehrt, so ist das ein gutes Zeichen; denn Gott pflegt zu Werkzeugen einer gr\u00fcndlichen Bekehrung nur solche zu erw\u00e4hlen, die ihm wohlgef\u00e4llig sind. Heuchler und Unheilige haben nie einen S\u00fcnder vollst\u00e4ndig bekehrt.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Antriebe zu etwas, woran nichts B\u00f6ses ist, oder was ein gr\u00f6\u00dferes Gut nicht verhindert oder f\u00fcr den Stand des Handelnden nicht unschicklich ist, sind vom guten Geiste. Dieses zu erkennen, braucht es reifliche Pr\u00fcfung, denn die Sache mu\u00df allseitig gut sein; es ist aber nicht so leicht zu erkennen, worin die allseitige Vollkommenheit eines Werkes besteht. Auch mu\u00df man sehen, ob der Antrieb nicht anfangs nur, sondern auch im Verlaufe und am Ende, sowie in Anbetracht der Umst\u00e4nde gut ist, denn es kann ein Antrieb anfangs gut sein und nachher b\u00f6s werden.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Den guten Geist begleitet immer Klugheit und geordnete Liebe. Der Geist, der zum \u00dcberma\u00df antreibt und Unordnung verursacht und unklug ist, ist b\u00f6se.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Gott ordnet zuerst das Innere und legt den Grund der Demut, dann treibt er zu gro\u00dfen herrlichen \u00e4u\u00dferen Taten an. Der b\u00f6se Geist verlockt zu \u00e4u\u00dferen Dingen und bek\u00fcmmert sich nicht um den inneren Menschen.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Der gute Geist zeigt sich mild gegen die Guten, rauh gegen die Schlechten, der b\u00f6se Geist aber beg\u00fcnstigt die B\u00f6sen und schreckt die Guten; er schmeichelt den S\u00fcndern, erweckt eine vermessene Hoffnung in ihnen und h\u00e4lt sie von der Bu\u00dfe ab; dagegen \u00e4ngstigt er die Gerechten mit Skrupeln und fl\u00f6\u00dft ihnen \u00dcberdruss im Dienste Gottes ein.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Wird der Mensch zur Bu\u00dfe und Zerknirschung angetrieben, verwandelt sich sein Kleinmut und \u00dcberdru\u00df bald in Heiterkeit und Bereitwilligkeit, so ist es die Hand des Allerh\u00f6chsten, die in ihm wirkt.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Jener Geist, der von sinnlichen Erg\u00f6tzungen zur\u00fcckzieht und uns zu Liebhabern der Arbeit und des Kreuzes macht, ist gut.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Das beste Kennzeichen des guten Geistes aber ist die Liebe.<\/div>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h3 align=\"LEFT\">\u00a0Weitere Hinweise\u00a0und\u00a0Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"LEFT\"><a title=\"Kardinal Johannes Bona\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giovanni_Bona\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Kardinal Johannes<\/span><\/u><u><span style=\"color: #0066cc;\"> Bona<\/span><\/u><\/a> (1609-1674), Zisterzienserabt, war Verfasser des Buches .De discretione spirituum&#187; [Bruxelliis 1671 und \u00f6fter). Einen ausf\u00fchrlichen Auszug dieses Werkes hat Bernhard Maria Lierheimer \u00fcbersetzt und seiner deutschen Ausgabe von <a title=\"Wilhelm Scaramelli SJ\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giovanni_Battista_Scaramelli\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Wilhelm Scaramelli SJ<\/span><\/u><\/a> beigegeben. Der Text findet sich dort S. 252-258.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Audio-Vortrag von Karl Rahner: <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5266\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gotteserfahrung heute<\/a><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\">Ignatius von Loyola, Ausschnitte aus dem Exerzitienbuch (EB):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Exerzitienbuch-Regeln-313-327-zur-Unterscheidung-der-Geister-I.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EB Regeln 313-327 zur Unterscheidung der Geister I<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Exerzitienbuch-Regeln-328-336-zur-Unterscheidung-der-Geister-II.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EB Regeln 328-336 zur Unterscheidung der Geister II<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Exerzitienbuch-Regeln-345-351-zur-Unterscheidung-der-Geister-III.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EB Regeln 345-351 zur Unterscheidung der Geister III<\/a><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/SKS-Nr.-08-2015-Leitartikel-Engel-unsere-Freunde.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leitartikel Engel &#8211; unsere Freunde<\/a>\u00a0von Domherr Christoph Casetti, Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 17 \/\u00a030. August 2015, 131. Jahrgang, <a href=\"http:\/\/www.schmid-fehr.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verlag Schmid-Fehr AG<\/a><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5839\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Exerzitien im Alltag gem\u00e4ss dem hl. Ignatius von Loyola<\/a><\/p>\n<div align=\"LEFT\"><\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus &#171;De discretione spirituum&#187; von Kardinal Johannes Bona (1609-1674) Sechs Geister gibt es, die man in drei zusammenfassen kann, in den g\u00f6ttlichen, teuflischen und\u00a0menschlichen. Der g\u00f6ttliche Geist ist eine innere Anregung der Seele oder eine Eingebung, die von Gott kommt und zur Tugend und Heiligkeit antreibt. 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