{"id":579,"date":"2012-12-07T21:43:34","date_gmt":"2012-12-07T20:43:34","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=579"},"modified":"2021-06-19T14:27:35","modified_gmt":"2021-06-19T12:27:35","slug":"katholisches-profil-fur-caritasarbeit-und-kirchliche-hilfsorganisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=579","title":{"rendered":"Katholisches Profil f\u00fcr Caritasarbeit und kirchliche Hilfsorganisationen"},"content":{"rendered":"<h1>Apostolisches Schreiben von Papst Benedikt XVI. \u00fcber den Dienst der Liebe<\/h1>\n<figure id=\"attachment_4737\" aria-describedby=\"caption-attachment-4737\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Papst-Benedikt-XVI.-300-dpi-e1449153974846.jpg\"><img data-opt-id=723583984  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4737\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Papst-Benedikt-XVI.-300-dpi-e1449153974846.jpg\" alt=\"Em. Papst Benedikt XVI.\" width=\"150\" height=\"232\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4737\" class=\"wp-caption-text\">Benedikt XVI. Anno domini 2005<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Motu proprio &#171;<a title=\"Intima Ecclesiae natura\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/motu_proprio\/documents\/hf_ben-xvi_motu-proprio_20121111_caritas_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Intima Ecclesiae natura<\/em><\/a>&#187; \u00fcber den Dienst der Liebe (Diakonia) wurde am 11. November 2012 von Papst Benedikt XVI. in Rom der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Darin zitiert er aus der Enzyklika \u00bb<a title=\"Enzyklika Deus caritas est\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est_ge.html#25.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deus caritas est<\/a>\u00ab, dass das Wesen der Kirche sich in einem dreifachen Auftrag ausdr\u00fccke: der Verk\u00fcndigung von Gottes Wort (kerygma-martyria), der Feier der Sakramente (leiturgia) und im Dienst der Liebe (diakonia). Diese drei Aufgaben bedingen sich gegenseitig und lassen sich nicht voneinander trennen. Ver\u00f6ffentlicht wurde das Motu proprio am 1. Dezember und in Kraft tritt es am Montag, 10. Dezember 2012. <!--more-->Mit dem neuen Dekret zur kirchlichen Hilfsarbeit will Benedikt XVI. das katholische Profil der Caritasarbeit und der kirchlichen Hilfsorganisationen verfestigen. Es\u00a0schlie\u00dft laut Papst eine L\u00fccke im Kirchenrecht, und zwar was die Rolle der Bisch\u00f6fe angeht: Sie sollen st\u00e4rker als bisher Motor und H\u00fcter der verschiedenen karitativen Dienste sein. Wie das geht, soll m Motu proprio &#171;<em>Intima Ecclesiae natura<\/em>&#187; geregelt. Das \u201ep\u00e4pstliche Entwicklungshilfeministerium\u201c \u201eCor Unum\u201c soll dabei als \u00fcbergeordnete Instanz \u00fcber die Anwendung der neuen Regeln wachen.<br \/>\nDas neue Moto Proprio regelt Wesen und Auftrag der kirchlichen Hilfsarbeit. Der Papst pocht darin auf die unaufl\u00f6sliche Verbindung von Verk\u00fcndigung, Glaubenspraxis und karitativer Arbeit. Dies seien \u201eAufgaben, die sich gegenseitig bedingen und sich nicht voneinander trennen lassen\u201c, schreibt Benedikt XVI. einleitend mit einem Zitat aus seiner Enzyklika \u201eDeus caritas est\u201c. Klar unterscheidet er im Dokument zwischen kirchlicher Caritas und dem allgemeinen Wohlfahrtswesen: Aktionismus ohne christliche Liebe zum Menschen bleibe \u201ezu wenig\u201c, so Benedikt XVI., karitatives Tun m\u00fcsse \u00fcber \u201edie blo\u00dfe Sammlung oder Verteilung von Geldmitteln\u201c hinausgehen. Drittens m\u00fcssten die katholischen Hilfsorganisationen christliche Werte vermitteln, wie etwa Teilen, Respekt und Liebe im Sinne des Evangeliums.<\/p>\n<h1>Bisch\u00f6fe sind Motor und W\u00e4chter der kirchlichen Hilfsarbeit<\/h1>\n<p>Die Verantwortung f\u00fcr die kirchliche Hilfst\u00e4tigkeit liegt laut Papst bei den Bisch\u00f6fen: ihren Aufgaben sind im Moto Proprio allein neun der 15 Artikel gewidmet. Die Bisch\u00f6fe m\u00fcssen in ihren Di\u00f6zesen die verschiedenen karitativen Initiativen regeln und die entsprechenden Statuten genehmigen. So d\u00fcrfe etwa die Bezeichnung \u201ekatholisch\u201c f\u00fcr eine Hilfseinrichtung nur mit dem Einverst\u00e4ndnis der Bisch\u00f6fe verwendet werden, schreibt der Papst. Die bisch\u00f6flichen Aufgaben gehen allerdings \u00fcber b\u00fcrokratische Abl\u00e4ufe weit hinaus. Giampietro Dal Toso, Sekret\u00e4r des p\u00e4pstlichen Rates Cor Unum, sagte dazu im Gespr\u00e4ch mit Radio Vatikan: \u201eDie erste und sicher wichtigste seiner Aufgaben ist die Anregung der Gl\u00e4ubigen zu karitativer T\u00e4tigkeit. Ein anderer Bereich ist die F\u00f6rderung der Gr\u00fcndung, des Wachstums und der Entwicklung karitativer Einrichtungen in der jeweiligen Di\u00f6zese.\u201c<\/p>\n<h1>W\u00fcrdigung des karitativen Engagements<\/h1>\n<p>In der Tat w\u00fcrdigt Benedikt XVI. im Dekret neben der Arbeit des kirchlichen Caritas-Verbandes auch ausdr\u00fccklich Initiativen, die auf die \u201efrei ausge\u00fcbte F\u00fcrsorge der Getauften f\u00fcr notleidende Menschen und V\u00f6lker\u201c zur\u00fcckgehen. Diese Initiativen d\u00fcrfe die Kirche als Institution \u201enicht als etwas ihr Fernstehendes betrachten\u201c, schreibt der Papst. Es gelte nur sicherzustellen, dass die Hilfst\u00e4tigkeit der Gl\u00e4ubigen ebenso wie die kirchlichen Hilfsinitiativen \u201ein \u00dcbereinstimmung mit den Forderungen der kirchlichen Lehre und den Absichten der Gl\u00e4ubigen gef\u00fchrt werden\u201c. Zudem m\u00fcssten sie zivilrechtlichen Vorschriften Rechnung tragen. Die W\u00fcrdigung des pers\u00f6nlichen Engagements der Gl\u00e4ubigen ist im Moto Proprio laut Dal Toso ein zentraler Punkt: \u201eDenn dieses ist auch eine St\u00e4rke des karitativen Dienstes der Kirche! Wir k\u00f6nnen Gott sei Dank auf den Einsatz vieler Menschen z\u00e4hlen, vieler qualifizierter Menschen. Diesen pers\u00f6nlichen Aspekt muss man unterstreichen!\u201c<br \/>\nDie Mitarbeiter der karitativen Einrichtungen m\u00fcssen laut Motu Proprio \u201edie katholische Identit\u00e4t dieser Werke teilen oder zumindest respektieren\u201c. Zugleich m\u00fcssen sie \u201enicht nur \u00fcber die erforderlichen beruflichen Kompetenzen verf\u00fcgen, sondern auch ein Beispiel christlicher Lebensf\u00fchrung geben\u201c, schreibt der Papst. Auch daf\u00fcr m\u00fcssten die Bisch\u00f6fe Sorge tragen.<\/p>\n<h1>Kirchliche Lehre muss Kompass der Hilfsarbeit bleiben<\/h1>\n<p>Die Aktivit\u00e4ten der karitativen Initiativen m\u00fcssen sich laut Dekret an katholischen Prinzipien ausrichten. Sie d\u00fcrfen etwa \u201ekeine Auftr\u00e4ge annehmen, die in irgendeiner Weise die Einhaltung dieser Prinzipien beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnten\u201c. Ebenso d\u00fcrfen Pfarr- oder Di\u00f6zesanstrukturen keine Werbung f\u00fcr Initiativen machen, die zwar karitativ ausgerichtet sind, \u201eaber Ziele oder Methoden vorschlagen, die in Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen\u201c, betont der Papst. Zugleich m\u00fcsse der Bischof verhindern, dass die ihm unterstellten karitativen Organisationen \u201evon Einrichtungen oder Institutionen finanziert werden, deren Zielsetzungen im Widerspruch zur kirchlichen Lehre\u201c st\u00fcnden. Sollten die Aktivit\u00e4ten einer bestimmten karitativen Organisation die Anforderungen der kirchlichen Lehre nicht mehr erf\u00fcllen, habe der Bischof die Pflicht, seine Gl\u00e4ubigen \u00f6ffentlich dar\u00fcber zu informieren, und in diesen F\u00e4llen die Verwendung der Bezeichnung \u201ekatholisch\u201c zu untersagen.<\/p>\n<h1>Weitere Aufgaben f\u00fcr p\u00e4pstlichen Rat \u201eCor Unum\u201c<\/h1>\n<p>Der letzte Artikel des Motu Proprio beschreibt die Aufgaben des p\u00e4pstlichen Rates \u201eCor Unum\u201c. Der 1971 von Papst Paul VI. eingerichtete und 1988 unter Papst Johannes Paul II. reformierte Rat setzt Vatikaninitiativen im Bereich humanit\u00e4rer Hilfe und Entwicklung in die Tat um. Weiter b\u00fcndelt und koordiniert er die Kr\u00e4fte der katholischen Hilfseinrichtungen weltweit. Das aktuelle Moto Proprio formuliert zwei Funktionen von Cor Unum in der kirchlichen Hilfsarbeit, so der Sekret\u00e4r des Rates, Bischof Dal Toso: \u201eDie erste ist, dass er \u00fcber die Anwendung dieses Dekretes wachen soll. Cor Unum muss also ein wenig zum Multiplikator des Textes werden und versuchen, dass dieser Geist kirchlicher Sensibilit\u00e4t in unsere karitativen Dienste \u00fcbergeht. Und dann \u00fcbertr\u00e4gt das Motu Proprio Cor Unum auch noch eine andere Kompetenz: n\u00e4mlich internationale Hilfsorganisationen, die aus der katholischen Kirche entstehen und universelle Reichweite haben, im Kirchenrecht zu verankern.\u201c<\/p>\n<h1>Caritas-Pr\u00e4sident im P\u00e4pstlichen Rat Cor Unum<\/h1>\n<p>Papst Benedikt XVI. hat den Pr\u00e4sidenten des Deutschen Caritasverbandes, Pr\u00e4lat Peter Neher, als Repr\u00e4sentanten der deutschen Caritas f\u00fcr f\u00fcnf Jahre in den P\u00e4pstlichen Rat \u201eCor Unum\u201c berufen. Wie der Caritasverband in einer Pressemitteilung erkl\u00e4rte, sei dieser Schritt ein \u201eAusdruck der Wertsch\u00e4tzung\u201c des Vatikans f\u00fcr die \u201eArbeit der zahlreichen Mitarbeiter der deutschen Caritas im In- und Ausland\u201c. Zu den Aufgaben von \u201eCor Unum\u201c geh\u00f6ren der Informationsaustausch und die F\u00f6rderung der Zusammenarbeit kirchlicher Hilfswerke weltweit. Zudem begleitet und unterst\u00fctzt der Rat die Aktivit\u00e4ten des internationalen Caritas-Netzwerks Caritas internationalis mit Sitz in Rom. Dieser Zusammenschluss koordiniert die T\u00e4tigkeit der mehr als 160 unabh\u00e4ngigen nationalen Caritasorganisationen in der Humanit\u00e4ren Hilfe, vor allem bei der Arbeit in Katastrophen- und Krisengebieten. \u201eCor Unum\u201c war 1971 von Papst Paul VI. eingerichtet worden. Der Rat setzt sich aus hochrangigen Repr\u00e4sentanten der katholischen Kirche zusammen, darunter Vertretungen der Ordensgemeinschaften, der internationalen katholischen Hilfswerke und zus\u00e4tzlichen Konsultoren. Pr\u00e4lat Dr. Peter Neher geh\u00f6rte \u201eCor Unum\u201c bereits von 2005 bis 2010 an.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li><a title=\"Moto proprio \u00fcber den Dienst der Liebe\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/motu_proprio\/documents\/hf_ben-xvi_motu-proprio_20121111_caritas_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Moto proprio \u00fcber den Dienst der Liebe<\/a>\u00a0(Website Benedikt XVI.)<\/li>\n<li>Motu proprio \u00fcber den Dienst der Liebe (Radio Vatikan, Artikel 643665, Link vergriffen)<\/li>\n<li>Cor Unum: Motu Proprio unterstreicht pers\u00f6nliches Engagement (Radio Vatikan, Artikel 643665, Link vergriffen)<\/li>\n<li>Caritas-Pr\u00e4sident im P\u00e4pstlichen Rat Cor Unum (Radio Vatikan, Artikel 632269, Link vergriffen)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Motu proprio &#171;Intima Ecclesiae natura&#187; \u00fcber den Dienst der Liebe (Diakonia)  (neues Dekret) zur kirchlichen Hilfsarbeit will Papst Benedikt XVI. das katholische Profil der Caritasarbeit und der kirchlichen Hilfsorganisationen verfestigen. Das Motu Proprio \u201e\u00dcber den Dienst der Liebe\u201c wird\/wurde am 10. Dezember in Kraft gesetzt. Das Dekret schlie\u00dft laut Papst eine L\u00fccke im Kirchenrecht, und zwar was die Rolle der Bisch\u00f6fe angeht: Sie sollen st\u00e4rker als bisher Motor und H\u00fcter der verschiedenen karitativen Dienste sein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":37156,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[450,285],"tags":[421,280,31,507],"class_list":["post-579","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-katholische-kirche","category-lehramt","tag-apostolisches-schreiben","tag-gott-sohn-jesus-christus","tag-liebe","tag-motu-proprio"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=579"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38023,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/579\/revisions\/38023"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/37156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}