{"id":5347,"date":"2013-10-22T22:31:33","date_gmt":"2013-10-22T20:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5347"},"modified":"2022-03-04T15:52:57","modified_gmt":"2022-03-04T14:52:57","slug":"unaufloeslichkeit-der-sakramentalen-ehe-im-raum-des-christusmysteriums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5347","title":{"rendered":"Unaufl\u00f6slichkeit der sakramentalen Ehe im Raum des Christusmysteriums"},"content":{"rendered":"<h2>F\u00f6rderung der W\u00fcrde von Ehe und Familie &#8211; Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Zweites-Vatikanisches-Konzil-1963.jpg\"><img data-opt-id=1192439965  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-12140\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Zweites-Vatikanisches-Konzil-1963.jpg\" alt=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/index_ge.htm\" width=\"310\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:386\/h:183\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Zweites-Vatikanisches-Konzil-1963.jpg 386w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:142\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Zweites-Vatikanisches-Konzil-1963.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><\/a>Nachdem das <a title=\"II. Vatikanische Konzil\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/index_ge.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">II. Vatikanische Konzil<\/span><\/span><\/a> die W\u00fcrde der menschlichen Person und die Erf\u00fcllung der individuellen und gesellschaftlichen Aufgabe dieser Person kraft ihrer Berufung in der ganzen Welt dargelegt hat, lenkte das Konzil bereits vor bald 50 Jahren im Licht des Evangeliums\u00a0und der menschlichen Erfahrung die Aufmerksamkeit aller auf bestimmte besonders schwere N\u00f6te dieser Zeit hin, welche die Menschheit in hohem Ma\u00df bedr\u00e4ngten.\u00a0Unter den vielen Problemen, die damals die Sorge aller wachriefen, sollten vor allem\u00a0Ehe und Familie, die Kultur, das\u00a0wirtschaftliche, soziale und politische Leben, die Verbindung der V\u00f6lkerfamilie\u00a0und der Friede behandelt werden. Hinsichtlich dieser Einzelfragen sollten die lichtvollen\u00a0Prinzipien, die von Christus herkommen, verdeutlicht werden, damit durch sie die\u00a0Gl\u00e4ubigen geleitet werden und alle Menschen Klarheit finden bei der Suche nach\u00a0der L\u00f6sung so vieler schwieriger Probleme. Das war der Stand der Dinge vor rund 50 Jahren und ist heute noch so. Nicht \u00fcberall erschien und erscheint die W\u00fcrde von Ehe und Familie in gleicher Klarheit. Polygamie, um sich greifende Ehescheidung, sogenannte freie Liebe und andere Entartungen entstellen diese W\u00fcrde. <!--more-->Dar\u00fcber hinaus wird die eheliche Liebe \u00f6fters durch Egoismus, blo\u00dfe Genu\u00dfsucht und durch unerlaubte Praktiken gegen die Fruchtbarkeit der Ehe entweiht. Au\u00dferdem tragen die wirtschaftlichen, sozial-psychologischen und staatlichen Verh\u00e4ltnisse erhebliche St\u00f6rungen in die Familie hinein. Schlie\u00dflich werden in manchen Teilen der Welt die Probleme der Bev\u00f6lkerungszunahme mit Besorgnis registriert. Durch all dies wird das Gewissen der Menschen beunruhigt. [Vgl. <a title=\"Gaudium et Spes\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Gaudium et Spes<\/span><\/span><\/a>, 46]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Familie-in-Gottes-Hand-1000x288.jpg\"><img data-opt-id=555435473  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-5025\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1000\/h:288\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Familie-in-Gottes-Hand-1000x288.jpg\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1000\/h:288\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Familie-in-Gottes-Hand-1000x288.jpg 1000w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:223\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Familie-in-Gottes-Hand-1000x288.jpg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:402\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Familie-in-Gottes-Hand-1000x288.jpg 402w\" sizes=\"(max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/><\/a>Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe, vom Sch\u00f6pfer begr\u00fcndet und mit eigenen Gesetzen gesch\u00fctzt, wird durch den Ehebund, das heisst durch ein unwiderrufliches personales Einverst\u00e4ndnis, gestiftet. So entsteht durch den personal freien Akt, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen, eine nach g\u00f6ttlicher Ordnung feste Institution, und zwar auch gegen\u00fcber der Gesellschaft. Dieses heilige Band unterliegt im Hinblick auf das Wohl der Gatten und der Nachkommenschaft sowie auf das Wohl der Gesellschaft nicht mehr menschlicher Willk\u00fcr. Gott selbst ist Urheber der Ehe, die mit verschiedenen G\u00fctern und Zielen ausgestattet ist; sie alle sind von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung f\u00fcr den Fortbestand der Menschheit, f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Fortschritt der einzelnen Familienmitglieder und ihr ewiges Heil; f\u00fcr die W\u00fcrde, die Festigkeit, den Frieden und das Wohlergehen der Familie selbst und der ganzen menschlichen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Christus der Herr hat diese Liebe, die letztlich aus der g\u00f6ttlichen Liebe hervorgeht und nach dem Vorbild seiner Einheit mit der Kirche gebildet ist, unter ihren vielen Hinsichten in reichem Ma\u00dfe gesegnet. Wie n\u00e4mlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam, so begegnet nun der Erl\u00f6ser der Menschen und der Br\u00e4utigam der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Gatten sich in gegenseitiger Hingabe und st\u00e4ndiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich f\u00fcr sie hingegeben hat. Echte eheliche Liebe wird in die g\u00f6ttliche Liebe aufgenommen und durch die erl\u00f6sende Kraft Christi und die Heilsvermittlung der Kirche gelenkt und bereichert, damit die Ehegatten wirksam zu Gott hingef\u00fchrt werden und in ihrer hohen Aufgabe als Vater und Mutter unterst\u00fctzt und gefestigt werden. So werden die christlichen Gatten in den Pflichten und der W\u00fcrde ihres Standes durch ein eigenes <a title=\"Sakrament\" href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=sakrament\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Sakrament<\/span><\/span><\/a> gest\u00e4rkt und gleichsam geweiht. In der Kraft dieses Sakramentes erf\u00fcllen sie ihre Aufgabe in Ehe und Familie. Im Geist Christi, durch den ihr ganzes Leben mit Glaube, Hoffnung und Liebe durchdrungen wird, gelangen sie mehr und mehr zu ihrer eigenen Vervollkommnung, zur gegenseitigen Heiligung und so gemeinsam zur Verherrlichung Gottes.<\/p>\n<p>Wenn somit die Eltern durch ihr Beispiel und ihr gemeinsames Gebet auf dem Weg vorausgehen, werden auch die Kinder und alle, die in der Familiengemeinschaft leben, leichter diesen Weg des echten Menschentums, des Heils und der Heiligkeit finden. Die Gatten aber m\u00fcssen in ihrer W\u00fcrde und Aufgabe als Vater und Mutter die Pflicht der Erziehung, vornehmlich der religi\u00f6sen, die ihnen in ganz besonderer Weise zukommt, sorgf\u00e4ltig erf\u00fcllen. Damit die Familie ihr Leben und ihre Sendung vollkommen verwirklichen kann, sind herzliche Seelengemeinschaft, gemeinsame Beratung der Gatten und sorgf\u00e4ltige Zusammenarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder erforderlich. Zu ihrer Erziehung tr\u00e4gt die anteilnehmende Gegenwart des Vaters viel bei. Aber auch die h\u00e4usliche Sorge der Mutter, deren besonders die j\u00fcngeren Kinder bed\u00fcrfen, ist zu sichern, ohne da\u00df eine berechtigte gesellschaftliche Hebung der Frau dadurch irgendwie beeintr\u00e4chtigt wird. Die Kinder sollen so erzogen werden, da\u00df sie erwachsen in vollem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Verantwortung ihrer Berufung, auch einer geistlichen, folgen und einen Lebensstand w\u00e4hlen k\u00f6nnen, in dem sie, wenn sie heiraten, eine eigene Familie gr\u00fcnden k\u00f6nnen, und dies unter g\u00fcnstigen sittlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Es ist Aufgabe der Eltern oder Erzieher, die jungen Menschen bei der Gr\u00fcndung einer Familie mit klugem Rat, den sie gern h\u00f6ren sollen, anzuleiten. Doch sollen sie sich dabei h\u00fcten, sie mit direktem oder indirektem Zwang zum Eingehen einer Ehe oder zur Wahl des Partners zu bestimmen.<\/p>\n<p>So ist die Familie, in der verschiedene Generationen zusammenleben und sich gegenseitig helfen, um zu gr\u00f6\u00dferer Weisheit zu gelangen und die Rechte der einzelnen Personen mit den anderen Notwendigkeiten des gesellschaftlichen Lebens zu vereinbaren, das Fundament der Gesellschaft. Deshalb m\u00fcssen alle, die einen Einflu\u00df auf Gemeinden und gesellschaftliche Gruppen haben, zur F\u00f6rderung von Ehe und Familie wirksam beitragen. Die staatliche Gewalt m\u00f6ge es als ihre heilige Aufgabe betrachten, die wahre Eigenart von Ehe und Familie anzuerkennen, zu h\u00fcten und zu f\u00f6rdern, die \u00f6ffentliche Sittlichkeit zu sch\u00fctzen und den h\u00e4uslichen Wohlstand zu beg\u00fcnstigen. Das Recht der Eltern auf Zeugung der Nachkommenschaft und auf Erziehung in der Familie ist zu sichern. Durch umsichtige Gesetzgebung und andere Ma\u00dfnahmen soll auch f\u00fcr diejenigen Sorge getragen und entsprechende Hilfe gegeben werden, die das Gut der Familie leider entbehren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die christlichen Laien, die die Gegenwart auszukaufen und das Ewige von den wandelbaren Formen zu unterscheiden haben, m\u00f6gen die Werte der Ehe und Familie durch das Zeugnis ihres eigenen Lebens wie durch Zusammenarbeit mit den anderen Menschen guten Willens eifrig f\u00f6rdern, und so werden sie trotz aller Schwierigkeiten f\u00fcr die Familie das erreichen, was sie braucht, und auch das, was die moderne Zeit an Vorteilen bietet. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die christliche Gesinnung der Gl\u00e4ubigen, das richtige sittliche Gewissen der Menschen und eine weise Erfahrung theologischer Fachleute von gro\u00dfem Nutzen. Die Fachleute in den Wissenschaften, besonders in Biologie, Medizin, Sozialwissenschaften und Psychologie, k\u00f6nnen dem Wohl von Ehe und Familie und dem Frieden des Gewissens sehr dienen, wenn sie durch ihre gemeinsame wissenschaftliche Arbeit die Voraussetzungen f\u00fcr eine sittlich einwandfreie Geburtenregelung genauer zu kl\u00e4ren suchen. Die Ehegatten selber aber sollen, nach dem Bild des lebendigen Gottes geschaffen, in eine wahre personale Ordnung gestellt, eines Strebens, gleichen Sinnes und in gegenseitiger Heiligung vereint sein, damit sie, Christus, dem Ursprung des Lebens, folgend, in den Freuden und Opfern ihrer Berufung durch ihre treue Liebe Zeugen jenes Liebesgeheimnisses werden, das der Herr durch seinen Tod und seine Auferstehung der Welt geoffenbart hat. [Vgl. <a title=\"Gaudium et Spes\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Gaudium et Spes<\/span><\/span><\/a> 47-52]<\/p>\n<h3>Seelsorge der katholischen Kirche f\u00fcr wiederverheiratete Geschiedene<\/h3>\n<p>Die Diskussion \u00fcber die Problematik der Gl\u00e4ubigen, die nach einer Scheidung eine neue zivile Verbindung eingegangen sind, ist nicht neu. Von der Kirche wurde sie immer mit gro\u00dfem Ernst und in helfender Absicht f\u00fcr die betroffenen Menschen gef\u00fchrt. Denn die Ehe ist ein besonders tief in die pers\u00f6nlichen, sozialen und geschichtlichen Gegebenheiten eines Menschen hinabreichendes Sakrament. Aufgrund der zunehmenden Zahl der Betroffenen in L\u00e4ndern alter christlicher Tradition handelt es sich um ein pastorales Problem von gro\u00dfer Tragweite. Heute fragen sich durchaus gl\u00e4ubige Menschen ernsthaft: Kann die Kirche die wiederverheirateten geschiedenen Gl\u00e4ubigen nicht unter bestimmten Bedingungen zu den Sakramenten zulassen? Sind ihr in dieser Angelegenheit f\u00fcr immer die H\u00e4nde gebunden? Haben die Theologen wirklich schon alle diesbez\u00fcgliche Implikationen und Konsequenzen frei gelegt?<\/p>\n<p>Diese Fragen m\u00fcssen im Einklang mit der katholischen Lehre \u00fcber die Ehe er\u00f6rtert werden. Eine verantwortungsvolle Pastoral setzt eine Theologie voraus, die sich \u201edem sich offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft und seiner Offenbarung willig zustimmt\u201c (<a title=\"II. Vatikanisches Konzil\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/index_ge.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">II. Vatikanisches Konzil<\/span><\/span><\/a>, Konstitution\u00a0<i><a title=\"Dei Verbum\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Dei Verbum<\/span><\/span><\/a><\/i> 5). Um die authentische Lehre der Kirche verst\u00e4ndlich zu machen, m\u00fcssen wir vom Wort Gottes ausgehen, das in der Heiligen Schrift enthalten, in der kirchlichen Tradition ausgelegt und vom Lehramt verbindlich interpretiert wird. &#8230; [Vgl. <a title=\"Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/muller\/rc_con_cfaith_20130615_tagespost_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade<\/span><\/span><\/a>]<\/p>\n<h3><b>Moraltheologische Anmerkungen<\/b><\/h3>\n<p>Immer wieder wird vorgeschlagen, man soll wiederverheiratete Geschiedene selber in ihrem Gewissen entscheiden lassen, ob sie zur Kommunion hinzutreten oder nicht. Dieses Argument, dem ein problematischer Begriff von \u201eGewissen\u201c zugrunde liegt, wurde bereits im Schreiben der Glaubenskongregation von 1994 zur\u00fcckgewiesen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen sich die Gl\u00e4ubigen bei jeder Messfeier im\u00a0Gewissen pr\u00fcfen, ob ein Kommunionempfang m\u00f6glich ist, dem eine schwere nicht\u00a0gebeichtete S\u00fcnde immer entgegensteht. Sie haben dabei die Pflicht, ihr Gewissen zu bilden und an der Wahrheit auszurichten. Dabei h\u00f6ren sie auch auf das Lehramt\u00a0der Kirche, das ihnen hilft, \u201enicht von der Wahrheit \u00fcber das Gute des Menschen\u00a0abzukommen, sondern, besonders in den schwierigeren Fragen, mit Sicherheit die\u00a0Wahrheit zu erlangen und in ihr zu bleiben\u201c (Johannes Paul II., Enzyklika <i><a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/john_paul_ii\/encyclicals\/documents\/hf_jp-ii_enc_06081993_veritatis-splendor_ge.html\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Veritatis splendor<\/span><\/span><\/a><\/i> 64). Wenn wiederverheiratete Geschiedene in ihrem\u00a0Gewissen subjektiv der \u00dcberzeugung sind, dass eine vorausgehende Ehe nicht\u00a0g\u00fcltig war, muss dies objektiv durch die zust\u00e4ndigen Ehegerichte nachgewiesen\u00a0werden. Die Ehe betrifft n\u00e4mlich nicht nur die Beziehung zweier Menschen zu\u00a0Gott, sie ist auch eine Wirklichkeit der Kirche, ein Sakrament, \u00fcber dessen\u00a0G\u00fcltigkeit nicht der einzelne f\u00fcr sich, sondern die Kirche entscheidet, in die er durch Glaube und Taufe eingegliedert ist. \u201eWenn die vorausgehende Ehe von\u00a0 wiederverheirateten geschiedenen Gl\u00e4ubigen g\u00fcltig war, kann ihre neue Verbindung\u00a0 unter keinen Umst\u00e4nden als rechtm\u00e4\u00dfig betrachtet werden, daher ist ein\u00a0 Sakramentenempfang aus inneren Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich. Das Gewissen des einzelnen ist ausnahmslos an diese Norm gebunden\u201c (Kardinal Joseph Ratzinger, Die\u00a0 Ehepastoral muss auf der Wahrheit gr\u00fcnden: <i>L\u2019Osservatore Romano.\u00a0 Wochenausgabe in deutscher Sprache<\/i>, 9. Dezember 2011, S. 7).<\/p>\n<p>Auch die Lehre von der Epikie, wonach ein Gesetz zwar allgemein gilt, aber das\u00a0 konkrete menschliche Handeln nicht immer angemessen abdeckt, kann hier nicht\u00a0 angewandt werden, weil es sich bei der Unaufl\u00f6slichkeit der sakramentalen Ehe um\u00a0 eine g\u00f6ttliche Norm handelt, \u00fcber die die Kirche keine Verf\u00fcgungsgewalt hat. Die\u00a0 Kirche hat jedoch \u2013 auf der Linie des <i>Privilegium Paulinum<\/i> \u2013 die\u00a0 Vollmacht, zu kl\u00e4ren, welche Bedingungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, damit eine im Sinne Jesu unaufl\u00f6sliche Ehe zustande kommt. Sie hat, davon ausgehend, Ehehindernisse festgelegt, Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ehenichtigkeit erkannt und ein ausf\u00fchrliches Prozessverfahren entwickelt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorschlag f\u00fcr die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den\u00a0 Sakramenten pl\u00e4diert mit dem Argument der <a title=\"Barmherzigkeit\" href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=barmherzigkeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Barmherzigkeit<\/span><\/span><\/a>. Da Jesus sich selbst mit den Notleidenden solidarisiert und ihnen seine erbarmende Liebe geschenkt habe, sei die <a title=\"Barmherzigkeit\" href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=barmherzigkeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Barmherzigkeit<\/span><\/span><\/a> ein besonderes Zeichen wahrer Nachfolge. Dies ist richtig, greift aber als sakramenten-theologisches Argument zu kurz. <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Denn die\u00a0ganze sakramentale Ordnung ist ein Werk g\u00f6ttlicher Barmherzigkeit und kann nicht mit Berufung auf dieselbe aufgehoben werden.<\/span><\/strong> Durch die sachlich falsche Berufung\u00a0auf die <a title=\"Barmherzigkeit\" href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?tag=barmherzigkeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Barmherzigkeit<\/span><\/span><\/a> besteht zudem die Gefahr einer Banalisierung des\u00a0Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen. Zum Geheimnis\u00a0Gottes geh\u00f6ren neben der Barmherzigkeit auch seine Heiligkeit und Gerechtigkeit.\u00a0Wenn man diese Eigenschaften Gottes unterschl\u00e4gt und die S\u00fcnde nicht ernst nimmt,\u00a0kann man den Menschen letztlich auch nicht seine Barmherzigkeit vermitteln.\u00a0Jesus begegnete der Ehebrecherin mit gro\u00dfem Erbarmen, sagte ihr aber auch: \u201eGeh\u00a0und s\u00fcndige von jetzt an nicht mehr\u201c (<a title=\"Joh 8,11\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes8.11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Joh 8,11<\/span><\/span><\/a>). <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Die Barmherzigkeit Gottes ist\u00a0keine Dispens von den Geboten Gottes und den Weisungen der Kirche.<\/span><\/strong> Sie verleiht\u00a0 vielmehr die Kraft der Gnade zu ihrer Erf\u00fcllung, zum Wiederaufstehen nach dem\u00a0 Fall und zu einem Leben in Vollkommenheit nach dem Bild des himmlischen Vaters. &#8230; [Vgl. <a title=\"Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/muller\/rc_con_cfaith_20130615_tagespost_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade<\/span><\/span><\/a>]<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Radio Vatikan, Gudrun Sailer, Artikel 739577 (Original vergriffen): <a title=\"Erzbischof M\u00fcller zur Seelsorge f\u00fcr wiederverheiratete Geschiedene - Volle Fassung\" href=\"http:\/\/www.vaticanhistory.de\/wordpress\/?p=8259\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Erzbischof M\u00fcller zur Seelsorge f\u00fcr wiederverheiratete Geschiedene &#8211; Volle Fassung<\/span><\/span><\/a><\/li>\n<li>Radio Vatikan, Anne Preckel; Artikel 739598 (Original vergriffen): <a title=\"Erzbischof M\u00fcller: \u201eBarmherzigkeit Gottes keine Dispens von seinen Geboten\u201c\" href=\"http:\/\/katholisch-informiert.ch\/2013\/10\/barmherzigkeit-gottes-kein-dispens-von-seinen-geboten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Erzbischof M\u00fcller: \u201eBarmherzigkeit Gottes keine Dispens von seinen Geboten\u201c<\/span><\/span><\/a><\/li>\n<li><a title=\"\u00dcber den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gl\u00e4ubigen\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/documents\/rc_con_cfaith_doc_14091994_rec-holy-comm-by-divorced_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u00dcber den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gl\u00e4ubigen<\/span><\/span><\/a>,\u00a0vom damaligen Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation Joseph Kardinal Ratzinger, 1994<\/li>\n<li>II. Vatikanisches Konzil, <span style=\"color: #663300;\"><a title=\"Pastorale Konstitution &quot;Gaudium et Spes&quot;, \u00dcber die Kirche in der Welt von heute\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Pastorale Konstitution &#171;Gaudium et Spes&#187;, \u00dcber die Kirche in der Welt von\u00a0heute<\/span><\/span><\/a>, GS 47-52<\/span><\/li>\n<li>II. Vatikanisches Konzil, <a title=\"Dogmatische Konstitution &quot;Dei Verbum&quot;, \u00dcber die g\u00f6ttliche Offenbarung\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Dogmatische Konstitution &#171;Dei Verbum&#187;, \u00dcber die g\u00f6ttliche Offenbarung<\/span><\/span><\/a><\/li>\n<li><a title=\"\u25feNachsynodales apostolisches Schreiben &quot;Sacramentum Caritatis&quot;\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/apost_exhortations\/documents\/hf_ben-xvi_exh_20070222_sacramentum-caritatis_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Nachsynodales apostolisches Schreiben &#171;Sacramentum Caritatis&#187;<\/span><\/span><\/a> von Papst Benedikt XVI., 2007<\/li>\n<li>Erzbischof Gerhard Ludwig M\u00fcller, Pr\u00e4fekt der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre<b>:\u00a0<\/b><a title=\"Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/muller\/rc_con_cfaith_20130615_tagespost_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Zeugnis f\u00fcr die Macht der Gnade<\/span><\/span><\/a>, (siehe auch Ref.\u00a0<i>Die Tagespost<\/i>, 15. Juni 2013, Nr. 72, SS. 6-8)<\/li>\n<li>kath.net: <a title=\"Das Problem des Scheiterns der Ehe\" href=\"http:\/\/kath.net\/news\/33160\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">Das Problem des Scheiterns der Ehe<\/span><\/span><\/a>: Die \u201awiederverheirateten Geschiedenen\u2019 oder wie man am Kern der Sache vorbeigeht.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5339\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">W\u00fcrde und Sinn von Ehe und Familie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00f6rderung der W\u00fcrde von Ehe und Familie &#8211; Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe Nachdem das II. Vatikanische Konzil die W\u00fcrde der menschlichen Person und die Erf\u00fcllung der individuellen und gesellschaftlichen Aufgabe dieser Person kraft ihrer Berufung in der ganzen Welt dargelegt hat, lenkte das Konzil bereits vor bald 50 Jahren im Licht des Evangeliums\u00a0und der menschlichen Erfahrung &hellip; <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5347\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Unaufl\u00f6slichkeit der sakramentalen Ehe im Raum des Christusmysteriums<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9229,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,2,285],"tags":[222,145,246,129,237,418,148,127,264,176,232,215,412,413,172,187,280,281,231,371,279,365,283,31,33,168,88,364,233,128,167,61,386,186,219,376],"class_list":["post-5347","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ehe-und-familie","category-kirche","category-lehramt","tag-analogie","tag-arbeit","tag-auferstehung-jesu","tag-barmherzigkeit","tag-begriff","tag-berufung-zur-heiligkeit","tag-boese","tag-ehesakrament","tag-evangelium","tag-familie","tag-freude","tag-friede","tag-gebote-der-kirche","tag-gebote-gottes","tag-gewissen","tag-glauben","tag-gott-sohn-jesus-christus","tag-gott-vater","tag-gotteskindschaft","tag-gottesmutter-maria","tag-gott-heiliger-geist","tag-heiligkeit-des-menschen","tag-kirche","tag-liebe","tag-menschenrecht","tag-natuerliches-sittengesetz","tag-papst-benedikt-xvi","tag-paepstlicher-familienrat","tag-person","tag-sakrament","tag-suende","tag-taufe","tag-volk-gottes","tag-wahrheit","tag-weisheit","tag-wort-gottes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5347"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37006,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5347\/revisions\/37006"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9229"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/website.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}