{"id":5120,"date":"2015-03-06T19:41:16","date_gmt":"2015-03-06T18:41:16","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5120"},"modified":"2021-10-24T12:37:54","modified_gmt":"2021-10-24T10:37:54","slug":"indonesien-sorgt-nicht-nur-auf-dem-papier-fuer-religionsfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5120","title":{"rendered":"Indonesien sorgt nicht nur auf dem Papier f\u00fcr Religionsfreiheit"},"content":{"rendered":"<h2>Begegnungen mit dem Islam \u2013 ein Gespr\u00e4ch mit P. Franz Magnis-Suseno SJ<\/h2>\n<p>\u201eWer fromm sein will, der darf auch denken\u201c<\/p>\n<p><a title=\"Indonesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indonesien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Indonesien<\/a> ist ein Land der Superlative: Es besteht aus mehr als 17.000 Inseln, erstreckt sich \u00fcber 5.000 Kilometer und hat rund 250 Millionen Einwohner. Hauptinseln bzw. Inselgruppen sind Sumatra, Java, Kalimantan, Sulawesi und die Molukken. Dort leben etwa 300 verschiedene Volksgruppen, in der Mehrzahl Malaien. Auch bei der Religionszugeh\u00f6rigkeit gibt es eine klare Mehrheit: 87,2 Prozent bekennen sich laut Volksz\u00e4hlung von 2010 zum Islam, 9,9 zum Christentum (Katholiken 2,9), 1,7 zum Hinduismus und 0,7 zum Buddhismus. Die Verfassung der Republik Indonesien garantiert Religionsfreiheit. Offiziell anerkannt sind der Islam, das Christentum (Protestantismus und Katholizismus), Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus.\u00a0<!--more-->Nach den Worten von Franz Magnis-Suseno, katholischer Priester, Jesuit und Philosoph, ist Indonesien \u201edas wahrscheinlich einzige, mehrheitlich muslimische Land, in dem Muslime getauft werden k\u00f6nnen.\u201c Pater Franz, 1936 in Schlesien geboren, lebt seit 1961 in Indonesien. 1977 nahm er die indonesische Staatsb\u00fcrgerschaft an. Er gilt als intimer Kenner des Landes und wichtiger Br\u00fcckenbauer zwischen den Religionen. Bei einem Besuch des internationalen katholischen Hilfswerks\u00a0Kirche in Not erkl\u00e4rt Pater Magnis-Suseno:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn Indonesien ist der Islam in seiner Intensit\u00e4t und Ausrichtung ganz unterschiedlich. Es gibt extreme Formen, aber der \u201aMainstream-Islam\u2018 ist eher gem\u00e4ssigt und pluralistisch, das heisst, es wird anerkannt, dass es im Land auch andere Religionen gibt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Nutzt die Zeit f\u00fcr gute Gespr\u00e4che mit der Nachbarschaft<\/h2>\n<p>Dennoch ist nach den Worten des Jesuiten ein stetes Bem\u00fchen um gute Kontakte zu gem\u00e4ssigten Muslimen f\u00fcr Indonesiens 25 Millionen Christen unverzichtbar:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn man eine Kirche bauen m\u00f6chte, ist gute Nachbarschaft ebenso wichtig, wie in kritischen Situationen. Nach meiner Einsch\u00e4tzung haben Katholiken zwar bessere Beziehungen zu Muslimen als Christen anderer Konfessionen, weil wir ethnisch vielf\u00e4ltiger und dadurch lokal verwurzelt sind. Aber man muss sich auch aktiv um gute Beziehungen zu muslimischen Pers\u00f6nlichkeiten bem\u00fchen. Ich sage unseren Pfarrern immer wieder, nutzt mindestens zehn Prozent eurer Zeit daf\u00fcr, mit euren muslimischen Nachbarn ins Gespr\u00e4ch zu kommen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Zahl der Katholiken, Priester und Ordensleute steigt auf 8 Millionen<\/h2>\n<p>Die Zahl der Katholiken, die der indonesische Jesuit auf 8 Millionen sch\u00e4tzt, w\u00e4chst nach seinen Worten ebenso, wie die Zahl katholischer Priester:<\/p>\n<blockquote><p>Beim Gottesdienst, Indonesien\u201eDie Kirchen sind voll, die Qualit\u00e4t des einheimischen Klerus hoch.\u201c Ursache sei unter anderem die umfassende Ausbildung, die katholische Hochschulen auf Indonesien bieten, die gerade auch Muslimen offenstehen. Magnis-Suseno, der selbst Ethik, Theodizee und politische Philosophie gelehrt hat: \u201eIn der Philosophie, im Magister- und Promotionsprogramm an der \u201aDriyarkara School of Philosophy\u2018 in Jakarta sind etwa 25 Prozent der Studenten Muslime. F\u00fcr sie \u2013 wie auch f\u00fcr Katholiken \u2013 gilt gleichermassen, wer fromm sein will, der darf auch denken. \u00c4ngste sollen abgebaut, Fragen gestellt und dann auch beantwortet werden. Das ist f\u00fcr viele ein Befreiungserlebnis und f\u00fchrt zu einem offenen Islam.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Kirchliche\u00a0Berufungen erh\u00f6hen Nachfrage\u00a0von Schulen und Seminaren<\/h2>\n<p>Bei der Anbetung in der Kapelle in Watumese, Insel Flores<\/p>\n<p>Kirche in Not\u00a0unterst\u00fctzt die pastorale Arbeit der katholischen Kirche in Indonesien seit Jahren. Nach den Worten von Lucia Wicki-Rensch, Informationsbeauftragte von\u00a0Kirche in Not Schweiz\/F\u00fcrstentum Liechtenstein ist die Zahl der Priester- und Ordensberufungen<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZeichen f\u00fcr die Vitalit\u00e4t der Kirche in Indonesien: Im akademischen Jahr 2012\/13 studierten in Indonesien\u00a0rund 1350 Priesteramtskandidaten Philosophie oder Theologie und mehr als 5.200 Jungen an diversen Kleinseminaren. F\u00fcr Postulantinnen und Novizinnen liessen sich keine Statistiken finden. Aber viele Gemeinschaften berichten uns von einer stattlichen Zahl an Kandidatinnen, obwohl manche Kongregationen kaum um Berufungen werben. Die Messen sind voll mit Kindern und Heranwachsenden. Die Andacht der Gl\u00e4ubigen beeindruckt zutiefst. H\u00e4ufig beteiligen sie sich aktiv am Gemeindeleben. Die Nachfrage nach Glaubensschulungen besonders in Form von Seminaren ist offenbar gross.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Kirche in Not\u00a0unterst\u00fctzt Projekte in Indonesien j\u00e4hrlich mit rund CHF 300\u2018000.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begegnungen mit dem Islam \u2013 ein Gespr\u00e4ch mit P. Franz Magnis-Suseno SJ \u201eWer fromm sein will, der darf auch denken\u201c Indonesien ist ein Land der Superlative: Es besteht aus mehr als 17.000 Inseln, erstreckt sich \u00fcber 5.000 Kilometer und hat rund 250 Millionen Einwohner. Hauptinseln bzw. 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