{"id":5062,"date":"2015-02-14T10:03:33","date_gmt":"2015-02-14T09:03:33","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5062"},"modified":"2021-10-24T12:37:12","modified_gmt":"2021-10-24T10:37:12","slug":"christen-machen-fortschritte-beim-aufbau-der-kirche-in-weissrussland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5062","title":{"rendered":"Christen machen Fortschritte beim Aufbau der Kirche in Weissrussland"},"content":{"rendered":"<h2>Die Situation der Kirche in der letzten Diktatur Europas<\/h2>\n<figure id=\"attachment_5068\" aria-describedby=\"caption-attachment-5068\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg\"><img data-opt-id=346219523  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5068\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:767\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg\" alt=\"Bild: Kirche in Not\" width=\"278\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1024\/h:767\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg 1024w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:225\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg 300w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:400\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg 400w, https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:1440\/h:1080\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Pfarrer-Jan-Kermis-in-Minsk.jpg 1700w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5068\" class=\"wp-caption-text\">Pfarrer Jan Kermis in Minsk<\/figcaption><\/figure>\n<p>Weissrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Das Land ist international stark isoliert. Das kommunistische Gedankengut ist allgegenw\u00e4rtig. Statuen von Lenin und Denkm\u00e4ler von Panzern und Flugzeugen sind in jedem Dorf anzutreffen. Dennoch hat sich seit dem Ende der Sowjetunion etwas entscheidend ge\u00e4ndert: Der Staat erlaubt die Religionsfreiheit. Kirchen sind in allen St\u00e4dten und vielen D\u00f6rfern pr\u00e4sent. Ivo Sch\u00fcrmann, journalistischer Referent von Kirche in Not, bereiste Weissrussland im November 2014 im Rahmen einer Projektreise.\u00a0Von Weissrussland h\u00f6rt man in Europa wenig. Viele wissen nicht so genau, ob Weissrussland ein unabh\u00e4ngiger Staat oder eine russische Provinz ist. International Beachtung fand das Land im Mai 2014 durch die Austragung der Eishockey-Weltmeisterschaft.<!--more--><\/p>\n<p>In den rund 23 Jahren Unabh\u00e4ngigkeit haben die Kirchen ihre Position in der Gesellschaft festigen k\u00f6nnen. Nach Jahrzehnten der Unterdr\u00fcckung des Glaubens in der Sowjetunion f\u00fcllten sich die Kirchen rasch wieder. Viele junge M\u00e4nner entschlossen sich zum Theologiestudium und wirken heute als Priester in den vier weissrussischen Bist\u00fcmern. Der Osten ist von der Geschichte her traditionell stark auf Russland ausgerichtet, weshalb die katholische Kirche dort weniger verankert ist. Der Einfluss Polens und Litauens auf den Westen Weissrusslands f\u00fchrt bis heute zu einer stark verbreiteten Fr\u00f6mmigkeit. Auch unter der Woche sind die Gottesdienste gut besucht.<\/p>\n<p>Die Umstellung von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft wurde in Weissrussland nie vollzogen. So herrscht faktisch Vollbesch\u00e4ftigung, wobei der Staat Einfluss nehmen kann, wo und was gearbeitet wird. Durch eine starke Landflucht wachsen die St\u00e4dte, allen voran die Hauptstadt Minsk. Riesige Plattenbaukomplexe werden in kurzer Zeit erstellt. Die Menschen verlassen die l\u00e4ndlichen Gebiete, um dem harten Alltag des Landlebens zu entgehen. Dort m\u00fcssen sie h\u00e4ufig in Kolchosen arbeiten und es gibt wenig Unterhaltung und Komfort. In den St\u00e4dten gibt es attraktivere Arbeitspl\u00e4tze und eine h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t. Diese Entwicklung stellt auch die katholische Kirche vor neue Herausforderungen. Die Kirche muss dort pr\u00e4sent sein, wo die Menschen leben. In den n\u00e4chsten Jahren plant die Kirche Dutzende neue Kirchengeb\u00e4ude in den neu erstellten Wohnbausiedlungen der St\u00e4dte zu erstellen, um die Gl\u00e4ubigen auch weiterhin seelsorgerisch zu betreuen. Pfarrer Ian Kermis baut eine Kirche in der Hl. Geist-Pfarrei in einem Vorort von Minsk. Momentan wird an der Krypta gearbeitet, wo viele Handwerkerinnen t\u00e4tig sind. Kein ungew\u00f6hnliches Bild f\u00fcr Weissrussland. Pfarrer Kermis erkl\u00e4rt die Umst\u00e4nde f\u00fcr die kirchlichen Neubauten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn der Hauptstadt Minsk teilt Staatspr\u00e4sident Alexander Lukaschenko den katholischen Pfarreien neue Grundst\u00fccke zu. F\u00fcr die Erstellung neuer Kirchen und Pfarreigeb\u00e4ude gibt es aber keine staatliche Finanzhilfe. Die Kirche muss das Geld selbst aufbringen. Ich bin daher sehr froh, dass ausl\u00e4ndische Hilfswerke den Bau der Hl. Geist-Kirche mittragen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h3><strong><strong>Sperrgebiete im Schatten Tschernobyls<\/strong><\/strong><\/h3>\n<p>Kirchenbau in Neubaugebieten<\/p>\n<p>Der Atomreaktor von Tschernobyl liegt wenige Kilometer jenseits der weissrussisch-ukrainischen Grenze. Am Tag der Reaktorkatastrophe war die Windrichtung so, dass grosse Teile des radioaktiven Fallouts \u00fcber Weissrussland niedergingen. Ein F\u00fcnftel des weissrussischen Territoriums wurde verseucht. Selbst heute \u2013 knapp 30 Jahre nach der Katastrophe \u2013 gibt es im S\u00fcden noch immer viele Sperrgebiete. Die zweitgr\u00f6sste weissrussische Stadt, <a title=\"Homel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homel<\/a>, liegt im S\u00fcdosten des Landes und war durch Tschernobyl betroffen.<\/p>\n<p>Mutter Teresa Schwester Gomel<\/p>\n<p>Da es ein wichtiger Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt ist, verzeichnete die Stadt in den letzten Jahren ein starkes Bev\u00f6lkerungswachstum. Mittlerweile gibt es in der Stadt zwei katholische Pfarreien und weitere Kirchenbauten sind geplant. Auch Weihbischof Kazimierz Wielikosielec wirkt dort. Die N\u00e4he zu Tschernobyl macht ihm nichts aus:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIm Alltag denke ich nicht an Tschernobyl. Die Seelsorge muss dort gemacht werden, wo die Leute leben und arbeiten. Wir Seelsorger und Ordensschwestern in <a title=\"Homel \" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homel <\/a>tun dies ohne Angst, aber mit grosser Hingabe und Gottvertrauen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Stadt wirken Benediktinerinnen, die einem Gemeinschaftsprojekt von Kirche und Staat, Behinderte betreuen. Mutter-Teresa-Schwestern k\u00fcmmern sich um Obdachlose.<\/p>\n<h3><strong><strong>Spitzenposition beim Alkoholkonsum <\/strong><\/strong><\/h3>\n<p>Der Staat sch\u00e4tzt das soziale Engagement der Kirche. Mit knapp 16 Litern Alkohol pro Kopf h\u00e4lt Weissrussland die europ\u00e4ische Spitzenposition beim Alkoholkonsum. Zudem werden 7 von 10 Ehen aufgel\u00f6st und viele Frauen treiben ab, weshalb der Staat den Einsatz der katholischen in gesellschaftlichen Belangen begr\u00fcsst. Im Religionsunterricht und Einkehrwochen vermittelt die Kirche ein christliches Weltbild und versucht so Kinder und Jugendliche von den Ideen des Evangeliums zu \u00fcberzeugen. Viele junge Erwachsene stammen aus zerr\u00fctteten Verh\u00e4ltnissen und sehnen sich nach Orientierung und Geborgenheit. Die grosse Nachfrage nach kirchlichen Angeboten und die zahlreichen Berufungen im Land zeugen davon, dass das Wort Gottes in Weissrussland auf fruchtbaren Boden trifft.<\/p>\n<p><em>Kirche in Not\u00a0unterst\u00fctzt vor allem Kirchenbauten, kirchliche Sozialprojekte und Fahrzeughilfen in Weissrussland mit rund 500\u2018000 Schweizer Franken j\u00e4hrlich.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation der Kirche in der letzten Diktatur Europas Weissrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Das Land ist international stark isoliert. Das kommunistische Gedankengut ist allgegenw\u00e4rtig. 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