{"id":4727,"date":"2015-01-28T15:19:44","date_gmt":"2015-01-28T14:19:44","guid":{"rendered":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=4727"},"modified":"2024-02-25T15:56:07","modified_gmt":"2024-02-25T14:56:07","slug":"botschaften-von-papst-franziskus-zur-fastenzeit-von-2014-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=4727","title":{"rendered":"Botschaften von Papst Franziskus zur Fastenzeit von 2014-2024"},"content":{"rendered":"<h2><span id=\"testo-articolo\">\u00abMacht euer Herz stark\u00bb (<a title=\"Jak 5, 8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Jakobus5.8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Jak 5, 8<\/strong><\/a>)<\/span><\/h2>\n<p><span id=\"testo-articolo\"><a href=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Generalaudienz-von-Papst-Franziskus-am-26.-Oktober-2016.jpeg\"><img data-opt-id=1891671962  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-7631\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:200\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/www.ifit.website\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Generalaudienz-von-Papst-Franziskus-am-26.-Oktober-2016-300x200.jpg\" alt=\"L'Osservatore Romano\" width=\"218\" height=\"145\" \/><\/a>Dieses Motto gab Papst Franziskus der\u00a0 Fastenzeit 2015. Es ist ein Zitat aus dem Jakobus-Brief des Neuen Testaments (<a title=\"Jak 5,8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Jakobus5.8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jak 5,8<\/a>). Der Vatikan stellte die Papstbotschaft zur Fastenzeit bereits am Dienstag, 27. Januar 2015\u00a0vor. Der vorliegende Text im offiziellen deutschen Wortlaut wurde von Radio Vatikan zur Verf\u00fcgung gestellt (siehe auch Quellenangaben).<br \/>\n<\/span>Liebe Br\u00fcder und Schwestern! Die \u00f6sterliche Bu\u00dfzeit ist eine Zeit der Erneuerung f\u00fcr die Kirche, f\u00fcr die Gemeinschaften wie f\u00fcr\u00a0die einzelnen Gl\u00e4ubigen. Vor allem aber ist sie eine \u00a0\u00bbZeit der Gnade\u00ab (<a title=\"2 Kor 6,2\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/2.Korinther6.2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2 Kor 6,2<\/a>). Gott verlangt nichts\u00a0von uns, das er uns nicht schon vorher geschenkt\u00a0h\u00e4tte: \u00bbWir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat\u00ab (<a title=\"1 Joh 4,19\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Johannes4.19\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Joh 4,19<\/a>). Er ist uns gegen\u00fcber nicht gleichg\u00fcltig. <!--more-->Jeder von uns liegt ihm am Herzen, \u00a0er kennt uns beim Namen, sorgt sich um uns und \u00a0sucht uns, wenn wir uns von ihm entfernen. Jedem Einzelnen von uns gilt sein Interesse; seine Liebe \u00a0hindert ihn, gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber dem zu sein, \u00a0was uns geschieht. Es kommt allerdings vor, dass wir, wenn es uns gut geht und wir uns wohl f\u00fchlen,\u00a0 die anderen gewiss vergessen (was Gott Vater niemals tut); dass wir uns nicht f\u00fcr ihre Probleme, f\u00fcr ihre Leiden und f\u00fcr die Ungerechtigkeiten interessieren, die sie erdulden \u2026 Dann verf\u00e4llt unser Herz der Gleichg\u00fcltigkeit: W\u00e4hrend es mir relativ gut \u00a0geht und ich mich wohl f\u00fchle, vergesse ich jene, \u00a0denen es nicht gut geht. Diese egoistische Haltung der Gleichg\u00fcltigkeit hat heute ein weltweites Ausma\u00df angenommen, so dass wir von einer Globalisierung der Gleichg\u00fcltigkeit sprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es handelt sich um einen Missstand, dem wir als \u00a0Christen begegnen m\u00fcssen. Wenn das Volk Gottes sich zu seiner Liebe bekehrt, findet es die Antworten auf jene Fragen, die \u00a0ihm die Geschichte best\u00e4ndig stellt. Eine der dr\u00e4ngendsten Herausforderungen, auf die ich in dieser Botschaft eingehen m\u00f6chte, ist die der<\/p>\n<h3>\u00bbGlobalisierung der Gleichg\u00fcltigkeit\u00ab.<\/h3>\n<p>Die Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber dem N\u00e4chsten \u00a0und gegen\u00fcber Gott ist eine reale Versuchung auch \u00a0f\u00fcr uns Christen. Wir haben es daher in jeder \u00f6sterlichen Bu\u00dfzeit n\u00f6tig, den Ruf der Propheten zu h\u00f6ren, die ihre Stimme erheben und uns wachr\u00fctteln. \u00a0Gott ist die Welt nicht gleichg\u00fcltig, er liebt sie \u00a0so sehr, dass er seinen Sohn f\u00fcr die Rettung jedes \u00a0Menschen hingibt. In der Menschwerdung, im irdischen Leben, im Tod und in der Auferstehung des \u00a0Sohnes Gottes \u00f6ffnet sich ein f\u00fcr alle Mal die T\u00fcr \u00a0zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und \u00a0Erde. Und die Kirche ist gleichsam die Hand, die \u00a0diese T\u00fcr offenh\u00e4lt, indem sie das Wort verk\u00fcndet, \u00a0die Sakramente feiert und den Glauben bezeugt, \u00a0der in der Liebe wirksam ist (vgl. <a title=\"Gal 5, 6\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Galater5.6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gal 5, 6<\/a>). Dennoch neigt die Welt dazu, sich in sich selbst zu verschlie\u00dfen und diese T\u00fcr zufallen zu lassen, durch \u00a0die Gott in die Welt und die Welt zu Gott kommt.<\/p>\n<p>So darf sich die Hand, die die Kirche ist, niemals \u00a0wundern, wenn sie zur\u00fcckgewiesen, eingezw\u00e4ngt \u00a0und verletzt wird. Das Volk Gottes bedarf daher einer Erneuerung, um nicht gleichg\u00fcltig zu werden und um sich nicht \u00a0in sich selbst zu verschlie\u00dfen. Ich m\u00f6chte euch drei\u00a0Schritte f\u00fcr diese Erneuerung nahelegen, \u00fcber die\u00a0ihr nachdenken sollt.<\/p>\n<h4><strong>1. \u00bbWenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit\u00ab (<a title=\"1 Kor 12, 26\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther12.26\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Kor 12, 26<\/a>) \u2013 Die Kirche<\/strong><\/h4>\n<p>Die Liebe Gottes, die diese t\u00f6dliche Selbstverschlie\u00dfung der Gleichg\u00fcltigkeit aufbricht, wird uns \u00a0von der Kirche durch ihre Lehre und vor allem durch\u00a0ihr Zeugnis entgegengebracht. Bezeugen kann man \u00a0aber nur, was man vorher erfahren hat. Ein Christ \u00a0ist, wer sich von Gott mit dessen G\u00fcte und Barmherzigkeit, mit Christus selbst bekleiden l\u00e4sst, um \u00a0wie dieser zum Diener Gottes und der Menschen zu \u00a0werden. Daran erinnert uns deutlich die Liturgie des Gr\u00fcndonnerstags mit dem Ritus der Fu\u00dfwaschung. \u00a0Petrus\u00a0 wollte\u00a0 nicht,\u00a0 dass\u00a0 Jesus\u00a0 ihm\u00a0 die\u00a0 F\u00fc\u00dfe\u00a0 wasche, aber dann verstand er, dass Jesus nicht blo\u00df \u00a0ein Beispiel daf\u00fcr sein will, wie wir einander die F\u00fc\u00dfe waschen sollen. Diesen Dienst kann nur tun, \u00a0wer sich vorher von Christus die F\u00fc\u00dfe hat waschen \u00a0lassen. Nur dieser hat \u00bbAnteil\u00ab an ihm (<a title=\"Joh 13, 8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes13.8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joh 13, 8<\/a>) und kann so dem Menschen dienen. Die \u00f6sterliche Bu\u00dfzeit ist eine geeignete Zeit, um sich von Christus dienen zu lassen und so wie \u00a0er zu werden. Das geschieht, wenn wir das Wort Gottes h\u00f6ren und die Sakramente, insbesondere \u00a0die Eucharistie, empfangen. Durch diese werden wir das, was wir empfangen: Leib Christi. In diesem Leib findet jene Gleichg\u00fcltigkeit, die sich so \u00a0oft unserer Herzen zu bem\u00e4chtigen scheint, keinen Raum. Denn wer Christus geh\u00f6rt, geh\u00f6rt einem einzigen Leib an, und in ihm begegnet man \u00a0einander nicht mit Gleichg\u00fcltigkeit. \u00bbWenn darum \u00a0ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein \u00a0Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit \u00a0ihm\u00ab (<a title=\"1 Kor12, 26\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther12.26\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Kor 12, 26<\/a>).<\/p>\n<p>Die Kirche ist Communio sanctorum, weil die Heiligen an ihr teilhaben, aber auch weil sie Gemeinschaft an heiligen Dingen ist: an der Liebe \u00a0Gottes, die in Christus offenbar geworden ist, und \u00a0an allen seinen Gaben. Zu diesen geh\u00f6rt auch die \u00a0Antwort derer, die sich von dieser Liebe erreichen \u00a0lassen. In dieser Gemeinschaft der Heiligen und \u00a0der Teilhabe am Heiligen besitzt keiner etwas nur \u00a0f\u00fcr sich, sondern was er hat, ist f\u00fcr alle. Und weil \u00a0wir in Gott verbunden sind, k\u00f6nnen wir auch etwas f\u00fcr die Fernen und diejenigen tun, die wir aus \u00a0eigener Kraft niemals erreichen k\u00f6nnten, denn mit \u00a0ihnen und f\u00fcr sie beten wir zu Gott, damit wir uns \u00a0alle seinem Heilswirken \u00f6ffnen.<\/p>\n<h4><strong>2. \u00bbWo ist dein Bruder?\u00ab (<a title=\"Gen 4, 9\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Mose4.9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gen 4, 9<\/a>) \u2013 Die Gemeinden und die Gemeinschaften<\/strong><\/h4>\n<p>Das in Bezug auf die Weltkirche Gesagte muss\u00a0 notwendigerweise in das Leben der Pfarrgemeinden und Gemeinschaften \u00fcbersetzt werden. Gelingt \u00a0es in solchen kirchlichen Bereichen, sich als Teil \u00a0eines einzigen Leibes zu erleben? Ein Leib, der zugleich empf\u00e4ngt und teilt, was Gott schenken \u00a0m\u00f6chte? Ein Leib, der seine schw\u00e4chsten, \u00e4rmsten \u00a0und kleinsten Glieder kennt und sich um sie sorgt? \u00a0Oder fl\u00fcchten wir uns in eine universale Liebe, die \u00a0sich in der weiten Welt engagiert, aber Lazarus, der \u00a0vor der eigenen verschlossenen T\u00fcr sitzt, vergisst?\u00a0(vgl. <a title=\"Lk 16,19-31\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Lukas16.19-31\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lk 16,19-31<\/a>) Um das, was Gott uns schenkt, empfangen und\u00a0vollkommen fruchtbar machen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir die Grenzen der sichtbaren Kirche in zwei\u00a0Richtungen \u00fcberschreiten. Zum einen, indem wir uns betend mit der Kirche des Himmels verbinden. Wenn die irdische \u00a0Kirche betet, entsteht eine Gemeinschaft des gegenseitigen Dienstes und des Guten, die bis zum\u00a0 Angesicht Gottes reicht. Mit den Heiligen, die ihre\u00a0F\u00fclle in Gott gefunden haben, bilden wir einen Teil \u00a0jenes Miteinanders, in dem die Gleichg\u00fcltigkeit \u00a0durch die Liebe \u00fcberwunden ist. Die Kirche des \u00a0Himmels ist nicht triumphierend, weil sie sich von \u00a0den Leiden der Welt abgewandt hat und sich ungest\u00f6rt der Freude hingibt. Vielmehr k\u00f6nnen die Heiligen schon sehen und sich dar\u00fcber freuen, dass sie \u00a0mit dem Tod und der Auferstehung Jesu die Gleichg\u00fcltigkeit, die Hartherzigkeit und den Hass ein f\u00fcr \u00a0alle Mal \u00fcberwunden haben. Solange dieser Sieg der \u00a0Liebe nicht die ganze Welt durchdrungen hat, sind \u00a0die Heiligen noch mit uns als Pilger unterwegs. In der \u00dcberzeugung, dass die Freude im Himmel \u00fcber \u00a0den Sieg der gekreuzigten Liebe nicht vollkommen \u00a0ist, solange auch nur ein Mensch auf der Erde leidet und st\u00f6hnt, schrieb die heilige Kirchenlehrerin \u00a0Terese von Lisieux:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIch rechne bestimmt damit, im \u00a0Himmel nicht unt\u00e4tig zu bleiben. Mein Wunsch ist, weiter f\u00fcr die Kirche und die Seelen zu arbeiten\u00ab \u00a0(Brief Nr. 254 vom 14. Juli 1897).<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wir haben Anteil an den Verdiensten und der Freude der Heiligen, und diese nehmen teil an unserem Ringen und an unserer Sehnsucht nach\u00a0Frieden und Vers\u00f6hnung. Ihre Freude \u00fcber den Sieg \u00a0des auferstandenen Christus gibt uns die Kraft, die vielen Formen der Gleichg\u00fcltigkeit und der Hartherzigkeit zu \u00fcberwinden. Zum anderen ist jede christliche Gemeinschaft\u00a0dazu aufgerufen, die Schwelle zu \u00fcberschreiten, die sie in Beziehung setzt zu der Gesellschaft, die sie\u00a0umgibt, sowie zu den Armen und Fernen. Die Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch, nicht in\u00a0sich selbst zur\u00fcckgezogen, sondern ausgesendet zu allen Menschen. Diese Sendung ist das geduldige Zeugnis f\u00fcr Ihn,\u00a0der die ganze Wirklichkeit und jeden Menschen zum \u00a0Vater f\u00fchren will. Die Mission ist das, wor\u00fcber die\u00a0Liebe nicht schweigen darf. Die Kirche folgt Jesus Christus auf dem Weg, der sie zu jedem Menschen\u00a0f\u00fchrt, bis an die Grenzen der Erde (vgl. <a title=\"Apg 1, 8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Apostelgeschichte1.8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 1, 8<\/a>). So\u00a0k\u00f6nnen wir in unserem N\u00e4chsten den Bruder und die\u00a0Schwester sehen, f\u00fcr die Christus gestorben und auferstanden ist. Was wir empfangen haben, das haben \u00a0wir auch f\u00fcr sie empfangen. Und ebenso ist das, was \u00a0diese Br\u00fcder besitzen, ein Geschenk f\u00fcr die Kirche \u00a0und f\u00fcr die ganze Menschheit.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wie sehr m\u00f6chte\u00a0ich, dass die Orte, an denen sich die Kirche zeigt \u2013\u00a0unsere Gemeinden und besonders unsere Gemeinschaften \u2013, zu Inseln der Barmherzigkeit im Meer der Gleichg\u00fcltigkeit werden!<\/p>\n<h4><strong>3. \u00bbMacht euer Herz stark\u00ab (<a title=\"Jak 5, 8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Jakobus5.8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jak 5, 8<\/a>) \u2013 Der einzelne Gl\u00e4ubige<\/strong><\/h4>\n<p>Auch wir als Einzelne sind der Versuchung der\u00a0 Gleichg\u00fcltigkeit ausgesetzt. Wir sind von den ersch\u00fctternden Berichten und Bildern, die uns das \u00a0menschliche Leid erz\u00e4hlen, ges\u00e4ttigt und versp\u00fcren \u00a0zugleich unser ganzes Unverm\u00f6gen einzugreifen. \u00a0Was k\u00f6nnen wir tun, um uns nicht in diese Spirale \u00a0des Schreckens und der Machtlosigkeit hineinziehen zu lassen? Erstens k\u00f6nnen wir in der Gemeinschaft der irdischen und der himmlischen Kirche beten. Untersch\u00e4tzen wir nicht die Kraft des Gebetes von so vielen! Die \u00a0Initiative 24 Stunden f\u00fcr den Herrn, von der ich hoffe, \u00a0dass sie am 13. und 14. M\u00e4rz in der ganzen Kirche, \u00a0auch auf Di\u00f6zesanebene, gefeiert wird, m\u00f6chte ein \u00a0Ausdruck dieser Notwendigkeit des Betens sein.<\/p>\n<p>Zweitens k\u00f6nnen wir mit Gesten der N\u00e4chstenliebe\u00a0 helfen und dank der zahlreichen Hilfswerke der Kirche \u00a0sowohl die Nahen als auch die Fernen erreichen. Die \u00a0\u00f6sterliche Bu\u00dfzeit ist eine geeignete Zeit, um dieses \u00a0Interesse dem anderen gegen\u00fcber mit einem vielleicht \u00a0auch nur kleinen, aber konkreten Zeichen unserer Teilnahme am gemeinsamen Menschsein zu zeigen. Drittens schlie\u00dflich ist das Leid des anderen ein \u00a0Aufruf zur Bekehrung, weil das Bed\u00fcrfnis des Bruders mich an die Zerbrechlichkeit meines eigenen Lebens, an meine Abh\u00e4ngigkeit von Gott und von den \u00a0Mitmenschen erinnert. Wenn wir dem\u00fctig die Gnade \u00a0Gottes erbitten und die Grenzen unserer M\u00f6glichkeiten annehmen, dann werden wir auf die unendlichen\u00a0 M\u00f6glichkeiten vertrauen, die die Liebe Gottes in sich \u00a0birgt.\u00a0 Und\u00a0 wir werden der teuflischen\u00a0 Versuchung widerstehen, die uns glauben macht, wir k\u00f6nnten uns\u00a0selbst und die Welt ganz alleine retten.<\/p>\n<p>Um die Gleichg\u00fcltigkeit und unseren Allmachtswahn zu \u00fcberwinden, m\u00f6chte ich alle darum bitten,\u00a0 diese \u00f6sterliche Bu\u00dfzeit als einen Weg der \u00bbHerzensbildung\u00ab zu gehen, wie Benedikt XVI. sich ausdr\u00fcckte (Enzyklika <a title=\"Deus caritas est\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deus caritas est<\/a>, 31). Ein barmherziges Herz zu haben, bedeutet nicht ein kraftloses Herz zu \u00a0haben. Wer barmherzig sein will, braucht ein starkes, ein festes Herz, das f\u00fcr den Versucher verschlossen, f\u00fcr Gott aber offen ist. Ein Herz, das sich vom Heiligen Geist durchdringen und auf die Wege der Liebe f\u00fchren l\u00e4sst, die zu den Br\u00fcdern und Schwestern f\u00fchren. Im Grunde ein armes Herz, das um die eigene \u00a0Armut wei\u00df und sich f\u00fcr den anderen hingibt. Deswegen, liebe Br\u00fcder und Schwestern, m\u00f6chte ich mit euch in dieser \u00f6sterlichen Bu\u00dfzeit Christus bitten: \u00bbFac cor nostrum secundum cor tuum \u2013 \u00a0Bilde unser Herz nach deinem Herzen\u00ab (Gebetsruf \u00a0aus der Herz-Jesu-Litanei). Dann werden wir ein\u00a0 starkes und barmherziges, waches und gro\u00dfm\u00fctiges \u00a0Herz haben, das sich nicht in sich selbst verschlie\u00dft \u00a0und nicht in den Schwindel der Globalisierung der \u00a0Gleichg\u00fcltigkeit verf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Mit diesem Wunsch sage ich mein Gebet zu, damit\u00a0 jeder Gl\u00e4ubige und jede kirchliche Gemeinschaft den \u00a0Weg der \u00f6sterlichen Bu\u00dfzeit fruchtbringend beschreite. Und ich bitte euch, f\u00fcr mich zu beten. M\u00f6ge der \u00a0Herr euch segnen und die Muttergottes euch beh\u00fcten!<\/p>\n<p>Aus dem Vatikan, am 4. Oktober 2014, dem Fest des heiligen Franziskus von Assisi \u2013\u00a0Franziskus<\/p>\n<h2>Weitere Hinweise und Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li id=\"titolo\"><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/lent.index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Botschaften f\u00fcr die Fastenzeit von Papst Franziskus<\/a> (2014-2024)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/lent\/documents\/papa-francesco_20161018_messaggio-quaresima2017.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fastenzeit 2017: Das Wort Gottes ist ein Geschenk. Der andere ist ein Geschenk<\/a>,\u00a0Libreria Editrice Vaticana<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/lent\/documents\/papa-francesco_20151004_messaggio-quaresima2016.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fastenzeit 2016: \u201eBarmherzigkeit will ich, nicht Opfer\u201c (Mt 9,13). Die Werke der Barmherzigkeit auf dem Weg des Jubil\u00e4ums<\/a>,\u00a0Libreria Editrice Vaticana<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/lent\/documents\/papa-francesco_20141004_messaggio-quaresima2015.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fastenzeit 2015: Macht euer Herz stark (Jak 5,8)<\/a>,\u00a0Libreria Editrice Vaticana<\/li>\n<li><a title=\"Papst-Botschaft zur Fastenzeit\" href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/news\/2015\/01\/27\/papst-botschaft_zur_fastenzeit\/1120136\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Papst-Botschaft zur Fastenzeit<\/a>, 2015, Radio Vatikan, Archivio, Artikel 1120136, Stefan von Kempis<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/lent\/documents\/papa-francesco_20131226_messaggio-quaresima2014.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fastenzeit 2014: Er wurde arm, um uns durch seine Armut reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9)<\/a>,\u00a0Libreria Editrice Vaticana<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abMacht euer Herz stark\u00bb (Jak 5, 8) Dieses Motto gab Papst Franziskus der\u00a0 Fastenzeit 2015. 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