{"id":37646,"date":"2018-06-05T18:09:01","date_gmt":"2018-06-05T16:09:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifitpi.ch\/?p=8931"},"modified":"2025-01-26T17:45:08","modified_gmt":"2025-01-26T16:45:08","slug":"ist-die-gleichberechtigung-von-mann-und-frau-berechtigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=37646","title":{"rendered":"Ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau berechtigt?"},"content":{"rendered":"<h2>Wackelkandidat &#171;gleich&#187; f\u00fcr Begriffe, die beliebig\u00a0auf alle Seiten kippen k\u00f6nnen<\/h2>\n<p><iframe title=\"Thomas von Aquin - Zentrale Gedanken\" width=\"474\" height=\"356\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1aYonQaswew?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Im Philosophie-Unterricht habe ich vor etlichen Jahren mal vom Kontradiktionsprinzip geh\u00f6rt (Gion Darms: Von der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen. Herausgeber: Peter Steinegger, Carl J. Wiget, Stefan Pfyl, Franz Xaver von Weber, 2012, S. 162-163.) Ein Seinsprinzip also, welches besagt: \u00ab<strong>Das Gleiche kann unter demselben Gesichtspunkt nicht zugleich sein und nicht sein.<\/strong>\u00bb\u00a0 Ich verlasse mich hier auf diese Definition, weil sie vom gr\u00f6ssten Philosophen aller Zeiten stammt, n\u00e4mlich vom hl. <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Category:Thomas_Aquinas?uselang=de-ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thomas von Aquin<\/a>.<!--more--><\/p>\n<p>Wenn es beim Kontradiktionsprinzip wesentlich um denselben Gesichtspunkt geht, unter dem etwas nicht zugleich &#171;gleich&#187; und &#171;nicht gleich&#187; sein kann, frage ich mich, welcher Gesichtspunkt denn bei der \u00abGleichberechtigung von Mann und Frau\u00bb eigentlich ins Spiel kommt oder besser kommen soll? Ist der Gesichtspunkt im ersten Teil des Begriffs\u00a0<strong>Gleich<\/strong>berechtigung &#171;Mann&#187; oder &#171;Frau&#187; oder &#171;Mann und Frau&#187;? Ist es nur der Gesichtspunkt &#171;Mann&#187;, dann ist derselbe Gesichtspunkt f\u00fcr das Gleiche nicht mehr gegeben. Und umgekehrt: Ist es nur der Gesichtspunkt &#171;Frau&#187;, dann ist derselbe Gesichtspunkt f\u00fcr das Gleiche auch nicht mehr gegeben. Ist aber derselbe Gesichtspunkt\u00a0&#171;Mann und Frau&#187;, dann h\u00e4tten wir zwei ungleiche Begriffe zu einen Gesichtspunktpaar zusammengefasst. Wie soll das gehen, wenn zwei ungleiche Begriffe, die auf Gleichheit gepr\u00fcft werden sollen, ein und denselben Gesichtspunkt bilden? Wenden wir n\u00e4mlich das Kontradiktionsprinzip so an, dann f\u00e4llt der axiomatische Sachverhalt in sich zusammen und alles ist dann beliebig gleich oder ungleich bez\u00fcglich &#171;Mann&#187; oder &#171;Frau&#187; oder &#171;Mann und Frau&#187;. Es ist kein Prinzip mehr m\u00f6glich. Auch mathematisch w\u00fcrde die Identit\u00e4t\u00a0\u2261 nicht mehr greifen und die Astrophysiker w\u00fcrden so nie auf den Mars kommen!<\/p>\n<h3>Wenn zwei das Gleiche tun, so ist das nicht dasselbe<\/h3>\n<figure id=\"attachment_9009\" aria-describedby=\"caption-attachment-9009\" style=\"width: 336px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-opt-id=1947697409  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-9009\" src=\"https:\/\/ml2mintiuscj.i.optimole.com\/w:300\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Portrait_of_Terence_from_Vaticana_Vat._lat-300x300.jpg\" alt=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Portrait_of_Terence_from_Vaticana,_Vat._lat.jpg?uselang=de\" width=\"336\" height=\"336\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9009\" class=\"wp-caption-text\">Publius Terentius Afer, auf Deutsch Terenz, war einer der ber\u00fchmtesten Kom\u00f6diendichter der r\u00f6mischen Antike.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nun, zum zweiten Teil des Begriffs Gleich<strong>berechtigung<\/strong>: Gem\u00e4ss Wikipedia gibt es f\u00fcr &#171;Berechtigung&#187; einige Synonyme:\u00a0Anrecht, Anspruch, Befugnis, Erlaubnis, Erm\u00e4chtigung, Genehmigung, Recht, Vollmacht, Zustimmung, &#8230; Wenn also Mann und Frau gleichberechtigt sein sollen, welche Semantik f\u00fcr Berechtigung sollen wir dann nehmen, um auf eine Gleichheit zwischen Mann und Frau zu kommen oder besser zu konstruieren? Betrachten wir mal das\u00a0<a href=\"https:\/\/gutezitate.com\/zitat\/152493\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zitat von Terenz<\/a>:\u00a0\u201e<strong>Wenn zwei das Gleiche tun, so ist das nicht dasselbe.<\/strong>\u201c Wenn also zwei \u2014 das k\u00f6nnen zwei M\u00e4nner sein, k\u00f6nnen aber auch zwei Frauen sein, es k\u00f6nnen eine Frau und ein Mann sein oder vielleicht auch ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humanoid\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Humanoid<\/a> und ein genmutierter Transgender (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CRISPR\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Crispr<\/a>) \u2014, die das Gleiche tun, nicht dasselbe ist, wie sind denn zwei beliebige &#171;Menschen&#187; \u00fcberhaupt gleichberechtigt? Muss ein ziemlicher Spagat sein, den sich die relativistisch gepr\u00e4gten Begriffsarchitekten machtvoll anstatt liebevoll unter &#171;Gleichberechtigung von Mann und Frau&#187; vorstellen. Ich jedenfalls bin sehr froh, dass ich diesen Spagat nicht leisten muss (und sie selber k\u00f6nnen es vermutlich auch nicht)! Ernsthafte Frage: Wird nicht gerade hier die objektive Wahrheit relativiert und drapiert?<\/p>\n<h3>Trugschl\u00fcsse oder\u00a0Sophismen<\/h3>\n<p>Nun, was ist denn mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau? Ist das ein sogenannter klassischer Trugschluss, auch Sophismus genannt?\u00a0Die Trugschl\u00fcsse oder Sophismen\u00a0geh\u00f6ren laut Lehre des hl. <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Category:Thomas_Aquinas?uselang=de-ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thomas von Aquin<\/a> zu den Fehlschl\u00fcssen oder Paralogismen. Trugschl\u00fcsse werden jene Fehlschl\u00fcsse genannt, die den Schein der Folgerichtigkeit an sich tragen. Sie k\u00f6nnen aus verschiedenen Gr\u00fcnden entstehen (Gion Darms: Vorlesung \u201eLogik\u201c, Kantonsschule Kollegium Schwyz, 1973\/74 oder Gion Darms: Von der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen. Herausgeber: Peter Steinegger, Carl J. Wiget, Stefan Pfyl, Franz Xaver von Weber, 2012, S. 76-80.):<\/p>\n<h4>A. Der Trugschluss durch Aequivokation (sophisma aequivocationis)<\/h4>\n<p>Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Nur der Mensch lacht.<br \/>\nDiese Wiese lacht.<br \/>\nDiese Wiese ist ein Mensch.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>B. Der Trugschluss durch Verwechslung von Zuf\u00e4lligem und Wesentlichem (sophisma accidentis)<\/h4>\n<p>Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Philosophen haben durch ihre Lehren schon manches Unheil angerichtet. Also ist die Philosophie dazu angetan, Unheil anzurichten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Merke: Es liegt nicht im Wesen der Philosophie, Unheil anzurichten.<\/p>\n<h4>C. Der Trugschluss durch Verwechslung von zeitlichem Nacheinander und Kausalzusammenhang (sophisma non causae ut causae)<\/h4>\n<p>Hier wird eine Erscheinung, die zeitlich auf eine andere folgt, f\u00e4lschlicherweise als deren Wirkung betrachtet. Man schlie\u00dft nach der Formel \u201epost hoc, ergo propter hoc\u201c (\u201enachher, also deshalb\u201c). Zwei aufeinanderfolgende Erscheinungen: I. Ursache \u21d2 II. Wirkung<\/p>\n<p>Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Nach der Ausbreitung des Christentums ging das r\u00f6mische Reich unter. Also war die Ausbreitung des Christentums die Ursache des Untergangs.<\/li>\n<li>Nach Einnahme der Medizin starb der Kranke. Also war die Einnahme der Medizin die Ursache des Todes.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>D. Der Trugschluss durch Verfehlung des Fragepunktes (ignoratio elenchi)<\/h4>\n<p>Hier sucht man etwas zu beweisen, was gar nicht zur Diskussion steht.<br \/>\nBeispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Mensch ist nicht grunds\u00e4tzlich frei, denn man kann ihn inhaftieren.<\/li>\n<li>Der Papst ist nicht unfehlbar, denn er kann s\u00fcndigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Merke: Verwechslung von innerer und \u00e4usserer Freiheit. Zur Diskussion steht die innere Freiheit, aber man will beweisen, dass der Mensch \u00e4usserlich nicht unbedingt frei ist.<\/p>\n<h4>E. Der Trugschluss durch fingierte Allgemeinheit (sophisma fictae universalitatis)<\/h4>\n<p>Dieser Schluss geht aus von einer fingierten d.h. moralischen Allgemeinheit, die f\u00e4lschlicherweise zu einer metaphysischen Allgemeinheit hochgespielt wird.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmtes Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Epimenides hat gesagt: Alle Kreter sind L\u00fcgner.<br \/>\nNun aber war Epimenides selbst ein Kreter.<br \/>\nAlso war Epimenides ein L\u00fcgner.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Merke: Keine metaphysische Einheit, die auf jeden Hintersten und Letzten zutrifft, sondern das ist eine moralische Einheit.<\/p>\n<h4>F. Der Trugschluss durch Voraussetzung des zu Beweisenden (petitio principii)<\/h4>\n<p>Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Sonne steht (in Bezug auf die Erde). Also bewegt sich die Erde um die Sonne.<\/li>\n<li>Die Seele des Menschen ist nicht geistig, weil es nur Materie gibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Merke: Man setzt voraus, dass es nur Materie gibt, was zu beweisen w\u00e4re.<\/p>\n<h4>G. Der Zirkelschluss (circulus vitiosus)<\/h4>\n<p>Der Zirkelschluss stellt eine besondere Art der Petitio principii dar und besteht darin, dass man (gegen\u00fcber dem gleichen Gespr\u00e4chspartner) von zwei Aussagen die erste durch die zweite und dle zweite durch die erste zu beweisen sucht.<\/p>\n<p>Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Mensch ist frei, weil er zurechnungsf\u00e4hig, und er ist zurechnungsf\u00e4hig, weil er frei ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Wenn die Behauptung, dass Mann und Frau gleichberechtigt seien, mal abgesehen von den nicht-mutierten Chromosomenpaaren X-X f\u00fcr die Frau und X-Y f\u00fcr den Mann, die ja bereits in der unber\u00fchrten Natur des Menschen unterschiedlich sind, stimmen soll, dann fehlt der Gesichtspunkt, unter dem das (hier: hypothetisch) Gleiche, also Mann und Frau, nicht zugleich sein kann und nicht sein kann. Das verletzt das Kontradiktionsprinzip. (Es g\u00e4be ja noch weitere Prinzipien (Axiome), die auch wichtig sind, wie das Seinsprinzip und das Kausalit\u00e4tsprinzip, welche hier so heimlich, still und leise vorausgesetzt werden.) Deshalb liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau eine Behauptung ist, der die heutigen Menschen reihenweise auf den Leim gegangen sind und immer noch gehen, und nichts anderes ist als ein Trugschluss, ein perfider Sophismus, der das Kontradiktionsprinzip aushebelt. Das Kontradiktionsprinzip (ein Axiom) auszuhebeln, ohne dass man es merkt, ist schon ein starkes St\u00fcck, welches zu leisten nur der Relativismus in der Lage ist!<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Kardinal M\u00fcller: <a href=\"https:\/\/www.kath.net\/news\/79795\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eNiemand kann die Lehre Christi reformieren oder modernisieren\u201c<\/a> (<a href=\"https:\/\/kath.net\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">kath.net<\/a>)<\/li>\n<li>Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/documents\/rc_con_cfaith_doc_19870222_respect-for%20human-life_ge.html\">Instruktion \u00fcber die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die W\u00fcrde der Fortpflanzung<\/a><\/li>\n<li>Von welcher W\u00fcrde spricht der Leib? &#8211; <a href=\"https:\/\/youtube.com\/clip\/Ugkxuiie2-rMcQLr5LysmRskhKgXIvjOmHBD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dekonstruvismus<\/a> (60-sek-Video-Clip von Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)<\/li>\n<li>Von welcher W\u00fcrde spricht der Leib? &#8211; <a href=\"https:\/\/youtube.com\/clip\/Ugkx4uxostemnuDVRMMK4eRcEHrFtk_UxJU4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Unterschied zu Rollen gibt es Aufgaben<\/a> (60-sek-Video-Clip von Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=3987\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Von der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/ifit.ch\/?p=4052\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcber die unselige Abh\u00e4ngigkeit der Arbeit vom Lohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=8348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Krieg der Schlagw\u00f6rter &#8211; bleibt die Wahrheit aussen vor?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=4887\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nicht Sklavenarbeit, nicht egoistischer Profit, nein, Arbeit heisst vielmehr, am Plan der Sch\u00f6pfung teilzuhaben<\/a><\/li>\n<li><a class=\"row-title\" href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=8576\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" aria-label=\"\u201eDie Gabe der Unterscheidung der Geister\u201c (Bearbeiten)\">Die Gabe der Unterscheidung der Geister<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=5832\">Antriebe und Eingebungen des g\u00f6ttlichen Geistes<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wackelkandidat &#171;gleich&#187; f\u00fcr Begriffe, die beliebig\u00a0auf alle Seiten kippen k\u00f6nnen Im Philosophie-Unterricht habe ich vor etlichen Jahren mal vom Kontradiktionsprinzip geh\u00f6rt (Gion Darms: Von der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen. 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