{"id":3703,"date":"2013-10-11T23:53:48","date_gmt":"2013-10-11T21:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifitblog.ch\/wordpress\/?p=3703"},"modified":"2021-10-19T16:32:30","modified_gmt":"2021-10-19T14:32:30","slug":"hilfe-fur-kirche-in-venezuela-riesiges-erdoelvorkommen-19000-gewaltstote-und-ohne-gueter-taeglichen-bedarfs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=3703","title":{"rendered":"Hilfe f\u00fcr Kirche in Venezuela &#8211; riesiges Erd\u00f6lvorkommen, 19000 Gewaltstote und ohne G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs"},"content":{"rendered":"<h1>Msgr. Padr\u00f3n S\u00e1nchez, Bischofskonferenz, \u00fcber den Notstand in Venezuela<\/h1>\n<p>Die Lage in Venzuela bleibt f\u00fcr die Menschen angespannt. Das Land, das riesige Erd\u00f6lvorkommen hat, produziert heute fast nichts mehr. Beinah alles muss importiert werden \u2013 sogar die G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs sind Mangelware. Dazu gibt es j\u00e4hrlich \u00fcber 19\u2018000 Tote durch Gewalt \u2013 auch die katholische Kirche und die anderen Kirchen sind davon betroffen.\u00a0Das\u00a0YouTube-Video &#171;<a title=\"Venezuela at the crossroads\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Z1h-2qyrNyQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Venezuela at the crossroads<\/a>&#187; von Catholic Radio TV Net\u00a0handelt ebenfalls \u00fcber Venezuelas Notsituation (in Englisch). Aber auch der Vorsitzende der venezolanischen Bischofskonferenz, Msgr. Diego Rafael Padr\u00f3n S\u00e1nchez, gibt im folgenden Interview mit <a title=\"Kirche in Not\" href=\"http:\/\/www.kirche-in-not.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kirche in Not<\/a> Auskunft zur prek\u00e4ren Situation in seinem Land.<!--more--><\/p>\n<h2>Venezuela &#8211; Ein Jahr nach den Wahlen<\/h2>\n<h4><b>Interview mit S.E. Msgr. Diego Rafael Padr\u00f3n S\u00e1nchez, Erzbischof von<br \/>\nCuman\u00e1 and Pr\u00e4sident der venezolanischen Bischofskonferenz<\/b><\/h4>\n<p><strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Zusammen mit anderen Mitgliedern der Venezolanischen Bischofskonferenz waren Sie in Rom und wurden dort von Papst Franziskus empfangen. Was hat er Ihnen gesagt?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Das Gespr\u00e4ch mit Papst Franziskus am 26. September war f\u00fcr uns eine Gelegenheit, ihm unsere Verbundenheit und Treue zu bezeugen. Und wir haben ihm von der Bedeutung und Ausrichtung des venezolanischen Plenarkonzils berichtet, von unserer Einheit als Kirche und den Sorgen in unserem Land.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Der Heilige Vater hat die Kirche in Venezuela gebeten, offen und allen Menschen nahe zu sein, um Frieden und Vers\u00f6hnung im Land zu f\u00f6rdern. Ist das etwas Neues?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Tats\u00e4chlich hat der Papst sehr auf N\u00e4he zum Volk bestanden und die Mittlerrolle der Kirche im Dialog zwischen den verschiedenen Parteien, zwischen den Regierungsanh\u00e4ngern und der Opposition im Land, betont.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Damit ein Dialog stattfindet, muss es zwei Gespr\u00e4chspartner geben. Die Kirche ist bereit zum Dialog, aber es ist nicht immer leicht gewesen, diesen einzuleiten, und oft sind nichts als Versprechungen und leere Worte dabei herausgekommen. Meinen Sie, dass die heutige Lage besser ist?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Ich w\u00fcrde sagen, es hat sich ein Weg angebahnt. Das heisst, beide Seiten haben Schritte unternommen und es hat sich eine T\u00fcr ge\u00f6ffnet, die fr\u00fcher verschlossen war. In diesem Sinn wage ich zu behaupten, dass sich die Beziehung zwischen Kirche und Regierung verbessert hat. Jetzt erkennt die Regierung die Kirche als Gespr\u00e4chspartnerin an, und nach unserem letzten Treffen auch als Mittlerin zwischen den oben genannten Parteien.<\/p>\n<p><strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Und die Opposition? Oft wird die Kirche wegen ihrer Mittler- und Vers\u00f6hnungsrolle von Mitgliedern beider Seiten kritisiert, weil jeder sie gerne auf seiner Seite h\u00e4tte&#8230;<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Wir haben uns auch mit den Anf\u00fchrern der Opposition getroffen und f\u00fchren auch mit ihnen einen Dialog. Da wir frei f\u00fcr das Gesamtwohl des Volkes handeln und nicht f\u00fcr eine konkrete Partei, habe ich keine Kritik feststellen k\u00f6nnen, weil wir mit beiden Seiten eine Dialog f\u00fchren. Man w\u00fcrde uns kritisieren, wenn wir mit keiner oder nur mit einer Seite sprechen w\u00fcrden.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Am 7. Oktober j\u00e4hrt sich die Wiederwahl des verstorbenen Pr\u00e4sidenten Hugo Ch\u00e1vez, der nach einer langen Krankheit von Maduro ersetzt worden ist, wogegen die Opposition protestiert hat. Dieses letzte Jahr war sehr bewegt f\u00fcr Venezuela. Wie ist Ihre Bilanz dieses Jahres? Hat sich etwas ver\u00e4ndert?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Nat\u00fcrlich hat es Ver\u00e4nderungen gegeben, und gleich an erster Stelle, weil Maduro nicht Ch\u00e1vez ist. Zwar bezeichnet sich Pr\u00e4sident Maduro als \u201eSohn von Ch\u00e1vez\u201c, der dessen Schritten folgt, aber mit seiner Regierung beginnt eine neue Etappe. F\u00fcr ihn ist alles neu und er ist neu in allem. Bis jetzt f\u00e4llt die Bilanz klar negativ aus. Die Pl\u00e4ne von Pr\u00e4sident Maduro sind stets Notfallpl\u00e4ne, unmittelbare Reaktionen auf die jeweilige Situation.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Uns erreichen h\u00f6chst besorgniserregende Nachrichten \u00fcber den Mangel an allerlei Produkten, selbst grundlegende wie Nahrungsmittel und Hygieneartikel&#8230; Es scheint, dass gegenw\u00e4rtig die Nahrungsmittel de facto in vielen Teilen Venezuelas rationiert sind, weil man sie nicht aufbringen kann. Maduro hat vor kurzem einen Vertrag mit Kolumbien unterschrieben, um Nahrungsmittel im Wert von 600 Millionen Dollar zu importieren. Ist die Situation so drastisch wie sie beschrieben wird?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Auf jeden Fall. Sie ist drastisch, denn wir haben uns von einem Exportland zu einem Importland entwickelt, von einem Land, in dem es alles gab zu einem Land, in dem es an den elementarsten Produkten mangelt. Aber ich darf von dieser Knappheit nicht reden, denn es ist verboten.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Venezuela war ein reiches Land. Ist es das immer noch so?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Sie haben zu Recht gesagt, dass es ein reiches Land war. Es ist weiterhin reich, wenn man es am Potential des Volkes, der Fruchtbarkeit seiner B\u00f6den und der F\u00fclle an Bodensch\u00e4tzen bemisst, aber es ist arm an Produktionsmittel und Produktionssystemen: heute produziert Venezuela fast nichts. Ich wiederhole: Alles kaufen wir vom Ausland, sogar zu hohen Preisen. Andererseits wird die nationale W\u00e4hrung abgewertet. Aus diesem Grund sind die Leute \u00e4rmer, auch wenn mehr Geld im Umlauf ist, und sie merken, dass das Geld nicht ausreicht.<\/p>\n<p><strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Noch besorgniserregender sind die Nachrichten \u00fcber die Gewalt im Land. Auch die Kirche ist von diesem Problem betroffen: die Einrichtungen der Bischofskonferenz in Caracas sind im Zeitraum von zwei Wochen gleich neun Mal \u00fcberfallen worden. Und das in einem Land, in dem es j\u00e4hrlich 19.000 Tote durch Gewalt gibt. Gibt es Worte daf\u00fcr? Kann man diese Gewaltwelle aufhalten?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Nicht nur die katholische, sondern auch andere Kirchen sind betroffen. Aber das ist nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist, dass es heute kaum noch eine Familie gibt, die nicht so einen Fall zu betrauern h\u00e4tte. Darin sind wir wirklich alle gleich; die Gewalt macht weder vor Regierungsanh\u00e4ngern noch vor Oppositionellen halt, weder vor Kapitalisten noch vor Sozialisten. Trotzdem bin ich davon \u00fcberzeugt, dass sich dies \u00e4ndern kann und wird. Leider sind die Massnahmen der Regierung unzul\u00e4nglich, denn es reicht nicht, die Symptome und Auswirkungen zu bek\u00e4mpfen. Man muss gegen die Ursachen vorgehen.<br \/>\n<strong>Kirche in Not: <\/strong><em>Um nicht nur Trauriges zu berichten, lassen Sie uns den Weltjugendtag in Brasilien erw\u00e4hnen, an dem so viele venezolanische Jugendliche teilgenommen haben und den Lateinamerikanischen Missionskongress in Maracaibo. Der Kirche in Venezuela fehlt es nicht an Lebendigkeit. Welche Bedeutung wird der Missionskongress in Maracaibo haben?<\/em><br \/>\n<strong>Erzbischof S\u00e1nchez<\/strong>: Ja, es ist nicht alles dunkel. Trotz Schmerz und Trauer \u00fcber die aktuelle schwere Lage lassen sich die Jugendlichen nicht entmutigen. Vor allem mit der Kirche verbundene Jugendliche haben den Mut, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Trotz der extrem schwierigen Wirtschaftslage haben 6.000 Jugendliche aus Venezuela am Weltjugendtag teilgenommen, und diese hohe Zahl ist ein Zeichen der Hoffnung. Unsere Jugend steht f\u00fcr K\u00fchnheit und Hoffnung, die Katholiken sind stolz auf sie. So d\u00fcrfte es auch beim Amerikanischen Missionskongress sein, der mit Gottes Hilfe ein aussergew\u00f6hnliches Ereignis im Jahr des Glaubens sein wird. F\u00fcr uns alle ist das eine Gelegenheit, zu zeigen, das Leben, Solidarit\u00e4t und Mission eine Einheit bilden. Das ist ein wichtiger Beitrag des Missionskongresses f\u00fcr das Land und die Kirche.<br \/>\n<a title=\"Kirche in Not\" href=\"http:\/\/www.kirche-in-not.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kirche in Not<\/a> unterst\u00fctzte im Jahr 2012 Projekte in Venezuela mit rund CHF 785 000.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Msgr. Padr\u00f3n S\u00e1nchez, Bischofskonferenz, \u00fcber den Notstand in Venezuela Die Lage in Venzuela bleibt f\u00fcr die Menschen angespannt. Das Land, das riesige Erd\u00f6lvorkommen hat, produziert heute fast nichts mehr. Beinah alles muss importiert werden \u2013 sogar die G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs sind Mangelware. 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