{"id":3629,"date":"2013-10-04T23:44:39","date_gmt":"2013-10-04T21:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifitblog.ch\/wordpress\/?p=3629"},"modified":"2021-10-19T16:28:57","modified_gmt":"2021-10-19T14:28:57","slug":"liebe-zu-den-armen-und-nachahmung-des-armen-christus-sind-fuer-den-hl-franz-von-assisi-untrennbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=3629","title":{"rendered":"Liebe zu den Armen und Nachahmung des armen Christus sind f\u00fcr den hl. Franz von Assisi untrennbar"},"content":{"rendered":"<h1>Eucharistiefeier\u00a0mit Papst Franziskus am\u00a0Hochfest des hl. Franz von Assisi<\/h1>\n<p>Aus dem hl. Evangelium nach Matth\u00e4us (<a title=\"Mt 11,25-30\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Matth\u00e4us11.25-30\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mt 11,25-30<\/a>): In jener Zeit sprach Jesus: Ich preis dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unm\u00fcndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles \u00fcbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin g\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seele. Denn mein Joch dr\u00fcckt nicht und meine Last ist leicht.<\/p>\n<h2>Papstpredigt gem\u00e4ss Live-\u00dcbertragung von EWTN, K-TV und Radio Horeb<\/h2>\n<p>Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unm\u00fcndigen aber offenbart hast. Friede und Heil euch allen! Mit diesem franziskanischen Gruss, danke ich euch, dass ihr hier auf diesen geschichtstr\u00e4chtigen und vom Glauben gepr\u00e4gten Platz gekommen seid, um gemeinsam mit mir zu beten, um gemeinsam zu beten. Heute bin auch ich, wie viele Pilger gekommen, um den himmlischen Vater f\u00fcr all das zu preisen, was er einem dieser Kleinen, von denen das Evangelium spricht, hat offenbaren wollen, Franziskus, dem Sohn eines reichen Kaufmanns aus Assisi. <!--more-->Die Begegnung mit Jesus brachte ihn dazu, ein gut situiertes sorgenfreies Leben aufzugeben, um sich mit der Herrin Armut zu verm\u00e4hlen und als wahrer Sohn des Vater im Himmel zu leben. Diese Wahl des hl. Franziskus war eine radikale Weise, Christus nachzuahmen, sich mit dem zu bekleiden, der reich war und arm wurde, um uns durch seine Armut reich zu machen. Im ganzen Leben des Franziskus sind die Liebe zu den Armen und die Nachahmung des armen Christus zwei untrennbar miteinander verbundene Elemente. Das sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Was bezeugt uns der hl. Franziskus heute? Was sagt er uns? Nicht mit Worten, denn das ist einfach, sondern mit dem Leben. Das erste Grundlegende, was er uns bezeugt, ist dies: Christsein ist eine lebendige Beziehung zur Person Jesu. Das ist ein &#171;Sich-Bekleiden&#187; mit ihm, ein &#171;Ihm-\u00e4hnlich-werden&#187;. Wo nimmt der Weg des heiligen Franziskus zu Christus seinen Anfang? Ja, nun beim Blick des gekreuzigten Jesus, sich von ihm anschauen lassen, in dem Moment, in dem er sein Leben f\u00fcr uns hingibt und uns zu sich zieht. Franziskus hat diese Erfahrung in besonderer Weise in der kleinen Kirche von San Damiano gemacht, als er vor dem Kruzifix betete, das auch ich heute noch verehren werde. Auf diesem Kreuz erscheint Jesus nicht tot sondern lebend. Das Blut fliesst aus den Wunden der H\u00e4nde, der F\u00fcsse und der Seite herab. Doch dieses Blut dr\u00fcckt Leben aus. Jesus hat die Augen nicht geschlossen sondern ge\u00f6ffnet, weit offen. Es ist ein Blick, der zum Herzen spricht. Und der Gekreuzigte spricht uns nicht von Niederlage, von Scheitern, nein, paradoxerweise spricht uns von einem Tod, der Leben ist, der Leben hervorbringt, denn er spricht uns von Liebe, weil er die menschgewordene Liebe Gottes ist. Wer sich vom gekreuzigten Jesus anschauen l\u00e4sst, wird gleichsam neu erschaffen, er wird eine neue Sch\u00f6pfung. Das ist der Ausgangspunkt von allem. Das ist die Erfahrung der Verwandlung und Gnade, unverdient geliebt zu sein, obwohl man S\u00fcnder ist. Darum kann Franziskus wie der hl. Paulus sagen: &#171;Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn r\u00fchmen.&#187; Wir wenden uns an dich, hl. Franziskus, und bitten dich: &#171;Lehre uns vor dem Gekreuzigten zu verweilen, uns von ihm anschauen zu lassen, uns von seiner Liebe vergeben und neu erschaffen zu lassen.&#187;<br \/>\nIm Evangelium haben diese Worte geh\u00f6rt: &#171;Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin g\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig.&#187; Das ist das Zweite, was Franziskus uns bezeugt. Wer Christus nachfolgt, empf\u00e4ngt den wahren Frieden, den nur er uns geben kann und nicht die Welt. Der hl. Franziskus wird von vielen mit dem Frieden verbunden. Und das ist recht so. Doch wenige gehen in die Tiefe. Welches ist der Friede, den Franziskus empfangen und gelebt hat und den er an uns weitergibt? Es ist der Friede Christi, der den Weg \u00fcber die gr\u00f6sste Liebe, die des Kreuzes genommen hat. Es ist der Friede, den der auferstandene Jesus den J\u00fcngern schenkte, als er in ihrer Mitte erschien und ihnen sagte: &#171;Friede sei mit euch!&#187; Und ihnen dabei seine verwundeten H\u00e4nde und seine durchbohrte Seite zeigte.<br \/>\nDer franziskanischen Friede ist keine Gef\u00fchlsduselei. Bitte, diesen hl. Franziskus gibt es nicht. Und er ist auch nicht eine Art pantheistische Harmonie mit den Energien des Kosmos. Auch das ist nicht franziskanisch, sondern eine Idee, die einige entwickelt haben. Der Friede des hl. Franziskus ist der Friede Christi und diesen Frieden findet, wer Christi Joch auf sich nimmt, n\u00e4mlich sein Gebot: &#171;Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.&#187; Und dieses Joch kann man nicht mit Arroganz, mit \u00dcberheblichkeit, mit Hochmut tragen, sondern nur mit G\u00fctigkeit und Herzensdemut.<br \/>\nWir wenden uns an dich, hl Franziskus, und bitten dich: Lehre uns Werkzeuge des Friedens zu sein, jenes Friedens, der seine Quelle in Gott hat, der Frieden, den Jesus der Herr uns gebracht hat. Franziskus beginnt seinen Sonnengesang so: H\u00f6chster, allm\u00e4chtiger, guter Herr, gelobt seist du mit allen deinen Gesch\u00f6pfen, die Liebe zur gesamten Sch\u00f6pfung, zu ihrer Harmonie. Der Heilige von Assisi bezeugt die Achtung gegen\u00fcber allem, was Gott erschaffen hat und was der Mensch zu bewahren und zu sch\u00fctzen berufen ist. Und Franziskus mahnt hier, dass wir eben das, was Gott geschaffen hat, nicht zerst\u00f6ren sollen, sondern dass wir dazu beitragen sollen, dass es w\u00e4chst und bewahrt wird, die Sch\u00f6pfung also [frei eingef\u00fcgt von Papst Franziskus]. Der Mensch ist als aufgerufen, die Umwelt zu bewahren und zu sch\u00fctzen, und der hl. Franziskus bezeugt vor allem, die Achtung und die Liebe gegen\u00fcber jedem Menschen. [Frei \u00fcbersetzt:] Es geht nicht darum, dass Gott irgendwie ein Idol sei, das wir uns selber kreieren. Und Franziskus war ein Mensch der Harmonie und des Friedens.<br \/>\nVon dieser Stadt des Friedens wiederhole ich mit der Kraft und der Sanftheit der Liebe: Achten wir die Sch\u00f6pfung, lasst uns nicht Werkzeuge der Zerst\u00f6rung sein. Achten wir jeden Menschen und m\u00f6gen die bewaffneten Konflikte, die die Erde mit Blut durchtr\u00e4nken, aufh\u00f6ren. M\u00f6gen die Waffen schweigen und \u00fcberall der Hass der Liebe weichen, Beleidigung der Vergebung, die Zwietracht der Einheit. H\u00f6ren wir den Schrei derer, die weinen, leiden und sterben aufgrund der Gewalt, aufgrund des Terrorismus oder des Krieges, im Heiligen Land, das der hl. Franziskus so sehr liebte, in Syrien, im ganzen Nahen Osten, auf der ganzen Welt. Wir wenden uns an dich, hl. Franziskus, und dich bitten wir, erwirke uns von Gott die Gabe, dass in dieser unserer Welt Harmonie und Frieden herrsche und Respekt vor der Sch\u00f6pfung. Nat\u00fcrlich darf ich zum Ende nicht vergessen, dass heute Italien den hl. Franziskus als seinen Patron feiert. Und ich begl\u00fcckw\u00fcnsche dazu alle Italiener und auch den Regierungschef. Und dass also dieses Fest von Franziskus auch als Patron Italiens, das dr\u00fcckt sich auch in der traditionellen Geste der Spende des \u00d6ls f\u00fcr die Votivlampe aus, die gerade in diesem Jahr der Region Umbrien zuf\u00e4llt. Beten wir f\u00fcr die italienische Nation, dass jeder immer f\u00fcr das Gemeinwohl arbeite und dabei mehr auf das Einende als das Trennende schaue. So \u00fcbernehme ich das Gebet des hl. Franziskus von Assisi f\u00fcr Italien und f\u00fcr die Welt.<br \/>\nDaher bitte ich dich, Herr Jesus Christus, Vater der Erbarmungen, schau nicht auf unsere Undankbarkeit, sondern gedenke stets deiner reichlich \u00fcberstr\u00f6menden G\u00fcte, die du in dieser Stadt gezeigt hast, damit sie immer Ort und Wohnst\u00e4tte jener sei, die dich wahrhaft erkennen und deinen gebenedeiten und glorreichsten Namen verherrlichen wollen, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Podcast von Radio Horeb (MP3-Audio): Predigt von Papst Franziskus bei der hl. Messe auf der Piazza San Francesco vor der Basilika in Assisi<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3629-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-04-Predigt-von-Papst-Franziskus-bei-der-hl.-Messe-auf-der-Piazza-San-Francesco-vor-der-Basilika-in-Assisi.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-04-Predigt-von-Papst-Franziskus-bei-der-hl.-Messe-auf-der-Piazza-San-Francesco-vor-der-Basilika-in-Assisi.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013-10-04-Predigt-von-Papst-Franziskus-bei-der-hl.-Messe-auf-der-Piazza-San-Francesco-vor-der-Basilika-in-Assisi.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>P. Bernd Hagenkord, Radio Vatikan (mit Text &amp; Ton): <a title=\"Papstmesse in Assisi: \u201eSich bekleiden mit Jesus&quot;\" href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/news\/2013\/10\/04\/papstmesse_in_assisi:_\u201esich_bekleiden_mit_jesus\/ted-734190\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Papstmesse in Assisi: \u201eSich bekleiden mit Jesus&#187;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eucharistiefeier\u00a0mit Papst Franziskus am\u00a0Hochfest des hl. Franz von Assisi Aus dem hl. Evangelium nach Matth\u00e4us (Mt 11,25-30): In jener Zeit sprach Jesus: Ich preis dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unm\u00fcndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist &hellip; <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?p=3629\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Liebe zu den Armen und Nachahmung des armen Christus sind f\u00fcr den hl. 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