{"id":2899,"date":"2013-07-05T22:51:31","date_gmt":"2013-07-05T21:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=2899"},"modified":"2022-01-28T16:50:12","modified_gmt":"2022-01-28T15:50:12","slug":"ich-bin-das-licht-das-in-die-welt-gekommen-ist-damit-jeder-der-an-mich-glaubt-nicht-in-der-finsternis-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=2899","title":{"rendered":"Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt"},"content":{"rendered":"<h1>Enzyklika von Papst Franziskus zum Jahr des Glaubens: Licht des Glaubens<\/h1>\n<p>Wer glaubt, sieht: Mit dieser Aussage beginnt Papst Franziskus seine erste Enzyklika. Am Freitag, 5. Juli\u00a0hat der Vatikan \u201eLumen Fidei\u201c vorgestellt.\u00a0Nach der Liebe und der Hoffnung nun also die dritte theologische Tugend: Der Glaube. Lange schon war die Enzyklika zu diesem Thema erwartet worden, schon im letzten Pontifikat war sie angek\u00fcndigt und begonnen worden. Der R\u00fccktritt von Papst Benedikt XVI. hatte das Vorhaben erst einmal unterbrochen, mit seiner ersten Enzyklika nimmt es Papst Franziskus nun wieder auf und vollendet die Dreiergruppe von \u201eDeus Caritas est\u201c (2005), \u201eSpe salvi\u201c (2007) und \u201eLumen fidei\u201c (2013).\u00a0Licht und Weg: Diese beiden Begriffe leiten den Leser durch die Enzyklika. Sie beginnt damit, den Glauben als das Licht vorzustellen, dass weiter blicken l\u00e4sst: \u201eWer glaubt, sieht\u201c. <!--more-->Es wird dann der Einwand zitiert, Glauben sei ganz im Gegenteil Illusion und damit nicht Licht, er verdunkle die Welt eher als dass er sie erleuchte. Gegen diese Einw\u00e4nde sei es deswegen n\u00f6tig, den Licht-Charakter des Glaubens neu zu entdecken, betont der Papst. Wie genau das zu sehen ist, das entwickelt die Enzyklika in ihren vier Hauptkapiteln.<\/p>\n<h2>Wer ist der Autor: Benedikt XVI. oder Franziskus?<\/h2>\n<p>Zu der h\u00e4ufig gestellten Frage, wer denn nun der Autor des Textes sei, nimmt Papst Franziskus selbst Stellung: Im Jahr des Glaubens habe Benedikt XVI. bereits eine erste Version der Enzyklika unternommen, er \u2013 Franziskus \u2013 sei ihm zutiefst dankbar und in Br\u00fcderlichkeit nehme er die Arbeit auf und f\u00fcge dem Text einige letzte eigene Beitr\u00e4ge hinzu, so der Papst.<\/p>\n<h2>Was ist der Grundgedanke des Glaubens?<\/h2>\n<p>Der Grundgedanke wird im ersten Kapitel vorgestellt: Was Glauben ist, kennt man von den Glaubenden. Beginnend mit Abraham und dem alten Bund k\u00f6nne man sehen, dass Glaube mit dem H\u00f6ren verbunden sei und einen zutiefst pers\u00f6nlichen Charakter habe. Gegr\u00fcndet auf die Erinnerung f\u00fchre er zur Treue, zur Treue des Menschen gegen\u00fcber Gott und der Treue Gottes gegen\u00fcber dem Menschen. Au\u00dferdem zeige der Blick auf die Glaubenden, dass der Glaube ins konkrete Leben hinein geh\u00f6re, wo die Gnade Gottes zu erkennen sei, und nicht getrennt vom Leben der Menschen zu verstehen sei.<\/p>\n<h2>Falscher Glaube oder Unglaube f\u00fchrt unweigerlich\u00a0zur Verg\u00f6tzung<\/h2>\n<p>Papst Franziskus geht auf den fehlgeleiteten Glauben ein, die Verg\u00f6tzung. Wie der Weg des Glaubenden von sich selbst weg f\u00fchre, so blieben Menschen, die sich auf G\u00f6tzen st\u00fctzen, bei sich selber und gingen kein Risiko ein. G\u00f6tzendienst biete keinen Weg, sondern nur eine Reihe von Pfaden, die letztlich ein Labyrinth bildeten. Der wahre Glaube hingegen lasse den Menschen aus der \u201eGravitation des isolierten Ich\u201c herausbrechen, um sich der Liebe Gottes n\u00e4hern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Glaube ist ein Geschenk, hat Gemeinschaftscharakter, ist kein Pivatakt<\/h2>\n<p>Sehr deutlich weist Papst Franziskus auf den Gemeinschaftscharakter des Glaubens hin, als Individualist k\u00f6nne man den Glauben nicht verstehen. Er sei kein privater Akt, keine subjektive \u00dcberzeugung, sondern komme aus dem H\u00f6ren und dr\u00e4nge dazu, verk\u00fcndet zu werden. Damit unterstreicht Papst Franziskus den dynamischen Charakter, den der Glaube hat. Er ist nichts, was man hat oder tut oder gar besitzt, sondern etwas, das die Christen bewegt. Und so ist das Glauben selber vor allem etwas, was den Glaubenden ergreift. Man kann ihn nicht mit dem Willen erreichen, der Glaube geht von Gott aus und formt die Menschen um. Die Enzyklika spricht ferner \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Glaube und Wahrheit und zur Liebe, beides unaufgebbare Teile des Glaubens. Ohne die Liebe zum Beispiel werde der Glaube trocken und erbarmungslos.<\/p>\n<h2>P. Bernd Hagenkord fasst die Enzyklika zusammen<\/h2>\n<p>Die erste Enzyklika des Papstes schlie\u00dft den Kreis der p\u00e4pstlichen Lehrschreiben zu den theologischen Tugenden ab. Es ist ein \u201evierh\u00e4ndig\u201c geschriebener Text, wie Papst Franziskus ihn selber charakterisiert hat, zwei P\u00e4pste haben daran gearbeitet. Es ist nicht ein Text des Theologen Joseph Ratzinger, der uns vorliegt. Die lebenslangen theologischen Studien Benedikt XVI. haben ihren Eindruck auch in seinen drei Enzykliken hinterlassen\u00a0 [siehe alle Enzykliken unten bei den Quellenangaben]. Diese Enzyklika markiert ein weiteres Mal den Pontifikatswechsel: Es ist ein neuer Stil, der diesen Text pr\u00e4gt, weniger zum Studium geeignet als mehr zur Meditation. Papst Franziskus, der in Predigten und Ansprachen immer wieder darauf zu sprechen kommt, dass die innere Haltung des Glaubens das Tun pr\u00e4gen m\u00fcsse, hat mit dieser Enzyklika nun die Grundlagen f\u00fcr sein weiteres Wirken dargelegt.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Audio (MP3): Enzyklika Lumen Fidei von Papst Franziskus<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2899-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Enzyklika-Lumen-Fidei-von-Papst-Franziskus.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Enzyklika-Lumen-Fidei-von-Papst-Franziskus.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Enzyklika-Lumen-Fidei-von-Papst-Franziskus.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>Originaltext: <a title=\"P. Bernd Hagenkord, Radio Vatikan Artikel 707656\" href=\"https:\/\/www.archivioradiovaticana.va\/storico\/2013\/07\/05\/das_licht_des_glaubens_die_erste_enzyklika_von_papst_franziskus\/ted-707656\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">P. Bernd Hagenkord, Radio Vatikan Artikel 707656<\/a><\/li>\n<li>Audio (MP3): Erzbischof Gerhard Ludwig M\u00fcller zur Enzyklika Lumen fidei<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2899-2\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Erzbischof-Gerhard-Ludwig-Mueller-zur-Enzyklika-Lumen-fidei.mp3?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Erzbischof-Gerhard-Ludwig-Mueller-zur-Enzyklika-Lumen-fidei.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Erzbischof-Gerhard-Ludwig-Mueller-zur-Enzyklika-Lumen-fidei.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>Originaltext:\u00a0<a title=\"Erzbischof Gerhard Ludwig M\u00fcller zur Enzyklika Lumen fidei\" href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/news\/2013\/07\/05\/erzbischof_m\u00fcller:_\u201eeine_gl\u00fcckliche_f\u00fcgung,_dass_enzyklika_der_feder\/ted-707805\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erzbischof Gerhard\u00a0Ludwig M\u00fcller\u00a0zur Enzyklika Lumen fidei<\/a><\/li>\n<li>Volltext: <a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-05-Enzyklika-Lumen-Fidei-von-Papst-Franziskus.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Enzyklika Lumen Fidei von Papst Franziskus<\/a> (PDF vom 5. Juli 2013)<\/li>\n<li>Benedikt XVI.: <a title=\"Enzyklika Caritas in veritate\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Enzyklika Caritas in veritate<\/a> (29. Juni 2009)<\/li>\n<li>Benedikt XVI.: <a title=\"Enzyklika Spe salvi\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20071130_spe-salvi_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Enzyklika\u00a0Spe salvi<\/a>\u00a0(30. November 2007)<\/li>\n<li>Benedikt XVI.: <a title=\"Enzyklika Deus Caritas est\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Enzyklika Deus Caritas est<\/a> (25.\u00a0Dezember 2005)<\/li>\n<li>Benedikt XVI.: <a title=\"Alle Enzykliken in den g\u00e4ngigen Sprachen...\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xvi\/encyclicals\/index_ge.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alle Enzykliken in den g\u00e4ngigen Sprachen&#8230;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enzyklika von Papst Franziskus zum Jahr des Glaubens: Licht des Glaubens Wer glaubt, sieht: Mit dieser Aussage beginnt Papst Franziskus seine erste Enzyklika. Am Freitag, 5. Juli\u00a0hat der Vatikan \u201eLumen Fidei\u201c vorgestellt.\u00a0Nach der Liebe und der Hoffnung nun also die dritte theologische Tugend: Der Glaube. 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