{"id":2870,"date":"2013-07-03T14:13:30","date_gmt":"2013-07-03T13:13:30","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=2870"},"modified":"2021-10-18T16:30:33","modified_gmt":"2021-10-18T14:30:33","slug":"wenn-der-herr-am-ende-der-zeiten-kommt-wird-er-uns-seine-wunden-sehen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=2870","title":{"rendered":"Wenn der Herr am Ende der Zeiten kommt, wird er uns seine Wunden sehen lassen"},"content":{"rendered":"<h1>Papst\u00a0Franziskus betont in Santa Marta die Begegnung Jesu\u00a0mit seinen Wunden<\/h1>\n<p>Um dem lebendigen Gott zu begegnen, ist es notwendig, z\u00e4rtlich die Wunden Jesu in unseren hungernden, armen, kranken und eingekerkerten Br\u00fcdern und Schwestern zu k\u00fcssen. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Predigt am Mittwochmorgen, 3. Juli\u00a0in der Kapelle von Santa Marta. Am Gottesdienst zum liturgischen Festtag des heiligen Apostels Thomas waren Mitarbeitern des P\u00e4pstlichen Rates f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog dabei. Konzelebrant war u.a. der Pr\u00e4sident des Dikasteriums, Kardinal Jean-Louis Tauran.\u00a0Jesus erscheint nach seiner Auferstehung den Aposteln, doch der Apostel Thomas ist nicht bei ihnen: \u201eDer Herr hat ihn eine Woche warten lassen. Der Herr wei\u00df, warum er gewisse Dinge tut\u201c, so der Papst: <!--more-->\u201eUnd einem jeden von uns l\u00e4sst er die Zeit, von der er meint, das sie am besten ist. Thomas hat er eine Woche gew\u00e4hrt\u201c. Jesus offenbare sich durch seine Wunden: \u201eSein ganzer Leib war rein, wundersch\u00f6n, voller Licht, doch die Wunden waren da und sind es noch immer\u201c. Wenn der Herr am Ende der Zeiten kommen werde, \u201ewird er uns seine Wunden sehen lassen\u201c. Um zu glauben, habe Thomas seine Finger in jene Wunden legen wollen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEr war ein Dickkopf: Doch der Herr wollte gerade einen Dickkopf, um uns etwas Gr\u00f6\u00dferes begreifen zu lassen. Thomas hat den Herrn gesehen, er wurde aufgefordert, seinen Finger in die Nagelwunden zu legen; die Hand in die Seite, und er hat nicht gesagt: \u201aEs ist wahr: der Herr ist auferstanden\u2019. Nein! Er ist noch weiter gegangen. Er hat gesagt: \u201a<span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Mein Herr und mein Gott\u2019<\/strong><\/span>. Der erste der J\u00fcnger, der nach der Auferstehung dieses Bekenntnis der Gottheit Christi ablegt. Und er hat ihn angebetet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>So k\u00f6nne die Absicht des Herrn verstanden werden, warum er ihn warten lassen habe. Er habe auch seinen Unglauben nehmen wollen, nicht um ihn zur Bekr\u00e4ftigung der Auferstehung zu bringen, sondern zur Bekr\u00e4ftigung seiner Gottheit. Der \u201eWeg zur Begegnung mit Jesus-Gott sind seine Wunden\u201c, unterstrich der Papst: \u201eEs gib keinen anderen\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn der Geschichte der Kirche hat es einige Fehler auf dem Weg zu Gott gegeben. Einige haben geglaubt, dass wir den lebendigen Gott, den Gott der Christen, auf dem Weg der Betrachtung finden und durch die Betrachtung h\u00f6her kommen k\u00f6nnen. Das ist gef\u00e4hrlich, nicht wahr? Wie viele verlieren sich auf diesem Weg und gelangen nicht an ihr Ziel. Ja, sie gelangen \u2013 vielleicht \u2013 zur Erkenntnis Gottes, doch nicht zur Erkenntnis Jesu, des Christus, des Sohnes Gottes, der zweiten Person der Dreifaltigkeit. Dazu gelangen sie nicht. Das ist der Weg der Gnostiker, nicht? Sie sind gut, sie arbeiten, doch das ist nicht der rechte Weg. Er ist sehr kompliziert und f\u00fchrt dich nicht zu einem guten Hafen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Andere dagegen \u201ehaben gedacht, dass wir, um zu Gott zu gelangen, abget\u00f6tet und streng sein m\u00fcssen, und sie haben den Weg der Bu\u00dfe gew\u00e4hlt: nur die Bu\u00dfe, das Fasten. Und auch diese sind nicht zum lebendigen Gott vorgedrungen, zu Jesus Christus, dem lebendigen Gott. Das sind die Pelagianer, die glauben, dass sie aus eigenen Kr\u00e4ften zu Gott kommen k\u00f6nnen\u201c. Jesus aber sage uns, dass der Weg, um ihm zu begegnen, darin besteht, seine Wunden zu finden.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnd die Wunden Jesu findest du, wenn du Werke der Barmherzigkeit tust und dem Leib \u2013 dem Leib \u2013 und auch der Seele, aber dem Leib \u2013 das unterstreiche ich \u2013 deines verwundeten Bruders etwas gibst, weil er hungert, weil es ihn d\u00fcrstet, weil er nackt ist, weil er erniedrigt wird, weil er ein Sklave ist, weil er im Gef\u00e4ngnis ist, weil er im Krankenhaus ist. Das sind die Wunden Jesu heute. Und Jesus fordert uns auf, einen Akt des Glaubens an ihn zu tun, doch durch diese Wunden. \u201aAh, sehr gut! Gr\u00fcnden wir eine Stiftung, um all diesen zu helfen, und tun wir viele gute Dinge, um ihnen zu helfen\u2019. Das ist wichtig. Wenn wir aber auf dieser Ebene bleiben, werden wir nur Philanthropen sein. Wir m\u00fcssen die Wunden Jesu anfassen, wir m\u00fcssen die Wunden Jesu streicheln, wir m\u00fcssen die Wunden Jesu k\u00fcssen, und das im w\u00f6rtlichen Sinn. Denken wir daran, was dem heiligen Franziskus geschehen ist, als er den Auss\u00e4tzigen umarmt hat. Dasselbe wie dem Thomas: sein Leben hat sich ver\u00e4ndert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Um den lebendigen Gott zu ber\u00fchren, so der Papst abschlie\u00dfend, \u201ereicht es nicht, einen \u201aFortbildungskurs\u2019 zu machen\u201c. Vielmehr m\u00fcsse man in die Wunden Jesu eintreten. Hierzu sei es ausreichend, auf die Stra\u00dfe hinauszugehen: \u201eBitten wir den heiligen Thomas um die Gnade des Muts, in die Wunden Jesu mit unserer Z\u00e4rtlichkeit einzutreten, und gewiss wird uns die Gnade zuteil werden, den lebendigen Gott anzubeten\u201c.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Audio (MP3): Papst Franziskus betont in Santa Marta die Begegnung Jesu mit seinen Wunden<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2870-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-03-15.-Generalaudienz-mit-Papst-Franziskus-in-der-13.-Woche-des-Jahreskreises-Radio-Horeb-1.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-03-15.-Generalaudienz-mit-Papst-Franziskus-in-der-13.-Woche-des-Jahreskreises-Radio-Horeb-1.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-07-03-15.-Generalaudienz-mit-Papst-Franziskus-in-der-13.-Woche-des-Jahreskreises-Radio-Horeb-1.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>Originaltext: <a title=\"Mario Galgano, Radio Vatikan, Artikel 707124\" href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/news\/2013\/07\/03\/papstpredigt:_gott_trifft_man_bei_den_armen\/ted-707124\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mario Galgano, Radio Vatikan, Artikel 707124<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst\u00a0Franziskus betont in Santa Marta die Begegnung Jesu\u00a0mit seinen Wunden Um dem lebendigen Gott zu begegnen, ist es notwendig, z\u00e4rtlich die Wunden Jesu in unseren hungernden, armen, kranken und eingekerkerten Br\u00fcdern und Schwestern zu k\u00fcssen. 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