{"id":1317,"date":"2013-01-26T18:13:42","date_gmt":"2013-01-26T17:13:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=1317"},"modified":"2021-06-21T12:12:19","modified_gmt":"2021-06-21T10:12:19","slug":"der-glaube-ist-eine-der-bedingungen-fuer-die-gueltigkeit-der-ehe-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=1317","title":{"rendered":"Der Glaube ist eine der Bedingungen f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der Ehe"},"content":{"rendered":"<h2>Traditionelle Rede von Papst Benedikt XVI. zum kirchlichen Gerichtsjahr<\/h2>\n<p>Vor Vertretern des Kirchengerichtes der \u201eSacra Rota Romana\u201c ist Benedikt XVI. am Samstag, 26. Januar 2013\u00a0auf Fragen des kirchlichen Eherechtes eingegangen. In seiner traditionellen Er\u00f6ffnungsrede zum kirchlichen Gerichtsjahr trat der Papst f\u00fcr die Ehe zwischen Mann und Frau als wesentliche Zelle der kirchlichen Gemeinschaft ein und betonte die wesentliche Bedeutung des Glaubens f\u00fcr die kirchlich g\u00fcltige Ehe. Ehe-Annullierungen bilden den Hauptzust\u00e4ndigkeitsbereich der Rota Romana, das zweith\u00f6chste Gericht des Apostolischen Stuhls. Kirchlich geschlossene Ehen k\u00f6nnen laut Kirchenrecht nur unter bestimmten Voraussetzungen \u201eannulliert\u201c werden, Scheidungen sind ausgeschlossen. <!--more-->Der Glaube an Gott, unterst\u00fctzt durch die g\u00f6ttliche Gnade, ist wesentlich f\u00fcr die gegenseitige Hingabe und Treue der Eheleute, so der Papst \u00fcber die Voraussetzungen einer gelingenden und wahrhaftigen Ehe im katholisch-christlichen Sinne. Die Ablehnung Gottes und der \u201eheiligen Dimension\u201c des Ehebundes f\u00fchrt laut Papst zum \u201etiefen Ungleichgewicht\u201c in der Beziehung und \u201ebeg\u00fcnstigt ein falsches Verst\u00e4ndnis der Freiheit und der Selbstverwirklichung\u201c. Das Ausweichen vor Leid, Egoismus und reine Selbstbezogenheit des Menschen seien weitere Folgen.<br \/>\nDie nat\u00fcrliche Ehe als \u201eVertrag zwischen Nicht-Getauften\u201c \u2013 Benedikt XVI. macht hier eine Abgrenzung zur Ehe als Sakrament \u2013 sei zwar nicht frei von Werten wie Treue oder \u201eanderen Verm\u00f6gen, die von Gott, dem Sch\u00f6pfer, kommen\u201c, so der Papst. Allerdings untergrabe ein Sich-Verschlie\u00dfen vor Gott oder die Ablehnung der \u201eheiligen Dimension\u201c der Ehe letztlich die G\u00fcltigkeit derselben im kirchlichen Sinn, weil wesentliche Merkmale der Ehe grundlegend abgelehnt w\u00fcrden.<br \/>\nEine der Voraussetzungen f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der kirchlichen Ehe ist der so genannte \u201eEhekonsens\u201c, der eine Eheschlie\u00dfung auf Grundlage des freien Willens einschlie\u00dft, sich lebenslang gegenseitig zu schenken und anzunehmen. Ein Ehekonsens ist zum Beispiel nicht gegeben, wenn ein Partner zur Eheschlie\u00dfung gezwungen wird. Er ist auch nicht gegeben, wenn der geforderte Ehekonsens nur simuliert wird.<br \/>\nDie Sacra Rota Romana muss bei Ehe-Annullierungsverfahren u.a. pr\u00fcfen, ob eine solche Simulation vorliegt. Laut Kirchenrecht liegt eine Simulation vor, wenn einer der Partner wesentliche Voraussetzungen der kirchlichen Ehe wie die Offenheit f\u00fcr das Leben, die Einheit und die Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe ausschlie\u00dft. Sie liegt auch vor, wenn geheiratet wird, ohne das Wohl des anderen zu wollen.<br \/>\nDie Ausf\u00fchrungen Benedikt XVI. vor der Rota Romana richteten sich in diesem Zusammenhang auf die Frage des Glaubens als eine Bedingung f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der Ehe. Das Wohl der Eheleute k\u00f6nne in bestimmten F\u00e4llen durch Abwesenheit des Glaubens gef\u00e4hrdet werden, und damit aus dem Ehekonsens selbst ausgeschlossen werden, so der Papst \u2013 zum Beispiel bei \u201efalschen Auffassungen\u201c von Treue oder von der Gleichwertigkeit der Eheleute. Wenn also auch Konsens der Partner \u00fcber Wohl, Nachkommenschaft, Einheit und Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe bestehe, sei dies nicht unbedingt eine Garantie f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der Ehe im christlich-katholischen Sinne, k\u00f6nnte man hier den Vorsto\u00df des Papstes zugespitzt auf den Punkt bringen. Mit anderen Worten und frei \u00fcbersetzt: Wer nicht glaubt, geht auch ung\u00fcltig in die Ehe ein.<br \/>\nEiner wahrhaftige Ehe im christlichen Sinne liegen Bekenntnis und N\u00e4chstenliebe zu Grunde, erinnerte der Papst weiter. Dies gelte f\u00fcr das gemeinschaftliche Leben und umso mehr f\u00fcr die Ehe.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ging der Papst auf den Aspekt der Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe ein: Verlassene und geschiedene Partner, die keine neue Verbindung eingingen, seien Beispiel christlicher Koh\u00e4renz und Treue \u2013 sofern sie von der Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe ausgingen, so Benedikt XVI., der hier auf Ausf\u00fchrungen seines Vorg\u00e4ngers Johannes Paul II. \u00fcber Ehe und Familie Bezug nahm.<\/p>\n<h3>Seit 2011 Kompetenzen der Rota im Bereich Ehe-Annullierung komplett<\/h3>\n<p>Die r\u00f6mische Rota urteilt \u00fcber die G\u00fcltigkeit kirchlicher Eheschlie\u00dfungen und ist dabei letzte Berufungsinstanz der einzelnen Di\u00f6zesangerichte. Das Gericht \u00fcbt f\u00fcr den Papst die ordentliche Gerichtsbarkeit aus. Im September 2011 hatte der Papst der Rota mit dem Motu proprio \u201eQuaerit semper &#8211; Er bem\u00fcht sich immer\u201c weitere Kompetenzen \u00fcbertragen, darunter auch im Bereich der Ehe-Annullierung. So kann das Gericht seit dem Motu Proprio geschlossene, aber \u201enicht vollzogene\u201c Ehen f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Audio (MP3): Papstrede zum kirchlichen Gerichtsjahr am 26. Januar 2013<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-1317-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-26-Papstrede-zum-kirchlichen-Gerichtsjahr.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-26-Papstrede-zum-kirchlichen-Gerichtsjahr.mp3\">https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-26-Papstrede-zum-kirchlichen-Gerichtsjahr.mp3<\/a><\/audio><\/li>\n<li>Originaltext (Link vergriffen): Radio Vatikan, Artikel 659285<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Traditionelle Rede von Papst Benedikt XVI. zum kirchlichen Gerichtsjahr Vor Vertretern des Kirchengerichtes der \u201eSacra Rota Romana\u201c ist Benedikt XVI. am Samstag, 26. Januar 2013\u00a0auf Fragen des kirchlichen Eherechtes eingegangen. 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