{"id":1082,"date":"2013-01-05T18:03:18","date_gmt":"2013-01-05T17:03:18","guid":{"rendered":"http:\/\/ifit.ch\/?p=1082"},"modified":"2024-01-18T17:23:58","modified_gmt":"2024-01-18T16:23:58","slug":"die-katholische-lehre-uber-gott-den-heiligen-geist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/website.ifit.li\/?p=1082","title":{"rendered":"Die katholische Lehre \u00fcber Gott den Heiligen Geist"},"content":{"rendered":"<h2>Aus dem Katechismus: Drittes Kapitel &#8211; Ich glaube an den Heiligen Geist<\/h2>\n<p>Die Lehre \u00fcber den Heiligen Geist ist dem r\u00f6misch-katholischen Katechismus, drittes Kapitel, Nr. 683-747, entnommen. Die Nummer zu Beginn eines Abschnitts referenziert also jeweils den Katechismus. Querverweisnummern wurden weggelassen. Lehre und Wissen dienen dazu, uns allen, Laien wie Fachleuten, die dritte g\u00f6ttliche Person des dreifaltigen Gottes so n\u00e4her zu bringen und lieben zu lernen, dass wir IHM voll vertrauen und durch seine Hilfe an IHN glauben! Einen eigenen Katechismus zu besitzen, w\u00fcrde jeden Menschen guten Willens erbauen.<!--more--><br \/>\n<strong>683<\/strong> \u201eKeiner kann sagen: \u201aJesus ist der Herr!\u2018, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet\u201c (<a title=\"1 Korinther 12,3\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther12.3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Korinther 12,3<\/a>). Gott sandte \u201eden Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: \u201aAbba, Vater\u2019\u201c (<a title=\"Galater 4,6\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Galater4.6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Galater 4,6<\/a>). Diese Glaubenserkenntnis ist nur m\u00f6glich im Heiligen Geist. Um mit Christus in Verbindung zu sein, muss man zuvor durch den Heiligen Geist ber\u00fchrt worden sein. Er kommt uns entgegen und erweckt in uns den Glauben. Durch das erste Sakrament des Glaubens, die Taufe, wird uns das Leben, das im Vater seinen Urgrund hat und uns im Sohn geschenkt wird, in der Kirche durch den Heiligen Geist ganz tief und pers\u00f6nlich weitergegeben:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDie Taufe gew\u00e4hrt uns die Gnade, in Gott dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist wiedergeboren zu werden. Diejenigen n\u00e4mlich, die den Geist Gottes haben, werden zum Wort, das hei\u00dft zum Sohn gef\u00fchrt; der Sohn aber stellt sie dem Vater vor, und der Vater verschafft ihnen die Unverg\u00e4nglichkeit. Ohne den Geist ist es also nicht m\u00f6glich, den Sohn Gottes zu sehen, und ohne den Sohn kann sich niemand dem Vater n\u00e4hern, denn die Erkenntnis des Vaters ist der Sohn, und die Erkenntnis des Sohnes Gottes geschieht im Heiligen Geist\u00bb (Iren\u00e4us, dem. 7).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>684<\/strong> Durch seine Gnade ist der Heilige Geist der Erste bei der Weckung unseres Glaubens und beim Eintritt in das neue Leben. Dieses Leben besteht darin, den Vater \u201ezu erkennen und Jesus Christus\u201c, den er gesandt hat (<a title=\"Johannes 17,3\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes17.3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 17,3<\/a>). In der Offenbarung der Personen der heiligsten Dreifaltigkeit ist der Heilige Geist jedoch der zuletzt Geoffenbarte. Der hl. Gregor von Nazianz, \u201eder Theologe\u201c, erkl\u00e4rt diese Reihenfolge durch liebevolle g\u00f6ttliche P\u00e4dagogik:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDas Alte Testament verk\u00fcndete den Vater offen, den Sohn mehr dunkel. Das Neue [Testament] offenbarte den Sohn und lie\u00df die Gottheit des Geistes erahnen. Jetzt wohnt der Geist unter uns und gew\u00e4hrt uns eine klarere Sicht von sich selbst. Als man noch nicht die Gottheit des Vaters bekannte, w\u00e4re es ja nicht klug gewesen, offen den Sohn zu verk\u00fcnden, und als die Gottheit des Sohnes noch nicht angenommen war, den Heiligen Geist gleichsam als eine weitere B\u00fcrde hinzuzuf\u00fcgen, um einen ein wenig gewagten Ausdruck zu gebrauchen \u2026 Durch Fortschritte und Vordringen \u201avon Herrlichkeit zu Herrlichkeit\u2018 wird das Licht der Dreifaltigkeit den schon mehr Erleuchteten aufstrahlen\u00bb (or. theol. 5, 26).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>685<\/strong> An den Heiligen Geist glauben hei\u00dft also bekennen, da\u00df der Heilige Geist eine der Personen der heiligsten Dreifaltigkeit ist, eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn, und da\u00df er \u201emit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird\u201c (Glaubensbekenntnis von Niz\u00e4a\u2013Konstantinopel). Aus diesem Grund war vom g\u00f6ttlichen Geheimnis des Heiligen Geistes schon in der Trinit\u00e4ts\u2013\u201eTheologie\u201c die Rede. Hier hingegen geht es um die Stellung des Heiligen Geistes in der Heils\u2013\u201e\u00d6konomie\u201c.<br \/>\n<strong>686<\/strong> Zusammen mit dem Vater und dem Sohn verwirklicht der Heilige Geist vom Anfang bis zur Vollendung den Ratschlu\u00df zu unserem Heil. Doch erst jetzt, in den \u201eletzten Zeiten\u201c, die mit der erl\u00f6senden Menschwerdung des Sohnes anheben, wird er als Person offenbart und erkannt, geschenkt und aufgenommen. Jetzt kann dieser g\u00f6ttliche Ratschlu\u00df, den Christus als \u201eErstgeborener\u201c und Haupt der neuen Sch\u00f6pfung, vollzogen hat, durch den ausgegossenen Geist in der Menschheit Gestalt annehmen als die Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der S\u00fcnden, die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.<br \/>\n<strong>Artikel 8 aus dem Credo: \u201cIch glaube an den Heiligen Geist\u201d<\/strong><br \/>\n<strong>687<\/strong> \u201eKeiner erkennt Gott \u2013 nur der Geist Gottes\u201c (<a title=\"1 Korinther 2,11\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther2.11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Korinther 2,11<\/a>). Der Geist, der Gott offenbart, l\u00e4\u00dft uns Christus, sein lebendiges Wort erkennen; er spricht aber nicht von sich. Er, der \u201edurch die Propheten gesprochen hat\u201c, l\u00e4\u00dft uns das Wort des Vaters vernehmen. Ihn selbst aber h\u00f6ren wir nicht. Wir erkennen ihn nur darin, da\u00df er uns das Wort offenbart und uns bereit macht, es im Glauben anzunehmen. Der Geist der Wahrheit, der uns Christus \u201eenth\u00fcllt\u201c, redet nicht \u201eaus sich selbst heraus\u201c (<a title=\"Johannes16,13\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes16.13\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes16,13<\/a>). Diese wahrlich g\u00f6ttliche Zur\u00fcckhaltung erkl\u00e4rt, warum ihn \u201edie Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt\u201c, w\u00e4hrend die an Christus Glaubenden ihn kennen, weil er bei ihnen bleibt (<a title=\"Johannes 14,17\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes14.17\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 14,17<\/a>).<br \/>\n<strong>688<\/strong> Als lebendige Glaubensgemeinschaft, die den Glauben der Apostel weitergibt, ist die Kirche der Ort unserer Erkenntnis des Heiligen Geistes:<\/p>\n<ul>\n<li>in den von ihm inspirierten Schriften;<\/li>\n<li>in der \u00dcberlieferung, deren stets aktuelle Zeugen die Kirchenv\u00e4ter sind;<\/li>\n<li>im Lehramt der Kirche, dem er beisteht;<\/li>\n<li>in der sakramentalen Liturgie: durch ihre Worte und Sinnbilder, in denen uns der Heilige Geist mit Christus verbindet;<\/li>\n<li>im Gebet, in dem er f\u00fcr uns eintritt<\/li>\n<li>in den Charismen und Dienst\u00e4mtern, durch die die Kirche aufgebaut wird;<\/li>\n<li>im apostolischen und missionarischen Leben;<\/li>\n<li>im Zeugnis der Heiligen, worin er seine Heiligkeit bekundet und das Heilswerk fortsetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<h1>I. Die gemeinsame Sendung des Sohnes und des Geistes<\/h1>\n<p><strong>689<\/strong> Der Geist des Sohnes [vgl. <a title=\"Galater 4,6\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Galater4.6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Galater 4,6<\/a>], den der Vater in unsere Herzen gesandt hat, ist wirklich Gott. Mit dem Vater und dem Sohn eines Wesens, l\u00e4\u00dft er sich weder im inneren Leben der Dreifaltigkeit noch als Gabe der Liebe f\u00fcr die Welt von ihnen trennen. Die Kirche betet die lebendigmachende, wesensgleiche und untrennbare heiligste Dreifaltigkeit an; ihr Glaube bekennt jedoch auch, da\u00df sich die Personen voneinander unterscheiden. Wenn der Vater sein Wort sendet, dann sendet er stets auch seinen Hauch \u2013 es ist eine gemeinsame Sendung, in der der Sohn und der Heilige Geist sich voneinander unterscheiden, aber nicht voneinander trennen lassen. Christus erscheint, das sichtbare Bild des unsichtbaren Gottes, aber es ist der Heilige Geist, der ihn offenbart.<br \/>\n<strong>690<\/strong> Jesus ist der Christus, der \u201eGesalbte\u201c, weil der Geist seine Salbung ist und alles, was von der Menschwerdung an geschieht, aus dieser F\u00fclle flie\u00dft [vgl. <a title=\"Johannes 3,34\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes3.34\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 3,34<\/a>]. Und wenn am Ende Christus verherrlicht wird [vgl. <a title=\"Johannes 7,39\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes7.39\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 7,39<\/a>], kann er denen, die an ihn glauben, vom Vater her den Geist senden: Der Sohn teilt ihnen seine Herrlichkeit mit [vgl. <a title=\"Johannes 17,22\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes17.22\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 17,22<\/a>], das hei\u00dft den Heiligen Geist, der ihn verherrlicht [vgl. <a title=\"Johannes 16,14\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes16.14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 16,14<\/a>]. Die gemeinsame Sendung entfaltet sich von da an in denen, die der Vater im mystischen Leib seines Sohnes als seine Kinder angenommen hat. Der Geist der Sohnschaft hat die Sendung, diese mit Christus zu vereinen und in ihm leben zu lassen.<br \/>\n\u201eDer Begriff \u201aSalbung\u2018 macht darauf aufmerksam\u2026, da\u00df zwischen dem Sohn und dem Geist keine Distanz besteht. Wie n\u00e4mlich weder die Vernunft noch die Sinne irgendein Mittelding zwischen der K\u00f6rperoberfl\u00e4che und dem aufgetragenen \u00d6l wahrnehmen, ist auch der Kontakt des Sohnes mit dem Geist so unmittelbar, da\u00df, wer durch den Glauben mit dem Sohn in Kontakt treten will, dabei zun\u00e4chst mit dem \u00d6l in Kontakt tritt. Es gibt n\u00e4mlich keinen Teil von ihm, der nicht vom Heiligen Geist bedeckt w\u00e4re. Darum geschieht das Bekenntnis des Herr\u2013Seins des Sohnes im Heiligen Geist, da der Geist denen, die sieh im Glauben n\u00e4hern, von \u00fcberall her entgegenkommt\u201c (Gregor v. Nyssa, Spir. 16).<\/p>\n<h2>II. Name, Benennungen und Sinnbilder des Heiligen Geistes<\/h2>\n<h3>Der\u00a0Name des Heiligen Geistes<\/h3>\n<p><strong>691<\/strong> Der Ausdruck Geist gibt das hebr\u00e4ische Wort Ruach wieder, das zun\u00e4chst Hauch, Luft, Wind bedeutet. Jesus gebraucht das eindrucksvolle Bild vom Wind, um Nikodemus das ganz Neue dessen versp\u00fcren zu lassen, der der Hauch Gottes, der g\u00f6ttliche Geist in Person ist [vgl. <a title=\"Johannes 3,5-8\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes3.5-8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 3,5-8<\/a>]. Andererseits sind Geist und heilig g\u00f6ttliche Eigenschaften, die den drei g\u00f6ttlichen Personen gemeinsam sind. Die Schrift, die Liturgie und die Sprache der Theologie verbinden beide Begriffe, um die nicht in Worte zu fassende Person des Heiligen Geistes zu bezeichnen, ohne da\u00df eine Verwechslung mit den anderen Verwendungen der Begriffe Geist und heilig m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h3>Die Benennungen des Heiligen Geistes<\/h3>\n<p><strong>692<\/strong> Wenn Jesus das Kommen des Heiligen Geistes ank\u00fcndigt und verhei\u00dft, nennt er ihn Paraklet, w\u00f6rtlich: advocatus, den Herbeigerufenen [<a title=\"Johannes 14,16\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes14.16\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 14,16<\/a>; <a title=\"Johannes 14,26\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes14.26\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 14,26<\/a>; <a title=\"Johannes 15,26\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes15.26\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 15,26<\/a>; <a title=\"Johannes 16,7\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes16.7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 16,7<\/a>]. Paraklet wird f\u00fcr gew\u00f6hnlich mit Tr\u00f6ster oder Beistand wiedergegeben, wobei aber Jesus der erste Beistand ist [vgl. <a title=\"1 Johannes 2,1\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Johannes2.1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Johannes 2,1<\/a>]. Der Herr selbst nennt den Heiligen Geist \u201eGeist der Wahrheit\u201c (<a title=\"Johannes 16,13\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Johannes16.13\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes 16,13<\/a>).<br \/>\n<strong>693<\/strong> Neben dem Namen, der in der Apostelgeschichte und in den Briefen am meisten gebraucht wird, finden sich beim hl. Paulus die Bezeichnungen: der Geist der Verhei\u00dfung (<a title=\"Galater 3,14\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Galater3.14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Galater 3,14<\/a>; <a title=\"Epheser 1,13\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Epheser1.13\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Epheser 1,13<\/a>); der Geist der Sohnschaft (<a title=\"R\u00f6mer 8,15\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/R%C3%B6mer8.15\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6mer 8,15<\/a>; <a title=\"Galater 4,6\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Galater4.6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Galater 4,6<\/a>); der Geist Christi (<a title=\"R\u00f6mer 8,11\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/R%C3%B6mer8.11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6mer 8,11<\/a>); der Geist des Herrn (<a title=\"2 Korinther 3,17\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/2.Korinther3.17\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2 Korinther 3,17<\/a>); der Geist Gottes [<a title=\"R\u00f6mer 8,9\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/R%C3%B6mer8.9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6mer 8,9<\/a>; <a title=\"R\u00f6mer 8,14\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/R%C3%B6mer8.14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6mer 8,14<\/a>; <a title=\"R\u00f6mer 15,19\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/R%C3%B6mer15.19\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6mer 15,19<\/a>; <a title=\"1 Korinther 6,11\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther6.11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Korinther 6,11<\/a>; <a title=\"1 Korinther 7,40\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Korinther7.40\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Korinther 7,40<\/a>], und beim hl. Petrus der Geist der Herrlichkeit (<a title=\"1 Petrus 4,14\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/1.Petrus4.14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Petrus 4,14<\/a>).<\/p>\n<h3>Die Sinnbilder des Heiligen Geistes<\/h3>\n<p><strong>694<\/strong> Das <em>Wasser<\/em>. Bei der Taufe ist das Wasser ein Sinnbild des Wirkens des Heiligen Geistes, denn nach der Anrufung des Heiligen Geistes wird es zum wirksamen sakramentalen Zeichen der Wiedergeburt. So wie wir im Fruchtwasser unserer ersten Geburt entgegenwuchsen, ist das Taufwasser ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df unsere Geburt zum g\u00f6ttlichen Leben uns im Heiligen Geist geschenkt wird. In einem Geist getauft, sind wir auch mit dem einen Geist getr\u00e4nkt (1 Kor 12,13). Der Geist ist also in Person das lebendige Wasser, das aus dem gekreuzigten Christus quillt [vgl. Joh 19,34; 1 Joh 5,8] und uns das ewige Leben schenkt [vgl. Joh 4,10\u201314; 7,38; Ex 17,1\u20136; Jes 55,1; Sach 14,8; 1 Kor 10,4; Offb 21,6; 22,17].<br \/>\n<strong>695<\/strong> Die <em>Salbung<\/em>. Ein Sinnbild des Heiligen Geistes ist auch die Salbung mit \u00d6l und zwar sosehr, da\u00df sie zu einem Synonym f\u00fcr ihn wird [vgl. 1 Joh 2,20.27; 2 Kor 1,21]. In der christlichen Initiation ist sie das sakramentale Zeichen der Firmung, die in den Ostkirchen deshalb Chrismation genannt wird. Um jedoch die ganze Bedeutungskraft dieses Sinnbildes zu erfassen, mu\u00df man auf die erste Salbung zur\u00fcckkommen, die der Heilige Geist vorgenommen hat: die Salbung Jesu. <em>Christus<\/em> [hebr\u00e4isch Messias] bedeutet der mit dem Geist Gottes Gesalbte. Schon im Alten Bund gab es Gesalbte des Herrn [vgl. Ex 30,22\u201332]; vor allem David war ein Gesalbter [vgl. 1 Sam 16,13]. Jesus ist aber der einzigartig von Gott Gesalbte: die menschliche Natur, die der Sohn annimmt, ist ganz vom Heiligen Geist gesalbt. Jesus wird durch den Heiligen Geist zum Christus [vgl. Lk 4,18\u201319; Jes 61,1]. Die Jungfrau Maria empf\u00e4ngt Christus durch den Heiligen Geist, der ihn durch den Engel schon bei seiner Geburt als Christus bekanntgibt [vgl. Lk 2,11] und der Simeon in den Tempel f\u00fchrt, damit dieser den Gesalbten des Herrn sehe [vgl. Lk 2,26\u201327]. Er ist es, der Christus erf\u00fcllt [vgl. Lk 4,1] und dessen Kraft von Christus ausgeht, wenn dieser Heilungen und Heilstaten vollbringt [vgl. Lk 6,19; 8,46]. Er endlich ist es, der Jesus von den Toten auferweckt [vgl. R\u00f6m 1,4; 8,11]. In seiner Menschennatur, die Siegerin ist \u00fcber den Tod [vgl. Apg 2,36], voll und ganz zum Christus geworden, spendet Jesus \u00fcberreichlich den Heiligen Geist, bis die Heiligen in ihrer Vereinigung mit der Menschennatur des Gottessohnes zum vollkommenen Menschen werden und \u201eChristus in seiner vollendeten Gestalt darstellen\u201c (Eph 4,13): den ganzen Christus, wie der hl. Augustinus sagt.<br \/>\n<strong>696<\/strong> Das <em>Feuer<\/em>. W\u00e4hrend das Wasser die Geburt und die Fruchtbarkeit des Lebens versinnbildet, das im Heiligen Geist geschenkt wird, symbolisiert das Feuer die verwandelnde Kraft der Taten des Heiligen Geistes. Der Prophet Elija, der aufstand wie Feuer und dessen Wort wie ein flammender Ofen war (Sir 48,1), zieht durch sein Gebet auf das Opfer vom Berge Karmel Feuer vom Himmel herab [vgl. 1 K\u00f6n 18,38\u201339] \u2013 Sinnbild des Feuers des Heiligen Geistes, der, was er erfa\u00dft, umwandelt. Johannes der T\u00e4ufer, der mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangeht (Lk 1,17), k\u00fcndigt Christus als den an, der mit dem Heiligen Geist und mit Feuer tauft (Lk 3,16). Von diesem Geist wird Jesus sagen: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh w\u00e4re ich, es w\u00fcrde schon brennen! (Lk 12,49). In Zungen wie von Feuer kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die J\u00fcnger herab und erf\u00fcllt sie (Apg 2,3\u20134). In der geistlichen \u00dcberlieferung bleibt diese Symbolik des Feuers eines der sprechendsten Sinnbilder des Wirkens des Heiligen Geistes [vgl. Johannes vom Kreuz, Ilama]. L\u00f6scht den Geist nicht aus! (1 Thess 5,19).<br \/>\n<strong>697<\/strong> Die <em>Wolke<\/em> und das <em>Licht<\/em>. Diese beiden Sinnbilder sind stets miteinander vorhanden, wenn der Heilige Geist in Erscheinung tritt. Schon bei den Theophanien des Alten Testamentes offenbart die bald dunkle, bald lichte Wolke den lebendigen, rettenden Gott, indem sie seine \u00fcberirdische Herrlichkeit verh\u00fcllt. So bei Mose auf dem Berg Sinai [vgl. Ex 24,15\u201318], im Offenbarungszelt [vgl. Ex 33,9\u201310] und w\u00e4hrend des Durchzugs durch die W\u00fcste [vgl. Ex 40,36\u201338; 1 Kor 10,1\u20132]; bei Salomo bei der Tempelweihe [vgl. 1 K\u00f6n 8,10\u201312]. Diese Bilder sind durch Christus im Heiligen Geist in Erf\u00fcllung gegangen. Der Geist kommt auf die Jungfrau Maria herab und \u00fcberschattet sie, damit sie Jesus empf\u00e4ngt und gebiert (Lk 1,35). Auf dem Berg der Verkl\u00e4rung kommt er in einer Wolke, wirft einen Schatten \u00fcber Jesus, Mose und Elija, Petrus, Jakobus und Johannes, und eine Stimme aus der Wolke ruft: Das ist mein auserw\u00e4hlter Sohn, auf ihn sollt ihr h\u00f6ren (Lk 9,34\u201335). Die gleiche Wolke entzieht schlie\u00dflich Jesus am Tag der Himmelfahrt den Blicken der J\u00fcnger (Apg 1,9); am Tag seines Kommens wird sie ihn als den Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbaren [vgl. Lk 21,27].<br \/>\n<strong>698<\/strong> Das <em>Siegel<\/em> ist ein Sinnbild, das dem der Salbung nahesteht. Christus ist es ja, den der Vater mit seinem Siegel beglaubigt hat (Joh 6,27), und in ihm pr\u00e4gt der Vater auch uns sein Siegel ein [vgl. 2 Kor 1,22; Eph 1,13; 4,30]. Weil das Bild des Siegels [griechisch sphragis] bei den Sakramenten Taufe, Firmung und der Weihe die unausl\u00f6schliche Wirkung der Salbung des Heiligen Geistes andeutet, wurde es in einigen theologischen Traditionen gebraucht, um den unausl\u00f6schlichen Charakter, das Mal, zum Ausdruck zu bringen, das diese drei unwiederholbaren Sakramente einpr\u00e4gen.<br \/>\n<strong>699<\/strong> Die <em>Hand<\/em>. Jesus heilt Kranke [vgl. Mk 6,5; 8,23] und segnet kleine Kinder [vgl. Mk 10,16], indem er ihnen die H\u00e4nde auflegt. In seinem Namen tun die Apostel das gleiche [vgl. Mk 16,18; Apg 5,12; 14,3]. Durch die Auflegung der H\u00e4nde der Apostel wird der Heilige Geist gespendet [vgl. Apg 8,17\u201319; 13,3; 19,6]. Der Hebr\u00e4erbrief rechnet die Handauflegung zu den Grundelementen seiner Lehre [vgl. Hebr 6,2]. In ihren sakramentalen Epiklesen hat die Kirche dieses Zeichen der alles verm\u00f6genden Ausgie\u00dfung des Heiligen Geistes bewahrt.<br \/>\n<strong>700<\/strong> Der <em>Finger<\/em>. Durch den Finger Gottes treibt Jesus die D\u00e4monen aus (Lk 11,20). W\u00e4hrend das Gesetz Gottes vom Finger Gottes auf steinerne Tafeln geschrieben wurde (Ex 31,18), ist der von den Aposteln ausgefertigte Brief Christi\u2026 geschrieben\u2026 mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern \u2013 wie auf Tafeln \u2013 in Herzen von Fleisch (2 Kor 3,3). Der Hymnus Veni, Creator Spiritus ruft den Heiligen Geist an als den Finger der Rechten des Vaters.<br \/>\n<strong>701<\/strong> Die <em>Taube<\/em>. Am Ende der Sintflut (die ein Sinnbild der Taufe ist) kehrte die Taube, die von Noach aus der Arche herausgelassen worden war, mit einem frischen \u00d6lzweig im Schnabel zur\u00fcck als Zeichen daf\u00fcr, da\u00df die Erde wieder bewohnbar war [vgl. Gen 8,8\u201312]. Als Christus aus dem Wasser seiner Taufe steigt, l\u00e4\u00dft sich der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn nieder und ruht auf ihm [vgl. Mt 3,16 par]. Der Geist senkt sich in das gereinigte Herz der Getauften und ruht darin. In einzelnen Kirchen wird die heilige Eucharistie in einem taubenf\u00f6rmigen Metallbeh\u00e4lter [columbarium] aufbewahrt, der \u00fcber dem Altar aufgeh\u00e4ngt ist. Die Taube ist in der christlichen Ikonographie von jeher Sinnbild des Heiligen Geistes.<\/p>\n<h2>III. Der Geist und das Wort Gottes in der Zeit der Verhei\u00dfungen<\/h2>\n<p><strong>702 <\/strong>Bis zur \u201eF\u00fclle der Zeit\u201c (Gal 4,4) bleibt die gemeinsame Sendung des Wortes und des Geistes des Vaters verborgen, ist aber schon von Anfang an am Werk. Der Geist Gottes bereitet auf den Messias vor. Ohne voll geoffenbart zu sein, sind beide schon verhei\u00dfen, damit sie erwartet und bei ihrem Erscheinen aufgenommen werden. Deshalb forscht [vgl. Joh 5,39.46] die Kirche, wenn sie das Alte Testament liest [vgl. 2 Kor 3,14], nach dem, was der Geist, \u201eder durch die Propheten gesprochen hat\u201c, uns von Christus sagen will.<br \/>\nUnter \u201ePropheten\u201c versteht der Glaube der Kirche hier diejenigen, die der Heilige Geist bei der lebendigen Verk\u00fcndigung und bei der Abfassung der Heiligen B\u00fccher des Alten wie des Neuen Testamentes inspiriert hat. Die j\u00fcdische \u00dcberlieferung unterscheidet das Gesetz (die f\u00fcnf ersten B\u00fccher, der sogenannte Pentateuch), die Propheten (unsere sogenannten geschichtlichen und prophetischen B\u00fccher) und die Schriften (vor allem die Weisheitsb\u00fccher und insbesondere die Psalmen) [Vgl. Lk 22,44].<\/p>\n<h3>In der Sch\u00f6pfung<\/h3>\n<p><strong>703<\/strong> Aus dem Wort und dem Hauch Gottes geht das Sein und das Leben jedes Gesch\u00f6pfes hervor [vgl. Ps 33,6; 104,30; Gen 1,2; 2,7; Koh 3,20\u201321; Ez 37,10].<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDem Heiligen Geist kommt es zu, zu herrschen, die Sch\u00f6pfung zu heiligen und zu beseelen, denn er ist Gott dem Vater und dem Sohn wesensgleich &#8230; Ihm kommt die Macht \u00fcber das Leben zu, denn, da er Gott ist, bewahrt er die Sch\u00f6pfung durch den Sohn im Vater\u201c (Byzantinische Liturgie, Tropar der Metten an den Sonntagen des zweiten Tons).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>704<\/strong> \u201eDen Menschen formte Gott mit seinen eigenen H\u00e4nden [das hei\u00dft mit dem Sohn und dem Heiligen Geist] &#8230; und er pr\u00e4gte dem geformten Fleisch seine eigene Gestalt auf, soda\u00df selbst das Sichtbare die g\u00f6ttliche Gestalt tr\u00fcge\u201c (Iren\u00e4us, dem. 11).<\/p>\n<h3>Der Geist der Verhei\u00dfung<\/h3>\n<p><strong>705<\/strong> Obwohl durch die S\u00fcnde und den Tod verunstaltet, bleibt der Mensch \u201enach dem Bilde Gottes\u201c, nach dem Bilde des Sohnes geschaffen, doch er hat \u201edie Herrlichkeit Gottes verloren\u201c (R\u00f6m 3,23), ist der \u201e\u00c4hnlichkeit\u201c mit ihm beraubt. Mit der Verhei\u00dfung, die an Abraham erging, beginnt die Heils\u00f6konomie, an deren Ende der Sohn selbst \u201edas Bild\u201c annimmt [vgl. Joh 1,14; Phil 2,7] und es in seiner \u201e\u00c4hnlichkeit\u201c mit dem Vater wiederherstellt, indem er ihm die Herrlichkeit wiedergibt, den Geist, \u201eder Leben spendet\u201c.<br \/>\n<strong>706<\/strong> Entgegen aller menschlichen Hoffnung, verhei\u00dft Gott dem Abraham als Frucht des Glaubens und der Macht des Heiligen Geistes Nachkommenschaft [vgl. Gen 18,1\u201315; Lk 1,27\u201338.54\u201355; Joh 1,12\u201313; R\u00f6m 4,16\u201321]. In ihr werden alle V\u00f6lker der Erde gesegnet [vgl. Gen 12,3]. Diese Nachkommenschaft ist Christus [vgl. Gal 3,16], in dem die Ausgie\u00dfung des Heiligen Geistes die versprengten Kinder Gottes wieder sammelt [vgl. Joh 11,52]. Durch einen Schwur [vgl. Lk 1,73] verpflichtet sich Gott, seinen geliebten Sohn [vgl. Gen 22,17\u201319; R\u00f6m 8,32; Joh 3,16] und den \u201eGeist der Verhei\u00dfung\u201c zu schenken, der \u201eder erste Anteil des Erbes\u201c ist, \u201edas wir erhalten sollen: der Erl\u00f6sung durch die wir Gottes Eigentum werden\u201c (Eph 1,13\u201314) [vgl. Gal 3,14].<\/p>\n<h3>Die Theophanien und das Gesetz<\/h3>\n<p><strong>707<\/strong> Die Theophanien [Erscheinungen Gottes] erhellen den Weg der Verhei\u00dfung, von den Patriarchen \u00fcber Mose und Josua bis zu den Visionen, die die Sendung der gro\u00dfen Propheten er\u00f6ffnen. Die christliche \u00dcberlieferung hat stets angenommen, da\u00df in diesen Theophanien das Wort Gottes, in der Wolke des Heiligen Geistes zugleich offenbar und \u201eschattenhaft\u201c zu erblicken und zu h\u00f6ren war.<br \/>\n<strong>708<\/strong> Diese g\u00f6ttliche P\u00e4dagogik zeigt sich insbesondere in der Gabe des Gesetzes [vgl. Ex 19\u201320; Dtn 1\u201311;29\u201330]. Der Buchstabe des Gesetzes wurde gleichsam als \u201eZuchtmeister\u201c gegeben, um das Volk Christus entgegenzuf\u00fchren (Gal 3,24). Da das Gesetz jedoch den der \u201e\u00c4hnlichkeit\u201c mit Gott beraubten Menschen nicht zu retten vermag und die S\u00fcnde sch\u00e4rfer erkennen l\u00e4\u00dft [vgl. R\u00f6m 3,20], wird das Verlangen nach dem Heiligen Geist geweckt, wie das die Klagerufe der Psalmen bezeugen.<\/p>\n<h3>Zur Zeit der K\u00f6nige und im Exil<\/h3>\n<p><strong>709<\/strong> Als Zeichen der Verhei\u00dfung und des Bundes h\u00e4tte das Gesetz das Herz und die Einrichtungen des aus dem Glauben Abrahams hervorgegangenen Volkes bestimmen sollen. \u201eWenn ihr auf meine Stimme h\u00f6rt und meinen Bund haltet, &#8230; sollt ihr mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk geh\u00f6ren\u201c (Ex 19, 5\u20136) [vgl. 1 Petr 2,9]. Nach David erliegt aber das Volk der Versuchung, ein K\u00f6nigreich wie die anderen Nationen zu errichten. Das David verhei\u00dfene Reich [vgl. 2 Sam 7; Ps 89; Lk 1,32\u201333] wird jedoch das Werk des Heiligen Geistes sein; es wird den im Geiste Armen geh\u00f6ren.<br \/>\n<strong>710<\/strong> Die Mi\u00dfachtung des Gesetzes und die Untreue gegen\u00fcber dem Bund f\u00fchren zum Tode. Es kommt zum Exil; die Verhei\u00dfungen werden scheinbar zunichte gemacht. In Wirklichkeit zeigt sich darin die geheimnisvolle Treue des Rettergottes, und damit beginnt eine verhei\u00dfene \u2013 aber dem Geist entsprechende \u2013 Wiederherstellung. Es war n\u00f6tig, da\u00df das Gottesvolk diese L\u00e4uterung durchmachte [vgl. Lk 24,26]. Gem\u00e4\u00df dem Plane Gottes steht das Exil bereits im Schatten des Kreuzes, und der \u201eheilige Rest\u201c, der zur\u00fcckkehrt, ist eines der deutlichsten Bilder der Kirche.<\/p>\n<h3>Die Erwartung des Messias und seines Geistes<\/h3>\n<p><strong>711<\/strong> \u201eSeht her, nun mache ich etwas Neues\u201c (Jes 43,19). Zwei prophetische Linien zeichnen sich ab: die eine in Richtung der Messiaserwartung, die andere in Richtung der Ank\u00fcndigung eines neuen Geistes. Beide laufen auf den kleinen Rest, das Volk der Armen, zu [vgl. Zef 2,3], das voll Hoffnung den \u201eTrost Israels\u201c und die \u201eBefreiung Jerusalems\u201c erwartet.\u00a0(Weiter oben wurde gezeigt, wie in Jesus die ihn betreffenden Weissagungen in Erf\u00fcllung gehen. Hier beschr\u00e4nken wir uns auf die, in denen die Beziehung zwischen dem Messias und seinem Geist deutlicher hervortritt.)<br \/>\n<strong>712<\/strong> In den Kapiteln \u00fcber den Immanuel [vgl. Jes 6\u201312] (\u201eals Jesaja Jesu Herrlichkeit sah\u201c: Joh 12,41), insbesondere in Jes 11,1\u20132 beginnen die Wesensz\u00fcge des erwarteten Messias aufzuscheinen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAus dem Baumstumpf Isais w\u00e4chst ein Reis hervor,<br \/>\nein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.<br \/>\nDer Geist des Herrn ruht auf ihm:<br \/>\nder Geist der Weisheit und der Einsicht,<br \/>\nder Geist des Rates und der St\u00e4rke,<br \/>\nder Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht, &#8230;\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>713<\/strong> Die Z\u00fcge des Messias werden vor allem in den Liedern vom Gottesknecht enth\u00fcllt [vgl. Jes 42,1\u20139; Mt 12,18\u201321; Joh 1,32\u201334; sodann Jes 49,1\u20136; Mt 3,17; Lk 2,32; schlie\u00dflich Jes 50,4\u201310 und 52,13\u201353,12]. Diese Lieder sagen den Sinn der Passion Jesu voraus und deuten so an, auf welche Weise dieser den Heiligen Geist spenden wird, um die vielen lebendig zu machen: nicht von au\u00dfen her, sondern indem er sich unsere \u201eKnechtsgestalt\u201c (Phil 2,7) zu eigen macht. Weil er unseren Tod auf sich nimmt, kann er uns seinen Geist des Lebens weitergeben.<br \/>\n<strong>714<\/strong> Darum er\u00f6ffnet Christus die Verk\u00fcndigung der Frohbotschaft damit, da\u00df er folgende Jesaja\u2013Stelle (61,1\u20132) auf sich bezieht (Lk 4,18\u201319):<\/p>\n<blockquote><p>Der Geist des Herrn ruht auf mir;<br \/>\ndenn der Herr hat mich gesalbt.<br \/>\nEr hat mich gesandt,<br \/>\ndamit ich den Armen Frohbotschaft bringe;<br \/>\ndamit ich den Gefangenen die Entlassung verk\u00fcnde<br \/>\nund den Blinden das Augenlicht;<br \/>\ndamit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze<br \/>\nund ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>715<\/strong> Die Prophetentexte, welche die Sendung des Heiligen Geistes direkt betreffen, sind Weissagungen, in denen Gott in der Sprache der Verhei\u00dfungen, im Ton der \u201eLiebe und Treue\u201c zum Herzen seines Volkes spricht [vgl. Ez 11,19; 36,25\u201328; 37,1\u201314; Jer 31,31\u201334 und Jo\u00ebl 3,1\u20135; von der letztgenannten Stelle wird der hI, Petrus sagen, sie habe sich am Pfingstmorgen erf\u00fcllt: vgl. Apg 2,17]. Diesen Verhei\u00dfungen gem\u00e4\u00df wird der Geist des Herrn in den \u201eletzten Zeiten\u201c die Herzen der Menschen erneuern, indem er ihnen ein neues Gesetz einpr\u00e4gt. Er wird die zersprengten und getrennten V\u00f6lker sammeln und miteinander vers\u00f6hnen; er wird die erste Sch\u00f6pfung umgestalten, und Gott wird in ihr mit den Menschen im Frieden zusammenleben.<br \/>\n<strong>716<\/strong> Im Volk der Armen [vgl. z.B. Zef 2,3; Ps 22,27; 34,3; Jes 49,13; 61,1], der dem\u00fctigen und sanften Menschen, die sich ganz auf die geheimnisvollen Pl\u00e4ne ihres Gottes verlassen und Gerechtigkeit erwarten, aber nicht von den Menschen, sondern vom Messias, ist w\u00e4hrend der Zeit der Verhei\u00dfungen der Heilige Geist in seiner verborgenen Sendung m\u00e4chtig am Werk, um auf das Kommen Christi vorzubereiten. Ihr redliches, durch den Geist gel\u00e4utertes und erhelltes Herz \u00e4u\u00dfert sich in den Psalmen. In diesen Armen bereitet der Geist dem Herrn ein \u201ewilliges Volk\u201c [vgl. Lk 1,17].<\/p>\n<h2>IV. Der Geist Christi in der F\u00fclle der Zeit<\/h2>\n<h3>Johannes \u2013 Vorl\u00e4ufer, Prophet und T\u00e4ufer<\/h3>\n<p><strong>717<\/strong> \u201eEs trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes\u201c (Joh 1,6). Johannes wurde \u201eschon im Mutterleib vom Heiligen Geist erf\u00fcllt\u201c (Lk 1, 15) [vgl. Lk 1,41], und zwar durch Christus selbst, den die Jungfrau Maria kurz zuvor durch den Heiligen Geist empfangen hatte. Im \u201eBesuch\u201c Marias bei Elisabet hat so Gott selbst \u201esein Volk besucht\u201c (Lk 1,68).<br \/>\n<strong>718<\/strong> Johannes ist der \u201eElija\u201c, der kommen soll [vgl. Mt 17,10\u201313]. Das Feuer des Heiligen Geistes gl\u00fcht in ihm und l\u00e4\u00dft ihn dem Herrn, der im Kommen ist, als \u201eVorl\u00e4ufer\u201c vorausgehen. In Johannes, dem Vorl\u00e4ufer, vollendet der Heilige Geist sein Werk, \u201edas Volk f\u00fcr den Herrn bereit zu machen\u201c (Lk 1,17).<br \/>\n<strong>719<\/strong> Johannes ist \u201emehr als ein Prophet\u201c (Lk 7,26). In ihm vollendet der Heilige Geist sein \u201eSprechen durch die Propheten\u201c. Johannes ist in der Reihe der Propheten, die mit Elija anhebt, der letzte [vgl. Mt 11,13\u201314]. Er k\u00fcndigt an, da\u00df der Trost Israels nahe sei; er ist die \u201eStimme\u201c des kommenden Tr\u00f6sters (Joh 1,23) [vgl. Jes 40,1\u20133]. Wie dies auch der Geist der Wahrheit tun wird, kommt er \u201eals Zeuge, um Zeugnis abzulegen f\u00fcr das Licht\u201c (Joh 1,7) [vgl. Joh 15,26; 5,33]. Unter den Augen des Johannes erf\u00fcllt so der Geist, wonach die Propheten geforscht und die Engel verlangt haben [vgl. 1 Petr 1,10\u201312]: \u201eAuf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: \u201aEr ist der Sohn Gottes&#8230; Seht, das Lamm Gottes!\u2018\u201c (Joh 1,33\u201336).<br \/>\n<strong>720<\/strong> Mit Johannes dem T\u00e4ufer er\u00f6ffnet der Heilige Geist das Werk, das er mit und in Christus vollbringen wird, indem er es vorausdeutet: die Wiederherstellung der \u201e\u00c4hnlichkeit\u201c Gottes im Menschen. Die Taufe des Johannes war eine Bu\u00dftaufe; die Taufe im Wasser und im Heiligen Geist wird eine Wiedergeburt bewirken [vgl. Joh 3,5].<\/p>\n<h3>\u201eFreue dich, du Gnadenvolle!\u201c<\/h3>\n<p><strong>721<\/strong> Maria, die ganz heilige, stets jungfr\u00e4uliche Gottesmutter ist die Kr\u00f6nung der Sendung des Sohnes und des Geistes in der F\u00fclle der Zeit. Weil der Geist sie vorbereitet hat, findet der Vater nach seinem Heilsratschlu\u00df zum ersten Mal die Wohnung, in der sein Sohn und sein Geist unter den Menschen bleiben k\u00f6nnen. In diesem Sinn hat die Uberlieferung der Kirche die sch\u00f6nsten Texte \u00fcber die Weisheit [vgl. Spr 8,1\u20139,6; Sir 24] oft auf Maria bezogen. Maria wird in der Liturgie als \u201eThron der Weisheit\u201c besungen und dargestellt.\u00a0In ihr beginnen die \u201egro\u00dfen Taten\u201c Gottes, die der Geist in Christus und in der Kirche vollbringen wird:<br \/>\n<strong>722<\/strong> Der Heilige Geist hat Maria durch seine Gnade vorbereitet. Es geziemte sich, da\u00df die Mutter dessen, in dem \u201edie F\u00fclle der Gottheit leibhaft\u201c wohnt (Kol 2,9), \u201evoll der Gnade\u201c sei. Aus reiner Gnade wurde sie als das dem\u00fctigste Gesch\u00f6pf, das am f\u00e4higsten war, das unaussprechbare Geschenk des Allm\u00e4chtigen entgegenzunehmen, ohne S\u00fcnde empfangen. Mit Recht gr\u00fc\u00dft sie der Engel Gabriel als die \u201eTochter Zion\u201c mit \u201eFreue dich!\u201c [vgl. Zef 3,14; Sach 2,14]. Als sie den ewigen Sohn in sich tr\u00e4gt, l\u00e4\u00dft sie im Heiligen Geist die Danksagung des ganzen Gottesvolkes und somit der Kirche in ihrem Lobgesang zum Vater emporsteigen [vgl. Lk 1, 46\u201355].<br \/>\n<strong>723<\/strong> In Maria verwirklicht der Heilige Geist den gn\u00e4digen Ratschlu\u00df des Vaters. Mit und durch den Heiligen Geist empf\u00e4ngt und gebiert die Jungfrau Maria den Sohn Gottes. Durch die Kraft des Geistes und des Glaubens wird ihre Jungfr\u00e4ulichkeit einzigartig fruchtbar [vgl. Lk 1,26\u201338; R\u00f6m 4,18\u201321; Gal 4,26\u201328].<br \/>\n<strong>724<\/strong> In Maria offenbart der Heilige Geist den Sohn des Vaters, der nun auch zum Sohn der Jungfrau geworden ist. Sie ist der brennende Dornbusch der endg\u00fcltigen Theophanie. Vom Heiligen Geist erf\u00fcllt, zeigt sie das Wort in der Demut seines Fleisches und gibt es den Armen [vgl. Lk 2,15\u201319] und den ersten Vertretern der V\u00f6lker [vgl. Mt 2,11] zu erkennen.<br \/>\n<strong>725<\/strong> Schlie\u00dflich beginnt der Heilige Geist durch Maria, die Menschen, denen \u201edie barmherzige Liebe Gottes\u201c [vgl. Lk 1,78] gilt, in Gemeinschaft mit Christus zu bringen. Die dem\u00fctigen Menschen sind immer die ersten, die ihn aufnehmen: die Hirten, die Weisen, Simeon und Hanna, die Brautleute von Kana und die ersten J\u00fcnger.<br \/>\n<strong>726<\/strong> Am Ende dieser Sendung des Geistes wird Maria zur \u201eFrau\u201c, zur neuen Eva, \u201ezur Mutter der Lebendigen\u201c, zur Mutter des \u201eganzen Christus\u201c [vgl. Joh 19,25\u201327]. Als solche ist sie, mit den Zw\u00f6lfen \u201eeinm\u00fctig im Gebet\u201c verharrend (Apg 1,14), zugegen, als der Geist am Pfingstmorgen mit dem Offenbarwerden der Kirche die \u201eletzten Zeiten\u201c anbrechen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<h3>Jesus der Christus<\/h3>\n<p><strong>727<\/strong> Die ganze Sendung des Sohnes und des Heiligen Geistes in der F\u00fclle der Zeit ist darin enthalten, da\u00df der Sohn seit seiner Inkarnation der mit dem Geist des Vaters Gesalbte ist: Jesus ist der Christus, der Messias.\u00a0(Das ganze zweite Kapitel des Glaubensbekenntnisses ist in diesem Licht zu lesen. Das ganze Werk Christi ist gemeinsame Sendung des Sohnes und des Heiligen Geistes. Hier wird nur das erw\u00e4hnt, was die Verhei\u00dfung des Heiligen Geistes durch Jesus und seine Spendung durch den verherrlichten Herrn betrifft.)<br \/>\n<strong>728<\/strong> Solange Jesus selbst nicht durch seinen Tod und seine Auferstehung verherrlicht ist, offenbart er den Heiligen Geist nicht voll und ganz. Er spielt jedoch, selbst in seiner an die Menge gerichteten Lehre, nach und nach auf ihn an, wenn er offenbart, da\u00df sein Fleisch zur Nahrung f\u00fcr das Leben der Welt werden wird [vgl. Joh 6,27.51.62\u201363]. Er deutet sein Wirken auch dem Nikodemus [vgl. Joh 3,5\u20138], der samaritischen Frau [vgl. Joh 4,10.14.23\u201324] und den Teilnehmern am Laubh\u00fcttenfest [vgl. Joh 7,37\u201339] an. Im Zusammenhang mit dem Gebet [vgl. Lk 11,13] und dem Zeugnis, das sie abzulegen haben werden [vgl. Mt 10,19\u201320], spricht er zu seinen J\u00fcngern offen vom Heiligen Geist.<br \/>\n<strong>729<\/strong> Erst als die Stunde seiner Verherrlichung gekommen ist, verhei\u00dft Jesus das Kommen des Heiligen Geistes, denn in seinem Tod und in seiner Auferstehung wird die an die V\u00e4ter ergangene Verhei\u00dfung in Erf\u00fcllung gehen [vgl. Joh 14,16\u201317.26; 15,26; 16,7\u201315; 17,26]: Der Geist der Wahrheit, der andere Paraklet, wird auf das Gebet Jesu hin vom Vater gegeben werden; er wird im Namen Jesu vom Vater gesandt werden; Jesus wird ihn vom Vater her senden, denn er ist vom Vater ausgegangen. Der Heilige Geist wird kommen; wir werden ihn erkennen; er wird f\u00fcr immer bei uns sein. Er wird uns unterweisen und an alles erinnern, was Christus uns gesagt hat, und f\u00fcr ihn Zeugnis ablegen; er wird uns der ganzen Wahrheit entgegenf\u00fchren und Christus verherrlichen. Die Welt wird er der S\u00fcnde, der Gerechtigkeit und des Gerichtes \u00fcberf\u00fchren.<br \/>\n<strong>730<\/strong> F\u00fcr Jesus kommt nun seine Stunde [vgl. Joh 13,1; 17,1]: Als er durch seinen Tod den Tod besiegt, \u00fcbergibt er seinen Geist in die H\u00e4nde des Vaters [vgl. Lk 23,46; Joh 19,30]. Und als er \u201edurch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde\u201c (R\u00f6m 6,4), spendet er sogleich den Geist, indem er seine J\u00fcnger anhaucht [vgl. Joh 20,22]. Von dieser Stunde an wird die Sendung Christi und des Geistes zur Sendung der Kirche: \u201eWie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch\u201c (Joh 20,21) [vgl. Mt 28,19; Lk 24,47\u201348; Apg 1,8].<\/p>\n<h2>V. Der Geist und die Kirche in den Letzten Zeiten<\/h2>\n<h3>Pfingsten<\/h3>\n<p><strong>731<\/strong> Am Pfingsttag (am Ende der sieben Osterwochen) vollendet sich das Pascha Christi in der Ausgie\u00dfung des Heiligen Geistes. Dieser wird als g\u00f6ttliche Person offenbar, gegeben und mitgeteilt. Christus der Herr spendet den Geist in \u00dcberf\u00fclle [vgl. Apg 2,33].<br \/>\n<strong>732<\/strong> An diesem Tag wird die heiligste Dreifaltigkeit voll und ganz geoffenbart. Seit diesem Tag steht das von Christus angek\u00fcndigte Reich allen offen, die an ihn glauben. Obwohl Menschen aus Fleisch und Blut, haben sie im Glauben schon Anteil an der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit. Durch sein unaufh\u00f6rliches Kommen l\u00e4\u00dft der Heilige Geist die Welt in die \u201eletzten Zeiten\u201c, die Zeit der Kirche eintreten: Das Reich Gottes wird schon als Erbe empfangen, ist aber noch nicht vollendet.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir haben das wahre Licht geschaut, wir haben den himmlischen Geist erhalten, wir haben den wahren Glauben gefunden. Wir beten die unteilbare Dreifaltigkeit an, denn sie hat uns errettet\u201c (Byzantinische Liturgie, Tropar der Pfingstvesper; als Gesang nach der Kommunion in die Eucharistiefeier \u00fcbernommen).<\/p><\/blockquote>\n<h3>Der Heilige Geist \u2013 die Gabe Gottes<\/h3>\n<p><strong>733<\/strong> \u201eGott ist die Liebe\u201c (1 Joh 4,8.16), und die Liebe ist die erste Gabe; sie enth\u00e4lt alle weiteren Gaben. Diese Liebe hat Gott \u201eausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist\u201c (R\u00f6m 5,5).<br \/>\n<strong>734<\/strong> Weil wir durch die S\u00fcnde tot oder zumindest verwundet sind, ist die erste Wirkung der Liebe die Vergebung unserer S\u00fcnden. Die \u201eGemeinschaft des Heiligen Geistes\u201c (2 Kor 13,13) gibt in der Kirche den Getauften die durch die S\u00fcnde verlorene Ahnlichkeit mit Gott zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>735<\/strong> Gott gibt uns das \u201eAngeld\u201c, die \u201eAnzahlung\u201c f\u00fcr unser Erbe [vgl. R\u00f6m 8,23; 2 Kor 1,21]: das Leben der heiligsten Dreifaltigkeit, das darin besteht, zu lieben, wie er uns geliebt hat [vgl. 1 Joh 4,11\u201312]. Diese Liebe [vgl. 1 Kor 13] ist das Prinzip des neuen Lebens in Christus, das m\u00f6glich geworden ist, weil wir \u201edie Kraft des Heiligen Geistes empfangen\u201c haben (Apg 1,8).<br \/>\n<strong>736<\/strong> Kraft dieser Macht des Geistes k\u00f6nnen die Kinder Gottes Frucht bringen. Er, der uns dem wahren Weinstock aufgepfropft hat, wird uns \u201edie Frucht des Geistes\u201c tragen lassen: \u201eLiebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung\u201c (Gal 5,22\u201323). Der Geist ist unser Leben; je mehr wir unser eigenes Leben verlieren [vgl. Mt 16,24\u201326], desto mehr werden wir \u201edem Geist auch folgen\u201c (Gal 5,25).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Heilige Geist versetzt in das Paradies zur\u00fcck; f\u00fchrt zum Himmelreich und zur Annahme an Kindes Statt; l\u00e4\u00dft voll Vertrauen Gott Vater nennen und an der Gnade Christi teilhaben, Kind des Lichtes genannt werden und die ewige Herrlichkeit mitbesitzen\u201c (Basilius, spir. 15,36).<\/p><\/blockquote>\n<h3>Der Heilige Geist und die Kirche<\/h3>\n<p><strong>737<\/strong> Die Sendung Christi und des Heiligen Geistes vollzieht sich in der Kirche, dem Leib Christi und dem Tempel des Heiligen Geistes. Diese gemeinsame Sendung nimmt die Glaubenden in die Gemeinschaft Christi mit seinem Vater im Heiligen Geist hinein. Der Geist macht die Menschen bereit und kommt ihnen mit seiner Gnade zuvor, um sie zu Christus zu ziehen. Er offenbart ihnen den auferstandenen Herrn, erinnert sie an sein Wort und erschlie\u00dft ihrem Geist den Sinn seines Todes und seiner Auferstehung. Er vergegenw\u00e4rtigt ihnen das Mysterium Christi, vor allem in der Eucharistie, um sie mit Gott zu vers\u00f6hnen, mit ihm zu vereinen und so \u201ereiche Frucht\u201c bringen zu lassen (Joh 15,5.8) [vgl. Joh 15,16].<br \/>\n<strong>738<\/strong> Die Sendung der Kirche kommt also nicht zu der Sendung Christi und des Heiligen Geistes hinzu, sondern ist deren Sakrament. Ihrem ganzen Wesen nach und in allen ihren Gliedern ist die Kirche gesandt, das Mysterium der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit zu verk\u00fcnden und zu bezeugen, zu vergegenw\u00e4rtigen und immer mehr auszubreiten (das wird das Thema des n\u00e4chsten Artikels sein).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir alle, die ein und denselben Geist, den Heiligen Geist, empfangen haben, sind miteinander und mit Gott verschmolzen. Obwohl wir n\u00e4mlich einzeln viele sind und Christus seinen und des Vaters Geist in jedem von uns wohnen l\u00e4\u00dft, f\u00fchrt dieser eine, unteilbare Geist die voneinander Unterschiedenen durch sich zur Einheit &#8230; und macht, da\u00df in ihm alle gleichsam ein und dasselbe bilden. Und so wie die Macht der heiligen Menschennatur Christi bewirkt, da\u00df alle, in denen sie sich befindet, einen einzigen Leib bilden, so f\u00fchrt meines Erachtens der eine, unteilbare Geist Gottes, der in allen wohnt, alle zur geistigen Einheit\u201c (Cyrill v. Alexandrien, Jo. 11,11).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>739<\/strong> Weil der Heilige Geist die Salbung Christi ist, spendet ihn Christus, das Haupt des Leibes, seinen Gliedern, um sie zu n\u00e4hren, zu heilen, in ihren wechselseitigen Funktionen aufeinander abzustimmen, sie zu beleben, Zeugnis ablegen zu lassen, an seiner Hingabe an den Vater und seiner F\u00fcrbitte f\u00fcr die ganze Welt zu beteiligen. Durch die Sakramente der Kirche teilt Christus den Gliedern seines Leibes seinen heiligenden Heiligen Geist mit (das wird das Thema des zweiten Teils des Katechismus sein).<br \/>\n<strong>740<\/strong> Diese \u201egro\u00dfen Taten Gottes\u201c, die den Gl\u00e4ubigen in den Sakramenten der Kirche angeboten werden, tragen ihre Fr\u00fcchte im neuen, dem Geist entsprechenden Leben in Christus (Thema des dritten Teils des Katechismus).<br \/>\n<strong>741<\/strong> \u201eSo nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch f\u00fcr uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen k\u00f6nnen\u201c (R\u00f6m 8,26). Der Heilige Geist, der die Werke Gottes vollbringt, ist der Lehrmeister des Betens (Thema des vierten Teils des Katechismus).<\/p>\n<h2>Kurztexte<\/h2>\n<p><strong>742<\/strong> \u201eWeil ihr S\u00f6hne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: \u201eAbba, Vater\u201c (Gal 4,6).<br \/>\n<strong>743<\/strong> Wenn Gott seinen Sohn sendet, so sendet er \u2013 vom Anfang bis zum Ende der Zeit \u2013 stets auch seinen Geist; ihre Sendungen sind verbunden, sie lassen sich nicht trennen.<br \/>\n<strong>744<\/strong> Als die \u201eF\u00fclle der Zeit\u201c gekommen war, vollendete der Heilige Geist alle Vorbereitungen auf das Kommen Christi, die er im Gottesvolk getroffen hatte, in Maria. Durch das Wirken des Heiligen Geistes gibt der Vater in Maria der Welt den Immanuel, den \u201eGott mit uns\u201c (Mt 1,23).<br \/>\n<strong>745<\/strong> Der Sohn Gottes wird bei seiner Inkarnation durch die Salbung mit dem Heiligen Geist zum Christus [Messias] geweiht [vgl. Ps 2,6\u20137].<br \/>\n<strong>746<\/strong> Durch seinen Tod und seine Auferstehung wird Jesus \u201ezum Herr und Messias\u201c in der Herrlichkeit (Apg 2,36). Aus seiner F\u00fclle gie\u00dft er den Heiligen Geist auf die Apostel und die Kirche aus.<br \/>\n<strong>747<\/strong> Der Heilige Geist, den Christus, das Haupt, in seine Glieder str\u00f6men l\u00e4\u00dft, erbaut, beseelt und heiligt die Kirche. Diese ist das Sakrament der Gemeinschaft zwischen der heiligsten Dreifaltigkeit und den Menschen.<\/p>\n<h3>Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n<p>Ecclesia Catholica: Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 683-747, Oldenburg 1993<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Katechismus: Drittes Kapitel &#8211; Ich glaube an den Heiligen Geist Die Lehre \u00fcber den Heiligen Geist ist dem r\u00f6misch-katholischen Katechismus, drittes Kapitel, Nr. 683-747, entnommen. Die Nummer zu Beginn eines Abschnitts referenziert also jeweils den Katechismus. Querverweisnummern wurden weggelassen. 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